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15.01.2011

10:00 Uhr

Profi-Anlageemfpehlung

Was Anleihen in Zeiten EU-Schuldenkrise noch wert sind

VonOliver Postler

Die deutsche Wirtschaft hat im Jahr 2010 das Comeback des Jahres hingelegt. Doch die Schuldenkrise in Europa schafft Unsicherheiten und Risiken. Welche Anleihen für 2011 Erfolg versprechen, erklärt Oliver Postler von der Hypo-Vereinsbank.

Deutsche Ein-Euro Münze: Rendite von deutschen Anleihen könnte 2011 steigen. dpa

Deutsche Ein-Euro Münze: Rendite von deutschen Anleihen könnte 2011 steigen.

DÜSSELDORF. Die deutsche Wirtschaft hat im Jahr 2010 das Comeback des Jahres hingelegt. Auch wenn sich das Wachstumstempo nicht in vollem Umfang halten lässt, wird die Erfolgsgeschichte im Jahr 2011 weitergehen: Wir rechnen mit einem Plus von 2,5 Prozent.

Der Konjunkturausblick spricht somit für ein positives Jahr an den Finanzmärkten. Doch die Schuldenkrise in der Europäischen Währungsunion und die damit verbundenen Spannungen schaffen zugleich ein Umfeld höherer Unsicherheiten und Risiken. Vor allem die Entwicklung der Schuldenkrise in Europa ist von zentraler Bedeutung. Portugal könnte sich alsbald unter den Schutz des Euro-Rettungsschirms stellen. Der Euro wird sich daher in den ersten Monaten des Jahres eher von seiner schwachen Seite zeigen.

Die Lösung der Staatsverschuldungskrise hängt letztlich von politischen Entscheidungen ab. Hier stehen verschiedene Alternativen zur Debatte, von denen die meisten unserer Einschätzung nach zu einer Verschlechterung der Kreditqualität Deutschlands führen werden.

Die Renditen von deutschen Staatsanleihen dürften daher im Verlauf des Jahres nach oben gehen. Die EZB wird den Leitzins jedoch nicht vor Jahresende anheben. Die Volatilität in den Peripherieländern wird aufgrund ihrer finanziellen Instabilitäten hoch bleiben. Das spricht in der Portfoliostrategie für eine Untergewichtung von Staatsanleihen. Wer diese dennoch kaufen möchte, sollte sich für beste Qualität, also deutsche Staatsanleihen entscheiden. Europäische Peripherie-Anleihen würden wir weiter meiden, trotz vermeintlich attraktiver Renditen.

Positiv beurteilen wir dagegen die Entwicklung der Schwellenländer sowie die erwartete Aufwertung der Schwellenländerwährungen. Die Emerging Markets werden ihr starkes Wachstum fortsetzen, während die entwickelten Länder weiterhin mit strukturellen Problemen konfrontiert sein werden.

Derzeit erscheint uns auf der Anleihenseite ein Mix aus deutschen Staatsanleihen, Pfandbriefen sowie Unternehmensanleihen mit gutem Rating (Investmentgrade), Anleihen aus Emerging Markets in lokaler Währung und je nach Risikobereitschaft Hochzinsanleihen für 2011 attraktiv zu sein. Darüber hinaus können wir uns Beimischungen in Währungen vorstellen von niedrig verschuldeten Ländern mit hohen Rohstoffreserven. Interessant sind dabei zum Beispiel der Australische und der Kanadische Dollar sowie die Norwegische und Schwedische Krone. Die Restlaufzeiten sollten im Schnitt unter fünf Jahren bleiben, um das Zinsänderungsrisiko überschaubar zu halten.

Anstelle des Kaufs einzelner Titel lässt sich ein Investment mit folgenden Fonds breit diversifiziert umsetzen: Schwellenländeranleihen in lokaler Währung beispielsweise über den Goldman Sachs GS Glbl Emerg Mkts Debt Local Unternehmensanleihen mit Investment Grade über Schroders ISF Euro Corporate Bond und HighYield-Anleihen über Pioneer Fds Glbl High Yield.

Der Autor Oliver Postler ist Chief Investment Officer der Hypo-Vereinsbank Private Banking.

Die Anlagenempfehlung spiegelt die Einschätzung des Autors wider. Sie ist keine Empfehlung der Redaktion.

Kommentare (4)

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Euro Crash

15.01.2011, 13:45 Uhr

• Swiss Franc gegen andere Währungen 2010. Der Euro ist das Schlusslicht. Der DAX ist %15 gestiegen der SMi hat sich nicht vom Fleck gerührt. So ein Zufall...Der Wind vom Aufschwung kommt eher von der brise die mal im Gesicht spürt wenn der Euro im freien Fall sich in Richtung Terminalvelocity bewegt...
1) Mongolei, Tigrit (+3,7%)
2) Japan, Yen (+3,6%)
3) Australien, Dollar (+3%)
4) Malaysien, Ringgit (+1,1%)
5) Südafrika, Rand (+0,8%)
6) Thailand, baht (+0,3%)
Ferner:
Singapur, Dollar (-1,1%)
israel, Shekel (-2,8%)
Schweden, Krone (-3,6%)
Mexiko, Peso (-4,2%)
Kanada, Dollar (-4,7%)
brasilien, Real (-5,2%)
indien, Rupie (-6%)
China, Renminbi (-6,7%)
USA, Dollar (-9,7%)
Norwegen, Krone (-10,1%)
Russland, Rubel (-11,2%)
Grossbritannien, Pfund (-12,8%)
Türkei, Neue Lira (-12,3%)
Ägypten, Pfund (-14,7%)
Euro (-15,6%)

Krieg der Währungen

16.01.2011, 11:26 Uhr

Deutschland tut viel zu wenig, um die unvermeidliche Schuldenumstrukturierung der Pleitestaaten am Rande der EU voranzutreiben. Statt dessen sieht es weiterhin zu, wie Monsieur Tricheur die EUR-Notenpresse ungezügelt betätigt, um diese Schulden auf dem kalten Wege durch Aufblähung der EUR-Geldmenge abzuwerten. Unter diesen Umständen sind meines Erachtens EU-Staatsanleihen- auch von deutschen - nicht nur unterzugewichten, sondern genauso wie USD-Staatsanleihen ganz zu vermeiden.

hochfinanzsklaven

16.01.2011, 21:20 Uhr

Das ganze Dilemma, warum die Deutschen soviel Tages-,Festgeld, bankanleihen, bundeswertpapiere, Lebensversicherungen etc. halten ist der hartnäckige Glaube, dass die bank und der Staat "Dein Freund" sind. Das wurde den Deutschen ja auch jahrzehntelang vorgegaukelt. Leider ist es aber so, dass man, wenn man Leute vom Gegenteil überzeugen will, nur müde belächelt, oder gar als gefährlicher Anarchist oder bedauernswerter Spinner dargestellt wird

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