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13.12.2012

10:05 Uhr

Pimco-Warnung

Achtung, Konjunktureinbruch voraus!

Die Lage an den Finanzmärkten hat sich gerade stabilisiert, da droht der nächste Rückschlag. Experten von Pimco warnen vor einem spürbaren Konjunkturabschwung. Kritisch sei die Lage. Und das liege nicht (nur) an Europa.

Pimco-Starmanager Bill Gross. BLOOMBERG NEWS

Pimco-Starmanager Bill Gross.

New YorkDie Weltwirtschaft wird im nächsten Jahr deutlich schwächer wachsen, als bislang von vielen Ökonomen erwartet. Und das liegt vor allem an der wichtigsten Volkswirtschaft der Welt, den USA. Zu dieser Einschätzung kommen die Experten von Pacific Investment Management (Pimco), Verwalter des weltgrößten Anleihefonds.
Das globale Wachstum wird auf 1,3 Prozent bis 1,8 Prozent nachlassen - von etwa zwei Prozent in diesem Jahr, sagte Saumil Parikh, ein Portfolio-Manager bei der Tochtergesellschaft der Allianz SE, in einem Dezember-Bericht, der auf der Website von Pimco veröffentlicht wurde. Kritisch nennt er darin die Situation.

Als Begründung verwies er darauf, dass der Privatsektor nicht gesund genug sei, um einzuspringen und Kredite zu vergeben, angesichts der Entschuldung. Von Bloomberg befragte Volkswirte rechnen bislang mit einem Zuwachs der Weltwirtschaft um 2,5 Prozent in 2013.

Die Prognosen der Finanzprofis

George Soros, Investor

„Ich glaube, die größte Gefahr ist tatsächlich, möglicherweise, ein Währungskrieg.“ (25.01.2013)

Marc Faber, Investor

„Zum ersten Mal seit vier Jahren, seit dem Tief im März 2009, liebe ich den Markt wieder. Denn je höher es geht, desto wahrscheinlicher ist, dass es zu einem schönen Crash kommt, einem gewaltigen Crash.“ (31.1.2013)

Bill Gross, Fondsmanager

„Die EZB ist in diesem Tagen die härteste der Zentralbanken. Aber angesichts einer europäischen Arbeitslosigkeit von 12 bis 13 Prozent - verglichen mit 7,7 Prozent in den USA  - müssen sie etwas tun. Letztendlich müssten sie ihre Währung in Relation zum Dollar und anderen Währungen schwächen, damit sie wettbewerbsfähiger werden.” (08.03.2013)

Felix Zulauf, Vermögensverwalter

„Ich sehe nichts von einer Normalisierung. Die strukturellen Probleme sind nach wie vor da, sie sind nur kaschiert worden und hat sie für eine gewisse Zeit in einem Meer von neugeschöpfter Liquidität ertränkt.“ (21.02.2013)

Jim Rogers, Rohstoffguru und Fondsmanager

„Amerika ist die größte Schuldnernation in der Geschichte der Welt.“ (24.02.2012)

Steen Jakobsen, Chefvolkswirt bei der Saxo Bank

„Ich persönlich hatte sehr negative Erwartungen insbesondere bezüglich der Realwirtschaft und den Aktienmärkten. Bei der Wirtschaft lag ich richtig, bei den Aktienmärkten nicht. Aber sollten Aktienmärkte nicht eigentlich der Realwirtschaft folgen?“ (28.2.2013)

Warren Buffett, Investor

Sicherlich, die nähere Zukunft ist unklar. Amerika blickt dem Unbekannten aber seit 1776 ins Auge. (01.03.2012)

Nouriel Roubini, Ökonom

„Die Risiken werden vom Markt derzeit zu niedrig eingeschätzt. Sie werden im ersten Halbjahr wohl eingedämmt bleiben, aber sie könnten wieder an die Oberfläche kommen.” (04.03.2013)

Stan Druckenmiller, Hedge-Fonds-Manager

„Die Party kann noch für eine Weile so weitergehen. Ich weiß nicht, wann sie enden wird, aber ich schätze, dass sie sehr schlimm enden wird.“ (5.3.2013)

Jim O’Neill, Chairman Goldman Sachs Asset Management

„Ich erwarte keine anhaltende Aufwärtsbewegung von dem derzeitigen Niveau, ohne dass es weitere Hinweise darauf gibt, dass die Wirtschaft in einem irrwitzig starken Tempo wächst.“ (18.03.2013)

Barry Knapp, Barclays

„Der große Treiber ist die Fed. Eine Wachstumskorrektur am Ende des ersten oder zu Beginn des zweiten Quartals ist wahrscheinlich. Unser Problem sind die Auswirkungen der fiskalischen Kontraktion, stagnierendes Wachstum und Investoren, die zu enthusiatisch sind in Bezug auf den Häusermarkt.“

Dan Veru, Investment-Chef Palisade Capital Management

„Ich denke es gibt viele Investoren die darauf warten, in den Markt einzusteigen.“

Mohamed El-Erian, Co-CIO bei Pimco

„Europa hat zwei Stangen Dynamit angezündet. Die erste betrifft die Inhaber kleiner Konten. Müssen auch sie Zwangsabgaben leisten, drohen soziale und politische Unruhen und ein Austritt aus der Eurozone. Die Folgen der anderen Dynamitstange sind weit komplizierter und ungewisser. Es ist eine Frage der Unverletzlichkeit von Bankguthaben in Europa. Und eine Erinnerung, dass Europa zu viele Ziele verfolgt und zu wenig Instrumente hat.“ (18.03.2013 zur Zwangsabgabe für zyprische Sparer)

“Die Zentralbanken haben damit Erfolg, die Preise von Vermögenswerten anzuheben, sie werden unserer Ansicht nach jedoch schrittweise immer weniger erfolgreich damit sein, der Realwirtschaft zu helfen”, sagte Parikh im Telefoninterview mit Bloomberg vor der Veröffentlichung des Berichts. “Die schwache Wachstumsrate bei den Unternehmensgewinnen und die schwache Rate bei Investments bringen ein Wachstum der Weltwirtschaft nahe einer kritischen Geschwindigkeit.”

Das US-Wirtschaftswachstum wird 2013 auf 1,25 Prozent bis 1,75 Prozent sinken - verglichen mit 2,2 Prozent in den vier Quartalen bis Ende September, heißt es in dem Dezember-Bericht weiter. Im Schnitt rechnen 79 von Bloomberg befragte Ökonomen mit zwei Prozent Zuwachs in 2013. Zu Pimco gehört der 285 Mrd. Dollar schwere Total Return Fund, der von Bill Gross verwaltet wird und der größte in der Branche ist.

Kommentare (22)

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13.12.2012, 10:19 Uhr

Könnte mal einer erklären, was an schwachem Wachstum oder Rückgang der Wirtschaft so schlimm ist?

Müssen wir noch mehr fressen, mehr reisen, mehr dummes Zeug hören, und mehr Plastikmüll aus China entsorgen?

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13.12.2012, 10:28 Uhr

Im Gegensatz zu Lieschen-Müller-RedakteurInnen schaut Gross eben nicht auf Stimmungsindikatoren und amtliche Propaganda / Statistikfälschungen, sondern auf harte Wirtschaftsindikatoren. Und die biegen nach unten ab.
Er behält damit aber in diesen manipulierten Zeiten auch nicht immer recht. In Anlehnung an einen Voltairespruch gilt bekanntlich: es ist gefährlich Recht zu haben, wenn die Märkte (dauerhaft) Unrecht haben.

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13.12.2012, 11:21 Uhr

1. Die Meldung zeigt die Krankheit des Systems wie im Brennglas:

Wenn das Wachstum nicht selber wächst, dann ist das ein Abschwung.

2. Vielleicht hat PIMCO nur verpasst, selber Aktien zu kaufen und will das jetzt nachholen.

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