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08.01.2011

13:00 Uhr

Profi-Anlageempfehlung

Asien eröffnet attraktive Investmentchancen

VonMarkus Taubert

Der Konsum in Asien zieht an: Bis 2030 entsteht alleine in China und Indien eine neue Mittelschicht, die rund 44 Prozent der weltweiten Mittelschicht ausmachen wird. Das sind dann gut 400 Millionen kaufkräftige Konsumenten. Privatanleger können von diesem Trend langfristig profitieren.

Einkaufshalle in Peking: Volkswirtschaft auf solidem Wachstumspfad. dpa

Einkaufshalle in Peking: Volkswirtschaft auf solidem Wachstumspfad.

DÜSSELDORF. Die Volkswirtschaften der asiatischen Wachstumsmärkte haben die Finanzkrise schon längst hinter sich gelassen. Sie hat in Asien einen seit Jahren laufenden Strukturwandel beschleunigt, der diese Schwellenländer zunehmend gegen externe Schocks schützt. Der Kontinent ist heute dank eines schnell zunehmenden innerasiatischen Handels weit weniger vom Export nach Europa oder in die USA abhängig, als dies noch vor Jahren der Fall war. Treibende Kraft dafür war zuletzt vor allem der rasch wachsende Binnenkonsum in China. Aber auch Indien und die Asean-Staaten (Verband Südostasiatischer Nationen) konsumieren aufgrund des kontinuierlich steigenden Wohlstands immer mehr.

Die asiatischen Volkswirtschaften befinden sich nicht zuletzt deshalb auf einem soliden Wachstumspfad, weil Staaten, Unternehmen und Privathaushalte finanziell solide dastehen. Laut der Organisation für Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) sparen die Chinesen rund 30 Prozent ihres Einkommens - verglichen mit etwa elf Prozent in Deutschland und nur sechs Prozent in den USA. Das macht die Region sehr krisenfest.

Neben der hohen Sparquote sprechen noch weitere Faktoren für eine Fortsetzung des Konsumbooms: steigende Löhne, wachsende Kaufkraft durch festere Währungen sowie anhaltend hohe Investitionen in die Infrastruktur. Das starke Konsumumfeld wird von einer günstigen demografischen Entwicklung gefördert. Die Bevölkerung Asiens ist jung, fleißig, meist gut ausgebildet und ehrgeizig. Das gilt nicht nur für China (1,3 Milliarden Einwohner) und Indien (1,2 Milliarden), sondern trifft auch für den Großteil der Asean-Länder (0,6 Milliarden) zu. Insgesamt wird Asien bis 2050 vermutlich weitere 1,3Milliarden Bürger beheimaten.

Bis 2030, so schätzt die Weltbank, entsteht alleine in China und Indien eine neue Mittelschicht, die rund 44 Prozent der weltweiten Mittelschicht ausmachen wird. Das sind dann gut 400 Millionen kaufkräftige Konsumenten, die sich in puncto Lebensstandard am Vorbild westlicher Länder orientieren dürften.

Privatanleger könnten von diesem Trend langfristig profitieren. Insbesondere bei grundsoliden europäischen "Blue Chips", die in hohem Maße vom Konsumboom in Asien profitieren, sehen wir attraktive Investmentchancen. Zu nennen sind hier beispielsweise Danone, Nestlé oder Unilever, die schon heute deutlich über 30 Prozent ihres Umsatzes in Schwellenländern generieren. Außerdem profitieren Luxusgüterhersteller wie LVMH, Richemont oder Swatch vom Nachholbedarf in Asien. Aber auch in den Bereichen Automobile oder Haushaltsgüter besteht großes Wachstumspotenzial.

Anlegern stehen außerdem Anlagemöglichkeiten auf Fondsbasis zur Verfügung. So sind der Morgan Stanley Global Brands Fonds (weltweiter Anlagefokus) zu nennen, der Nordea Emerging Consumer Fonds (höherer Anteil an Asien-Investments) oder der Invesco Asia Consumer Demand Fonds beziehungsweise der UBS Fonds Asian Consumption (beide mit Fokus auf Asien). Anleger mit entsprechender Risikoneigung können damit ein mehr oder weniger gezieltes Asien-Investment tätigen, ohne das Risiko einer einzelnen Aktienanlage einzugehen.

Bei aller Euphorie darf aber nicht in Vergessenheit geraten, dass die asiatischen Schwellenländer bereits einen weiten Weg zurückgelegt haben und ein großer Teil der rosigen Aussichten auf Prognosen beruht. Vieles spricht dafür, dass die Prognosen auch eintreten - Gewissheit gibt es hingegen nicht. Diesem Risiko sollte sich der Anleger auch bewusst sein.

Die Anlageempfehlung spiegelt die Einschätzung des Autors wider. Sie ist keine Empfehlung der Redaktion.

Markus Taubert ist Chief Investment Officer Private Banking der Berenberg Bank.

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