Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

30.01.2017

14:35 Uhr

Preise in Deutschland

Inflation schrammt knapp an Zwei-Prozent-Marke vorbei

Verbraucher in Deutschland müssen wieder tiefer in die Tasche greifen. Die Inflation im Januar kletterte auf fast zwei Prozent. Ökonomen hatten mit einem höheren Anstieg gerechnet.

Bei manchem Gemüse müssen Verbraucher einen besonders hohen Preisanstieg hinnehmen. dpa

Luxusgut Gurke?

Bei manchem Gemüse müssen Verbraucher einen besonders hohen Preisanstieg hinnehmen.

DüsseldorfDie Inflation in Deutschland steigt im Januar um 1,9 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden in einer ersten Schätzung am Montag mit. Damit ist die Teuerungsrate so hoch wie seit Juli 2013 nicht mehr. Ökonomen hatten einen höheren Anstieg erwartet: „Wir hatten eine Inflationsrate mit einer Zwei vor dem Komma erwartet“, sagt Jörg Zeugner, Chefvolkswirt der KfW-Bankengruppe. „Das zeigt, wie träge Preise reagieren und dass noch ein Stück Weg vor uns liegt, bis die Preissteigerungsraten in der Breite ihre Normalniveaus wieder dauerhaft erreichen.“ Es sei deshalb wahrscheinlich, dass die Europäische Zentralbank (EZB) an ihrer lockeren Geldpolitik festhalten werde. Chefökonom der VP-Bank, Thomas Gitzel, rechnet dagegen damit, dass Draghi zum Jahresende einen „sanften Ausstieg“ aus der expansiven Geldpolitik in Aussicht stellt: Im Unterschied zur restlichen Eurozone sei die Teuerung unter Herausrechnung der Energiepreise in Deutschland auf einem höheren Niveau. „Die unterschiedliche wirtschaftliche Entwicklung spiegelt sich also auch in der Teuerungsrate wider. Der Spagat für die EZB wird größer“, so Gitzel.

Für den Anstieg der Preise in Deutschland sorgen vor allem die wieder anziehenden Energiepreise (+ 5,8 Prozent), die wiederum auf den steigenden Ölpreis zurückzuführen sind. Derzeit kostet der Rohstoff je nach Sorte zwischen 53 und 55 Dollar das Barrel. Zum Vergleich: Anfang 2016 kostete das Öl etwas mehr als die Hälfte.

Auch an der Lebensmitteltheke müssen Verbraucher tiefer in die Tasche greifen: Die Preise für Essbares stiegen im Januar knapp um 3,2 Prozent als vor Jahresfrist. Was sich im Einzelnen besonders verteuerte, veröffentlicht das statistische Bundesjahr erst bei seiner endgültigen Schätzung der Inflationszahlen im Februar. Die Zahlen für Dezember legen allerdings nahe, dass es vor allem im Gemüseladen teurer wird. So stieg der Preis für Gurken im Dezember 2016 um 105 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Kohl verteuerte sich um 26 Prozent während die Preise für Kürbisse, Auberginen und Mais um 22,1 Prozent nach oben kletterten.

Kommentare (14)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

30.01.2017, 14:15 Uhr

So bringt man den Sparer (auch für die Altersvorsorge in Form von Rentenversicherungen und Kapitallebensversicherungen) die Inflation bei.

2 Prozent Inflation und 0,0 Prozent Zinsen. In 10 Jahren sind dann aus 1 Mio. roundabout 820' geworden.

Ich bin mir aber sicher, dass es noch schneller gehen wird.

Profiteure sind seit 2008 Finanzminister Schäuble und seine (zukünftigen ) Pensionäre.

G. Nampf

30.01.2017, 14:25 Uhr

@ J. Schwarz30.01.2017, 14:15 Uhr

Sie haben noch die Bankgebühren für die Kontoführung vergessen.

Warum muß man als Gläubiger der Bank eigentlich Gebühren dafür zahlen, daß man der Bank ein zinsloses Darlehen ( = Bareinlage) gibt?

Herr Max Marx

30.01.2017, 14:47 Uhr

Über eine hohe Inflation entschuldet sich ein Staat. Schäuble sabbert schon.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×