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31.03.2017

12:57 Uhr

Preissteigerung

Inflation in Euro-Zone fällt auf 1,5 Prozent

Der Inflationsdruck in der Euro-Zone hat im März nachgelassen. Die Teuerungsrate lag wie von Beobachtern erwartet niedriger bei 1,5 Prozent. Vor allem die Energiepreise sind nicht mehr so stark angestiegen wie zuletzt.

Die Preisentwicklung ist eine der wichtigsten Kenngrößen für die Geld- und Wirtschaftspolitik. dpa

Geld in der Kasse

Die Preisentwicklung ist eine der wichtigsten Kenngrößen für die Geld- und Wirtschaftspolitik.

Luxemburg/DüsseldorfDie Preise in der Euro-Zone ziehen nicht mehr so stark an wie zu Jahresbeginn und dämpfen Spekulationen auf eine baldige Abkehr von der ultralockeren Geldpolitik. Die Inflationsrate sank im März auf 1,5 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat am Freitag mitteilte. Im Februar waren die Preise mit 2,0 Prozent so kräftig angezogen wie seit über vier Jahren nicht mehr. Die Europäische Zentralbank (EZB) peilt einen Wert von knapp unter zwei Prozent an, den sie als ideal für die Konjunktur ansieht. „Die Inflation hat ihren Zenit bereits überschritten, so dass die Diskussion über eine Anpassung der ultralockeren EZB-Geldpolitik weiter gedämpft werden sollte“, sagte Ulrich Wortberg von der Landesbank Helaba.

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EZB-Präsident Mario Draghi hat die lockere Geldpolitik der Notenbank stets mit dem Verfehlen des Inflationsziels begründet. Nun liegt die Inflation über der Zielmarke. Ein schneller Kurswechsel ist aber nicht absehbar.

Die Finanzmärkte hatten wegen des stärkeren Inflationsdrucks in den beiden ersten Monaten des Jahres auf eine näher rückende Zinserhöhung spekuliert. Die EZB hat den Leitzins auf null Prozent gesenkt, um die Gefahr einer Deflation - eines Preisverfalls auf breiter Front - zu verhindern. Zudem müssen Finanzinstitute eine Strafgebühr berappen, wenn sie Geld bei der Notenbank parken. Banken bemängeln angesichts der Niedrigzinspolitik, im Kreditgeschäft kaum noch auskömmliche Gewinne erzielen zu können. Auch die deutschen Wirtschaftsweisen haben die EZB zu einer raschen Abkehr von ihrer Politik des ultrabilligen Geldes aufgerufen.

Um die unerwünscht niedrige Inflation anzuheizen, pumpen die Währungshüter mit Staatsanleihenkäufen Milliarden in die Wirtschaft. Das monatliche Kaufvolumen sinkt jedoch ab April auf 60 von bislang 80 Milliarden Euro. Die von der EZB angepeilte Inflationsmarke von knapp zwei Prozent ist trotz der großen Geldflut im März wieder klar verfehlt worden: „Der Teuerungsauftrieb durch den Ölpreis läuft aus, was die Inflationsraten deutlich nach unten drückt“, erläutert Ökonom Thomas Gitzel von der VP Bank in Liechtenstein. Die Energiepreise stiegen im März nicht mehr so stark. Die Kosten lagen nur noch um 7,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, nachdem es im Februar noch 9,2 Prozent waren.

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EZB-Direktor Benoit Coeure bekräftigte unterdessen den aktuellen geldpolitischen Ausblick der Notenbank und die darin enthaltene Abfolge von Schritten. Die EZB hatte auf ihrer jüngsten Zinssitzung im März bekräftigt, dass die Schlüsselzinsen weit über die Zeit des laufenden Anleihenkaufprogramms hinaus auf dem aktuell tiefen Niveau oder sogar noch niedriger liegen werden. Doch manche Top-Notenbanker stellen diesen Ausblick inzwischen infrage.

Von

rtr

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