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17.07.2017

11:30 Uhr

Preissteigerung

Inflationsrate sinkt vor Zinsentscheid auf Jahrestief

Nur noch 1,3 Prozent: Die Inflationsrate in der Euro-Zone ist im Juni auf ihr Jahrestief gefallen. Was Verbraucher freut, sieht EZB-Chef Mario Draghi gar nicht gern. Was heißt das für die EZB-Ratssitzung am Donnerstag?

Börse Stuttgart

„Es ist Zeit, dass die EZB ihren Fahrplan für die Geldpolitik vorlegt“

Börse Stuttgart: „Es ist Zeit, dass die EZB ihren Fahrplan für die Geldpolitik vorlegt“

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Brüssel/BerlinDie Inflation in der Euro-Zone ist im Juni auf ein Jahrestief gefallen und entfernt sich damit weiter von der Zielmarke der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Verbraucherpreise stiegen nur noch um 1,3 Prozent zum Vorjahresmonat, wie das Statistikamt Eurostat am Montag mitteilte und damit seine frühere Schätzung bestätigte. Im Mai lag die Teuerungsrate noch bei 1,4 Prozent. Die EZB strebt einen Wert von knapp unter zwei Prozent an.

Hauptgrund für den Rückgang: Energie verteuerte sich nicht mehr so stark wie in den Vormonaten. Die anziehende Konjunktur in vielen Euro-Ländern führt zudem bislang noch nicht zu einem stärkeren Preisdruck.

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An den Leitzinsen, die bereits seit März 2016 auf dem Rekordtief von null Prozent liegen, dürfte die EZB angesichts der niedrigen Inflation vorerst nicht rütteln. Sie könnte aber am Donnerstag bei ihrem Treffen in Frankfurt den zuletzt stets bekräftigten Hinweis kippen, die billionenschweren Anleihenkäufe nötigenfalls noch einmal auszuweiten.

Der EZB-Rat um Notenbankchef Mario Draghi würde damit den Finanzmärkten ein weiteres Signal senden, sich langsam auf eine Eindämmung der Geldflut vorzubereiten. Mit ihren Maßnahmen versuchen die Währungshüter, die Teuerungsrate näher in Richtung zwei Prozent zu schieben.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Herr Heinz Keizer

17.07.2017, 12:03 Uhr

Eine Inflationsrate von 1,3 % (wenn sie stimmen würde) und ein leichter Konjunkturaufschwung wäre eigentlich eine gute Konstellation. Wenn nicht die hohe Verschuldung der Südländer und den Banken dort mit ihren faulen Krediten. Draghi wird also nur ganz vorsichtig die Staatsfinanzierung runterfahren und die Bedeutung des Geldmarktzinses wird sowieso überschätzt. Auch die Gefahr einer Deflation war nur vorgeschoben. Es hat sie nie gegeben.

Herr Hans Klahrin

17.07.2017, 14:53 Uhr

Das gefährliche ist doch, dass da ganze Geldsystem nur auf Vertrauen beruht. Ohne das ist kein Geld der Welt etwas wert. Sobald ich nicht mehr vertrauen kann, dass ich mir mit meinen Euronen was zu essen kaufen kann, werde ich aus dem System ausscheren.
Daher geht es bei der Zinspolitik und den Entscheidungen zumeist um Ängste und potentielle Gefahren. Die Frage ist nur, ob man sich immer davon leiten lassen sollte und nicht durch den Willen eine potentielle (möglicherweise nicht real werdende) Gefahr zu vermeiden, gerade diese oder eine andere Realität werden lässt. Insofern muss die EZB aus meiner Sicht klare Signale an die Länder senden, dass Reformen angepackt werden müssen und nicht unendlich Zeit gekauft wird.

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