Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.02.2004

08:24 Uhr

Papiere von Toyota, Nissan und Co. sind günstig bewertet

Aktienstrategen setzen auf japanische Titel

VonNicole Bastian und Ralf Drescher (Handelsblatt)

Der japanische Aktienmarkt genießt wieder Vertrauen. Auch wenn sich der Leitindex Nikkei-225 und der breiter gefasste Topix-Index der Tokioter Börse seit Januar leicht rückläufig entwickeln, setzen zahlreiche Experten in diesem Jahr auf Aktien aus Nippon. Die Entflechtung der Unternehmen schreite fort, damit sollte der Verkaufsdruck langsam abnehmen, schrieb etwa Chefstrategin Kathy Matsui von Goldman Sachs jüngst in einer Studie.

Foto: dpa

Foto: dpa

TOKIO/DÜSSELDORF. Adam Matthews, Asien-Spezialist bei JP Morgan Fleming, geht davon aus, dass es in Asien in diesem Jahr einen Favoritenwechsel hin zu Japan geben wird. Anders als die Märkte in China und Indien, an denen nach den gewaltigen Kursgewinnen des vergangenen Jahres Rückschläge drohten, hätten japanische Aktien noch Potenzial.

Adam Matthews sieht einen wesentlichen Pluspunkt darin, dass die Erholung der japanischen Wirtschaft auf einem breiten Fundament steht. Neben Technologie- und exportorientierten Unternehmen zeigten zuletzt auch lange verschmähte Konzerne der „Old Economy“ wie Stahlproduzenten und Maschinenbauer Stärke. Diese profitieren von einem fortschreitenden Abbau der Überkapazitäten im Sektor sowie der steigenden Nachfrage aus China und anderen asiatischen Staaten. „Nach einem verlorenen Jahrzehnt sehen wir bei zahlreichen Aktien aus diesem Sektor einen Wendepunkt“, sagt Matthews. Ein gutes Zeichen sei, dass Unternehmen wie JGC, Sanwa Shutter oder Tokyo Steel zuletzt ihre Gewinnprognosen angehoben hätten.

Matthews rät dazu, in Japan auf Aktien von Großkonzernen zu setzen. Deren Börsenbewertungen seien nicht nur im Vergleich zu den teureren japanischen Nebenwerten, sondern auch im Vergleich zur Konkurrenz in den USA oder Europa wieder attraktiv. Eine Reihe von Aktien sei gar günstiger bewertet als die internationaler Wettbewerber, obwohl die japanischen Unternehmen oft ein höheres Gewinnwachstum und gesündere Bilanzen aufweisen. Als Beispiel nennt Matthews den Automobilsektor, wo die japanischen Hersteller Honda, Nissan und Toyota kontinuierlich ihre Marktanteile ausbauen.

„Japans Aktien sind in der Bewertung sehr günstig“, sagen selbst Skeptiker wie Ryoji Musha, Chefstratege der Deutschen Bank in Tokio. Für Investoren mit einem Zeitrahmen von fünf bis sechs Jahren biete Nippons Börse attraktive Papiere, weil sich die Wirtschaft Schritt für Schritt bessere.

Kurzfristigen Investoren rät Musha hingegen von Käufen ab: „Die Aktieninvestition ist derzeit sehr riskant.“ Einerseits berge die Entwicklung des Yens zum US-Dollar Risiken. Eine weitere Aufwertung würde die japanischen Ausfuhren verteuern. Zudem könnte sich schon im zweiten Halbjahr die Stimmung in der globalen Wirtschaft und an den Börsen wandeln, befürchtet Musha. Gefahr für die Weltwirtschaft sieht er in der instabilen Doppeldefizitsituation in den USA, die auch den Finanzier und Exporteur Japan mit nach unten ziehen könne, sowie in Überkapazitäten auf dem für japanische Unternehmen wichtigen chinesischen Markt.

Die Optimisten wiederum setzen darauf, dass eine steigende Inlandsnachfrage diese Schwäche auffangen wird und die Erholung am japanischen Aktienmarkt – selbst bei einem kleinen Dämpfer – spätestens 2005 weitergeht.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×