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24.03.2012

11:52 Uhr

Profi-Anlageempfehlung

Edelmetalle versprechen Gewinne

VonUlrich Stephan

Durch den Konjunkturaufschwung gewinnen Edelmetalle für Anleger an Attraktivität, sagt Ulrich Stephan von der Deutschen Bank. Besonders industriell genutzte Materialien wie Platin und Palladium versprechen Gewinne.

Der Aufschwung in der Autoindustrie treibt den Preis für Platin kräftig in die Höhe. obs

Der Aufschwung in der Autoindustrie treibt den Preis für Platin kräftig in die Höhe.

Die weltweite Konjunktur bietet im Frühjahr 2012 ein zunehmend freundliches Bild. Wirtschaft und Arbeitsmarkt in den USA kommen immer besser in Fahrt, und China sollte sein offizielles Wachstumsziel von 7,5 Prozent in diesem Jahr um rund einen Prozentpunkt übertreffen. Das Sorgenkind Europa hat sich mit der Freigabe des zweiten Hilfspakets für Griechenland zumindest eine Atempause verschafft. Die Einkaufsmanager-Indizes bewegen sich auf breiter Basis nach oben.

Wie können Anleger von diesen günstigen Vorzeichen profitieren? Eine interessante Möglichkeit bieten Rohstoffe, und hier vor allem Edelmetalle.

Industriell genutzte Edelmetalle sind die Gewinner des Konjunkturaufschwungs, zeigt etwa das Beispiel der US-Automobilindustrie. Anfang 2012 wurden in den USA mehr Fahrzeuge abgesetzt als zu Spitzenzeiten der Abwrackprämie. Die Automobilhersteller gehören zu den größten Abnehmern von Edelmetallen wie Platin und Palladium. Sie verwenden sie bei der Katalysatorenproduktion. Der Preis für beide Metalle ist seit Jahresbeginn entsprechend kräftig gestiegen.

Ein anderes Beispiel: Rhodium wird für die Produktion moderner Bildschirme benötigt und profitiert vom weltweiten Run auf Smartphones und Tablet-Computer. Auf der Angebotsseite könnten höhere Förderkosten preissteigernd wirken, sollten Minenarbeiter wie jüngst in Südafrika sich mit Forderungen nach besserem Arbeitsschutz und höheren Löhnen durchsetzen.

Was Sie über Gold wissen sollten

Was ist Gold?

Gold ist ein seltenes Metall mit einem Schmelzpunkt von 1064 Grad Celsius. Der Siedepunkt liegt bei 2856 Grad. Die chemische Abkürzung für Gold ist „Au“ und stammt vom lateinischen Wort „Aurum“ ab. Es hat mehrere Eigenschaften, die es für die Menschheit über die Jahre nützlich gemacht hat. Gold leitet extrem gut. Außerdem reagiert es nicht mit Wasser oder Sauerstoff.

Wie viel Gold wurde in der Geschichte gefördert?

Nach Schätzungen wurden in der gesamten Menschheitsgeschichte bis heute um die 166.600 Tonnen Gold aus Minen geholt. Ein Großteil davon – etwa zwei Drittel – seit 1950.

Wie viel Gold gibt es noch auf der Erde?

Die letzten Zahlen der US Geological Society gingen im Januar 2011 von weltweit 51.000 Tonnen aus.

Wie viel Gold wird pro Jahr abgebaut?

In den vergangenen Jahren waren es etwa 2.500 Tonnen pro Jahr.

Wo wird weltweit am meisten Gold abgebaut?

Überall auf der Welt wird Gold gewonnen. Aber beinahe ein Drittel des Goldes wird in nur drei Ländern abgebaut. An der Spitze liegt China mit 13,1 Prozent, darauf folgen die USA und Australien mit jeweils 9,1 Prozent.

Was passiert mit dem Gold?

29 Prozent des abgebauten Goldes kommt im Investmentbereich zum Einsatz, also in Form von Münzen und Barren. Aus 59 Prozent wird Schmuck gemacht. 12 Prozent wird von der Industrie verarbeitet.

Wo sind die größten Absatzmärkte für Gold?

Mit 1059 Tonnen ist Indien der mit Abstand größte Absatzmarkt für physisches Gold (Münzen, Barren, Schmuck). Dahinter liegt China mit 770 Tonnen. Im Vergleich dazu abgeschlagen sind die USA mit 213 Tonnen und Deutschland mit 154 Tonnen.

Quelle: World Gold Council

Wer sind die größten Goldbesitzer?

Größte Goldbesitzer sind die Notenbanken. Die Vereinigten Staaten sitzen auf rund 8.100 Tonnen, gefolgt von Deutschland mit 3.400 Tonnen und dem Internationalen Währungsfonds mit 2.800 Tonnen. Die Notenbanken waren über Jahre Netto-Verkäufer. Seit dem vergangenen Jahr sind sie jedoch wieder Netto-Käufer. Das Interesse kommt vor allem aus den Schwellenländern.

Als überwiegend nicht industriell genutztes Edelmetall nimmt Gold eine Sonderstellung ein. Goldanlagen haben sich beim Einbruch der Aktienmärkte im vergangenen Sommer als Kriseninvestment bewährt und sollten auch künftig eine stabilisierende Rolle im Portfolio spielen. Diese Rolle verdankt Gold vor allem seiner langfristig geringen Korrelation zu klassischen Wertpapieranlagen. Zu beachten ist allerdings die besondere Sensibilität dieses Edelmetalls gegenüber dem Zinsniveau, die Ende Februar deutlich wurde: Die Märkte hatten sich von einer Ansprache des US-Notenbankchefs Ben Bernanke Hinweise auf eine weitere geldpolitische Lockerung und damit auf anhaltend niedrige Zinsen erhofft.

Kommentare (3)

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acidwater1

24.03.2012, 12:15 Uhr

Muss die Dt. Bank ja behaupten, nachdem sie einen Goldbunker für Gold in London bauen lässt.

AndresMueller

24.03.2012, 16:04 Uhr

der Aufschwung an den Börsen wird vom fallenden Ikarus wohl demnächst erschlagen. Ich sehe nirgends einen Aufschwung kommen -schon gar nicht bei der Automobilindustrie die höchst selbst bereits Gewinnwarnungen herausgibt. Wir habe in den USA brüllende Motoren gehört, doch bei genauem Hinhören erklang der Lärm auf Halde.

Indica

25.03.2012, 11:24 Uhr

Aufschwung am Automarkt? http://www.querschuesse.de/nun-lauten-auch-die-experten/

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