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30.04.2014

10:31 Uhr

Ostasien

Japan treibt expansive Geldpolitik voran

Japans Zentralbank sieht ihr Inflationsziel von zwei Prozent zum Greifen nahe. Von einer weiteren Öffnung der Geldschleusen sieht sie vorerst ab. Ökonomen halten eine weitere Lockerung jedoch für wahrscheinlich.

Chef der Bank of Japan Haruhiko Kuroda: Japan setzt seine expansive Geldpolitik weiter fort. AFP

Chef der Bank of Japan Haruhiko Kuroda: Japan setzt seine expansive Geldpolitik weiter fort.

TokioJapans Zentralbank sieht ein Ende des jahrelangen Preisverfalls. Die Verbraucherpreise dürften im Steuerjahr 2015, das am 1. April beginnt, um 1,9 Prozent und im folgenden Jahr um 2,1 Prozent steigen, teilte die Bank of Japan (BoJ) am Mittwoch mit. Die Währungshüter hatten sich eine Inflationsrate von zwei Prozent bis zum Jahr 2015 zum Ziel gesetzt, um die Deflation zu überwinden. An dem Zeitplan habe sich nichts geändert, sagte BoJ-Gouverneur Haruhiko Kuroda zu Journalisten. Von einer weiteren Lockerung der bereits extrem losen geldpolitischen Zügel sah die BoJ denn auch ab. Der Kauf von Wertpapieren zur Stützung der Wirtschaft wird im bisherigen Umfang fortgesetzt. Damit wird die BoJ weiter Papiere im Volumen von 60 bis 70 Billionen Yen (422 bis 492 Milliarden Euro) pro Jahr erwerben.

Viele Ökonomen halten jedoch eine weitere Lockerung angesichts der kürzlich erfolgten Erhöhung der Verbrauchersteuer für wahrscheinlich. Die negativen Auswirkungen der Steuererhöhung lägen bislang innerhalb der Erwartungen, wurde Kuroda zitiert. Mit der Steueranhebung von 5 auf 8 Prozent zum 1. April sollen die Staatsfinanzen gestärkt werden, um wachsende Bedenken wegen der hohen Verschuldung Japans zu zerstreuen.

Eckpunkte der neuen japanischen Geldpolitik

Festes Inflationsziel

Die Bank von Japan legt sich fest: Innerhalb von zwei Jahren wird sie eine Inflationsrate von zwei Prozent erreichen.

Verdoppelung der Geldbasis

Die Geldbasis soll von jetzt 138 Billionen Yen auf 270 Billionen Yen im Jahr 2014 steigen. Umgerechnet geht es um eine Steigerung von 1,05 Billionen Euro auf 2,05 Billionen Euro.

Kauf von Staatsanleihen

Die Bank von Japan will 77 Prozent des frischen Zentralbankgelds in Staatsanleihen mit langer Laufzeit investieren. Die durchschnittliche Laufzeit ihrer Staatsanleihen soll von drei auf sieben Jahre steigen.

Dauer der Maßnahmen

Die Zentralbank legt sich darauf fest, so lange an der expansiven Geldpolitik festzuhalten, bis sie ihr Inflationsziel erreicht hat.

Aussetzung des Banknoten-Prinzips

Die Bank von Japan setzt zeitweilig das Banknoten-Prinzip außer Kraft, wonach sie nicht den Wert der im Umlauf befindlichen Banknoten überschreiten darf.

Ökonomen sehen allerdings das Risiko, dass die Konsumausgaben durch die Steuererhöhung einbrechen könnten, was das gesamtwirtschaftliche Wachstum Japans stark belasten würde. Die Gehälter würden zudem mit dem Preisanstieg bislang nicht mithalten, hieß es. Einige Beobachter halten es für möglich, dass die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt im zweiten Quartal schrumpft.

Falls nötig, werde man nicht zögern, weitere Maßnahmen zu ergreifen, um das Inflationsziel von zwei Prozent zu erreichen, wurde Kuroda zitiert. Hierzu hatte die BoJ im April vergangenen Jahres beschlossen, die Geldbasis in den kommenden zwei Jahren zu verdoppeln.

Man werde die lockere Geldpolitik solange fortsetzen, bis das Inflationsziel von zwei Prozent dauerhaft gesichert sei, so der Zentralbankchef. Es sei derzeit noch zu früh, um einen Zeitpunkt für ein mögliches Ende dieses geldpolitischen Kurses festzulegen. Für das laufende Fiskaljahr geht die BoJ von einem Preisanstieg von 1,3 Prozent aus. Die Wirtschaft dürfte um 1,1 Prozent wachsen, gefolgt von einem weiteren Zuwachs um 1,5 Prozent im kommenden Jahr.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

30.04.2014, 11:15 Uhr

Ich finde das klasse. Mit Gelddrucken zu Wohlstand. So will es auch Bofinger, Münchau und die ganze €-Camarilla. Draghi sowieso... Ich freue mich auf den großen Bums.

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