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13.05.2012

11:34 Uhr

Profi-Anlageempfehlung

Der Länderansatz gewinnt an Bedeutung

VonBurkhard Allgeier

In Europa herrscht wirtschaftliche Divergenz. Um davon zu profitieren sollten Anleger beim Aktienkauf nicht nur auf die Branche, sondern auch auf den Standort des Unternehmens achten.

Deutschland bietet laut Burkhard Allgeier an der Börse Chancen. dpa

Deutschland bietet laut Burkhard Allgeier an der Börse Chancen.

DüsseldorfDie Wahlen in Frankreich und in Griechenland am Sonntag haben an den Finanzmärkten bereits im Vorfeld für Nervosität gesorgt. In Paris hatte der künftige sozialistische Präsident Francois Hollande die Änderung der wirtschaftspolitischen Ziele Frankreichs angekündigt. In Griechenland sehen Experten die Gefahr, dass das Land mit einem Splitterparteien-Parlament so gut wie unregierbar wird und die Euro-Zugehörigkeit auf dem Spiel steht.

Diese zwei Beispiele führen zu einer alten Streitfrage hin: Ist es ertragreicher, Aktienportfolios geografisch zu streuen? Oder spielt die Länderzugehörigkeit nur eine untergeordnete Rolle, so dass die Wahl der richtigen Branche entscheidend ist? Akademiker und Praktiker beschäftigen sich schon lange mit diesen Fragen. Mit der Einführung des Euros wurde fast einhellig der "Branchenansatz" favorisiert. In einem wirtschaftlich konvergierenden Wirtschaftsraum seien länderspezifische Unterschiede in den Aktienmarktentwicklungen immer weniger wichtig. Deshalb sei es entscheidend, in die "richtigen" Branchen zu investieren. So die damalige These.

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Inzwischen herrscht in Europa statt wirtschaftlicher Konvergenz jedoch Divergenz. Daher spielen bei der Kapitalanlage regionale Gesichtspunkte wieder eine gewichtige Rolle. Bei dieser Betrachtungsweise kommt Deutschland ausgesprochen gut weg.

Denn aus der deutschen Wirtschaft, dem ehemals "kranken Mann", ist eine Lokomotive Europas geworden. Von 1999 bis heute belief sich die kumulierte Geldentwertung in der Bundesrepublik auf 25 Prozent. In Südeuropa summierte sich die Inflation dagegen auf 40 bis 50 Prozent. In Deutschland stagnierten die Lohnstückkosten weitgehend, in der südeuropäischen Peripherie zogen sie kräftig an.

Deutschland modernisierte mit der Agenda 2010 den Arbeitsmarkt, Südeuropa beginnt erst jetzt damit. Kurz gesagt: Deutschland hat massiv an preislicher Wettbewerbsfähigkeit gewonnen; die technologische war ohnehin gegeben. Und das deutsche Geschäftsmodell mit einem innovativen, exportorientierten Mittelstand und einem vergleichsweise hohen industriellen Wertschöpfungsanteil wird international geschätzt.

Kommentare (1)

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13.05.2012, 17:15 Uhr

[+++ Beitrag von der Redaktion gelöscht +++]

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