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25.02.2016

11:27 Uhr

Preise in der Euro-Zone

Inflationsbarometer fällt auf Rekordtief

Das Statistikamt Eurostat stellte fest, dass die Preise in der Euro-Zone im Januar noch weniger gestiegen sind als angenommen. Investoren erwarten nun weiter sinkende Preise – und hoffen auf noch mehr EZB-Milliarden.

Die Preise stiegen im Januar nur um 0,3 Prozent. In einer ersten Schätzung war noch von plus 0,4 Prozent die Rede. dpa

Euro

Die Preise stiegen im Januar nur um 0,3 Prozent. In einer ersten Schätzung war noch von plus 0,4 Prozent die Rede.

BrüsselTrotz expansiven Geldpolitik der EZB bleibt die Inflation in der Euro-Zone niedrig. Die Preise stiegen im Januar nur um 0,3 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat am Donnerstag nach endgültigen Berechnungen mitteilte. In einer ersten Schätzung war noch von plus 0,4 Prozent die Rede. Die Jahresteuerung liegt damit weiter deutlich unter der Zielmarke der Europäischen Zentralbank (EZB), die im März zu ihrer mit Spannung erwarteten nächsten Sitzung zusammenkommt. Sie strebt einen Wert von knapp zwei Prozent an, der als optimal für die Konjunkturentwicklung gilt.

Der Werkzeugkasten der EZB

Leitzins

Das wichtigste Instrument ist der Leitzins, also der Zins, zu dem sich Geschäftsbanken bei der Notenbank Geld ausleihen können, um es dann zum Beispiel als Kredit an Unternehmen und Verbraucher weiterzugeben. Im August 2016 liegt der EZB-Zins bei historisch niedrigen 0,0 Prozent. Niedrige Zinsen können die Konjunktur ankurbeln.

Einlagezins

In normalen Zeiten bekommen Geschäftsbanken von der EZB Zinsen für überschüssiges Geld, das sie bei der Zentralbank parken. Im Juni 2014 senkten die Währungshüter den Zins unter die Nullgrenze. Aktuell müssen die Kreditinstitute einen Strafzins von 0,4 Prozent zahlen. Das Ziel ist eine Schwächung des Euro und ein Abbau der Einlagen der Banken bei der EZB.

Geldspritzen

Ende 2011/Anfang 2012 unterstützte die EZB Banken mit Notkrediten (LTRO) im Volumen von einer Billion Euro. Die Kredite wurden zu Mini-Zinsen und für drei Jahre gewährt. 2014 folgten weitere Notkredite, allerdings diesmal in deutlich geringerem Umfang.

Kauf von Kreditpaketen

Seit Herbst 2014 kauft die EZB Pfandbriefe (Covered Bonds) und gebündelte Kreditverbriefungen (ABS). Das soll Geschäftsbanken Freiräume zur Vergabe von Krediten verschaffen.

Staatsanleihen Käufe

Im Mai 2010 begann die EZB erstmals mit dem Kauf von Staatsanleihen. Das „Securities Markets Programme“ (SMP) sollte den Anstieg der Renditen von Anleihen angeschlagener Euro-Länder bremsen. Bis Anfang 2012 kaufte die EZB Staatspapiere für rund 220 Milliarden Euro, zumeist italienische Anleihen. Im September 2012 ersetzte das Programm „Outright Monetary Transactions“ (OMT) diese Maßnahme: Die EZB erklärt sich dabei bereit, notfalls unbegrenzt Anleihen von Krisenstaaten zu erwerben. Gekauft wurde in diesem Rahmen bisher keine Anleihe.

Quantitative Lockerung

Für die sogenannte Quantitative Lockerung druckt sich die Zentralbank quasi selbst Geld und kauft damit in großem Stil Anleihen - Staatsanleihen und andere Papiere wie Unternehmensanleihen. Das tut die EZB seit März 2015. Bis mindestens Ende März 2017 wollen die Währungshüter auf diese Weise 1,74 Billionen Euro in den Markt pumpen. Das soll die Konjunktur ankurbeln und die anhaltend niedrige Inflation wieder in Richtung der EZB-Zielmarke von knapp unter 2,0 Prozent befördern.

Insbesondere der Ölpreis-Verfall hält die Inflation am Boden. So verbilligte sich Energie gegenüber dem Vorjahr um 5,4 Prozent. Die Kosten für Dienstleistungen zogen hingegen um 1,2 Prozent an. Daten für Februar werden noch Ende des Monats erwartet.

Die EZB hat ihr umstrittenes Anleihen-Kaufprogramm im Dezember auf 1,5 Billionen Euro ausgeweitet, um damit die Konjunktur anzuschieben und zugleich die Inflation anzuheizen. Viele Experten rechnen damit, dass sie im März mit neuen geldpolitischen Maßnahmen nachlegen wird.

EZB : Mini-Inflation setzt Draghi unter Druck

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Die Inflation im Euroraum ist im Januar um 0,4 Prozent gestiegen. Sie verharrt damit an der Nullgrenze. Eine weitere geldpolitische Lockerung im März ist wahrscheinlich.

Weil die Inflation niedrig bleibt, gehen die Spekulationen auf eine weitere Lockerung der EZB-Geldpolitik in eine neue Runde: Das für die europäischen Notenbanker wichtige Inflationsbarometer, der sogenannte Five-Year-Five-Year-Forward, fiel am Donnerstag auf ein Rekordtief von 1,3983 Prozent.

Dies bedeutet, Investoren gehen davon aus, dass - beginnend in fünf Jahren - die Inflation über einen Zeitraum von fünf Jahren bei etwa 1,3983 Prozent und damit unter der EZB-Zielmarke von knapp zwei Prozent liegen wird. Die Europäische Zentralbank (EZB) kauft derzeit Wertpapiere im Volumen von monatlich 60 Milliarden Euro auf, um die drohende Deflation, eine Spirale fallender Preise und rückläufiger Investitionen, abzuwenden. Börsianer gehen davon aus, dass die EZB ihre Ankäufe im März erneut ausweitet und den Einlagenzins von derzeit minus 0,3 Prozent um zehn bis 20 Prozentpunkte senkt.

Von

rtr

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