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30.03.2017

14:00 Uhr

Preissteigerung

Deutsche Inflationsrate fällt deutlich auf 1,6 Prozent

Der Inflationsdruck in Deutschland hat im März erstmals seit knapp einem Jahr nachgelassen. Die Teuerungsrate lag bei 1,6 Prozent. Das freut die Europäische Zentralbank – und lässt sie an ihrer Zinspolitik festhalten.

Die Preisentwicklung ist eine der wichtigsten Kenngrößen für die Geld- und Wirtschaftspolitik. dpa

Geld in der Kasse

Die Preisentwicklung ist eine der wichtigsten Kenngrößen für die Geld- und Wirtschaftspolitik.

Wiesbaden/DüsseldorfDie Inflationsrate in Deutschland ist im März erstmals seit knapp einem Jahr gesunken. Die Verbraucherpreise stiegen nur noch um 1,6 Prozent zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Dafür sorgten langsamer steigende Preise für Energie und Lebensmittel. Im Februar hatte die Teuerungsrate mit 2,2 Prozent noch den höchsten Wert seit Mitte 2012 erreicht. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten für den März mit einem Rückgang auf 1,9 Prozent gerechnet.

Mit den neuen Zahlen sinkt der Druck auf die Europäische Zentralbank (EZB), ihre Geldpolitik zu straffen. Die EZB spricht nur bei Werten von knapp unter zwei Prozent von stabilen Preisen. Sie hat den Leitzins auf null Prozent gesenkt, um die Gefahr einer Deflation – eines Preisverfalls auf breiter Front – zu verhindern. Außerdem pumpt sie jeden Monat über Staatsanleihenkäufe Milliarden in die Wirtschaft.

Inflationsrate in Deutschland
von April 2016 bis April 2017
in Prozent

Grund für die gesunkene Inflationsrate ist der in den vergangenen Wochen gefallene Ölpreis. Dadurch kostete Heizöl etwa in Hessen 5,4 Prozent weniger als im Vormonat, während Kraftstoffe wie Benzin um 2,6 Prozent günstiger zu haben waren. Die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) hatte sich Ende 2016 angesichts niedriger Preise mit anderen Förderländern auf eine Drosselung der Produktion verständigt, was den Preis nach oben trieb. Dadurch ist die kostspieligere Förderung von US-Schieferöl durch Fracking-Technik wieder attraktiver geworden, weshalb die dortigen Lagertanks gut gefüllt sind. Das drückt den Ölpreis wieder.

Zentralbanken und Negativzinsen

Japan

Satz der Hauptrefinanzierungsgeschäfte (Leitzins): 0,0 Prozent

Einlagenzinssatz für Banken: -0,1 Prozent

Schweiz

Satz der Hauptrefinanzierungsgeschäfte (Leitzins): -0,75 Prozent (15.01.2016)

Einlagenzinssatz für Banken: gestaffelt -0,75 Prozent

Dänemark

Satz der Hauptrefinanzierungsgeschäfte (Leitzins): 0,05 Prozent

Einlagenzinssatz für Banken: -0,65 Prozent

Schweden

Satz der Hauptrefinanzierungsgeschäfte (Leitzins): -0,5 Prozent

Einlagenzinssatz für Banken: -0,5 Prozent

Euro-Zone

Satz der Hauptrefinanzierungsgeschäfte (Leitzins): 0,0 Prozent

Einlagenzinssatz für Banken: -0,4 Prozent

Im Februar hatte die Nachricht von 2,2 Prozent Inflation in Deutschland die Beobachter bewegt. Die Zahl lag über den von EZB-Präsident Mario Draghi herbeigesehnten zwei Prozent. Steigende Energie- und Lebensmittelpreise hatten die Inflation in Deutschland erstmals seit viereinhalb Jahren über die wichtige Marke getrieben. Eine solch hohe Inflationsrate wurde zuletzt im August 2012 gemessen.

Vor allem Energie hatte sich im Februar mit 7,2 Prozent besonders stark verteuert. Dieser Preistreiber fiel nun geringer aus. Die EU-Kommission sagt Deutschland für 2017 eine durchschnittliche Inflationsrate von 1,9 Prozent voraus, was fast viermal so viel wäre wie 2016.

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