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01.06.2017

20:16 Uhr

Private Equity

Ein neuer Mammutfonds für Firmenkäufe startet

VonPeter Köhler

Europäischer Rekord für die Beteiligungsbranche: CVC Capital Partners geht mit einem Fonds, der über 16 Milliarden Euro schwer ist, auf Firmenjagd. Der Markt ist in Champagnerlaune, hat aber auch ein Mega-Problem.

Breitling-Uhr auf der Messe Baselworld: CVC kaufte die Luxusmarke in diesem Jahr AP

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Breitling-Uhr auf der Messe Baselworld: CVC kaufte die Luxusmarke in diesem Jahr

Frankfurt.Die Renditenot der Pensionskassen, Versicherungen und Versorgungswerke muss riesengroß sein. Anders ist nicht zu erklären, dass immer gewaltigere Summen in die Beteiligungsbranche gesteckt werden. Jüngstes Beispiel ist der Finanzinvestor CVC Capital Partners, der bei institutionellen Anlegern – zusammen mit Investments des Managements – gut 16 Milliarden Euro eingesammelt hat. Das ist europäischer Rekord. Und wenn es nicht eine selbst gesteckte Obergrenze gegeben hätte, wären sogar 30 Milliarden Euro möglich gewesen.

CVC ist heute bei 50 Unternehmen weltweit engagiert. Die bekanntesten Übernahmen waren der Formel-1-Rennsport, die Samsonite-Koffer und zuletzt die Luxusuhrenmarke Breitling, die unter der Regie des früheren Goldman-Sachs-Deutschlandchefs Alexander Dibelius gekauft wurde. Mit dem aktuellen Fonds kann CVC nach Branchenschätzungen jetzt Transaktionen über insgesamt rund 40 Milliarden Euro stemmen, rechnet man neben dem Eigenkapital noch Übernahmekredite und parallel investierende Kunden dazu.

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Versicherer, Pensionsfonds und reiche Privatanleger haben der Beteiligungsbranche Milliarden anvertraut, die sie möglichst lukrativ investieren soll. Dabei rückt der deutsche Markt in den Blickpunkt.

Die besten Private-Equity-Fonds erzielen Renditen im zweistelligen Bereich zwischen 15 und 20 Prozent, was in Zeiten der Nullzinspolitik seitens der Notenbanken natürlich ein warmer Regen für die Investoren ist. CVC Capital Partners ist seit 1981 im Markt und hat seitdem Kapitalzusagen von 107 Milliarden Dollar erhalten. Auch andere Finanzinvestoren schwimmen gegenwärtig im Geld, allerdings plagt die Branche auch ein Mega-Problem. Es es gibt zu wenige Übernahmekandidaten im Markt. Beim Arzneimittelhersteller Stada lieferten sich jüngst gleich mehrere Fonds ein beinhartes Bietergefecht.

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Die Beteiligungsmanager haben enorm viel Kapital. Doch attraktive Übernahmeobjekte werden rarer, und die Einstiegspreise steigen. Viel Bewegung erwarten die Investoren in der Automobilbranche.

Mit den neuen Mammut-Fonds rücken auch vermehrt deutsche Mittelständler und Konzernteile, aber auch börsennotierte Unternehmen, ins Visier der Firmenjäger. „Deutschland wird von den Finanzinvestoren als sehr attraktiver Markt gesehen“, sagt Oliver Felsenstein, Rechtsanwalt bei der Kanzlei Latham & Watkins. Branchenbeobachter schätzen, dass Beteiligungsmanager derzeit an rund fünf milliardenschweren Übernahmen im deutschsprachigen Raum arbeiten.

Allerdings treiben die Private-Equity-Häuser auch die Bewertungen nach oben. Ob sich in einem konjunkturellen Abschwung noch alle Deals rechnen, bleibt abzuwarten. „Für gute Unternehmen werden extrem hohe Preise bezahlt, da sind wir auf einem Zehnjahreshoch“, meint Jens Baumann, Beteiligungsexperte bei der US-Bank Citi. Deshalb suchen die Finanzinvestoren auch nach neuen Wegen, um sich lukrative Deals zu sichern.

Neben Minderheitsbeteiligungen gehört dazu auch der Schulterschluss mit Industriekonzernen oder Dienstleistern, um sich in den Auktionen durchzusetzen. Die Beteiligungsmanager selbst können sich auch wegen eines anderen Grunds die Hände reiben: Diskussionen über eine Senkung der Managementgebühren gehören offenbar der Vergangenheit an.

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