Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.06.2012

16:46 Uhr

Profi-Anlageempfehlung

Ein Blick gen Osten lohnt sich

VonUlrich Stephan

Osteuropa ist dieser Tage von Fußballfans von besonderem Interesse. Auch Anleger sollten aber einen Blick riskieren. Denn direkt vor der deutschen Haustür warten solides Wachstum und gute Zukunftsaussichten.

Fußballfans bei der Live-Übertragung eines EM-Spiels. Reuters

Fußballfans bei der Live-Übertragung eines EM-Spiels.

Fußballfans werden in den nächsten Tagen gebannt in Richtung Polen und Ukraine schauen. Auch für Aktienanleger lohnt sich der Blick nach Osten - zum Beispiel in unser Nachbarland Polen. Nationalspieler wie Lukas Podolski und Robert Lewandowski stehen mit ihrer grenzüberschreitenden Karriere für die engen deutsch-polnischen Beziehungen: Deutschland ist seit zwei Jahrzehnten der mit Abstand wichtigste Handelspartner Polens, das so direkt von der wachsenden Nachfrage aus der stärksten Volkswirtschaft Europas profitiert.

Zudem ist die polnische Wirtschaft größer und weniger exportabhängig als zum Beispiel die von Tschechien oder Ungarn. Im ersten Quartal 2012 wuchs Polens Bruttoinlandsprodukt um 0,8 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Das ist ein europäischer Spitzenwert und lässt für das Gesamtjahr ein Plus von über 2,5 Prozent erwarten - eine endspielreife Leistung, gefördert nicht zuletzt durch Investitionen für die EM. Polen erscheint damit auch für Aktienanleger attraktiv.

Zu den Turnierfavoriten gehört Russland, das sich bei der EM 2008 nur den Spaniern geschlagen geben musste und zuletzt 14 Spiele in Folge gewonnen hat. Auch Anleger in Osteuropa kommen an dem Land kaum vorbei. Nimmt man die großen Osteuropa-Fonds zum Maßstab, machen russische Aktien rund 70 Prozent der Portfolios aus. Die Moskauer Börse wird traditionell von den großen Energiewerten dominiert. Auf Öl und Gas gehen über 60 Prozent des russischen Exports und rund 45 Prozent aller Staatseinnahmen zurück. Wenn sich die Energiepreise in den kommenden Monaten wieder erholen - was ich erwarte -, spricht dies für Aktien aus Russland.

Weitere positive Aspekte sind die erfolgreiche Neubildung des Kabinetts, mit der nunmehr eine politische Basis für notwendige Reformen geschaffen ist, und der bevorstehende Beitritt Russlands zur Welthandelsorganisation WTO. Auch russische Aktien besitzen damit interessante Perspektiven, zumal sie zurzeit sehr niedrig bewertet sind.

Gerade Russland ist allerdings auch ein Beispiel für die politischen und strukturellen Herausforderungen, vor denen Teile Osteuropas weiterhin stehen. Die russische Gesellschaft fordert verstärkt Wandel und Reformen, und das Regierungsduo Putin/Medwedjew wird am Ende seiner Amtszeit daran gemessen werden, wie konsequent es diese Forderungen umsetzt. Für den wirtschaftlichen Aufschwung Russlands sind vor allem Strukturreformen wie vermehrte Investitionen in Infrastruktur, Bürokratieabbau und Privatisierungen erforderlich - die neue Regierung hat solche Schritte bereits angekündigt.

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

18.06.2012, 07:40 Uhr

Mir ist nicht bekannt das die türkische Regierung sich in die Zinspolitik oder im algemeinen der Geldpolitik des Zentral Banks sich ein mischt?

Die türkische Zentral Bank ist Unabhängig und Sie handelt nach Marktwirtschaftlichen entwicklungen z.B Inflation entwicklung, Arbeitsmarktprognosen, Auftragslage der Industrie und vorallem Kreditvolumen ( Kreditvergabe ) der Banken - das letztere war im letzten Jahr so groß das die Leistungsbilanz der Türke Stark angestiegen ist. Durch die Intervention des Zentral Banks ist es dieses Jahr im 1.Quartal stark gesungen ist auch das 2.Quartal wird sich positiv enwickeln ( laut ZB angaben bis mitte Juni 2012 )
Die Steuereinnahmen sind Stark angestiegen die Ausgaben haben sich verringert, weil die Verschuldung geringer geworden ist ( BIP ca: % 32 )

Exporte sind angestiegen, vor allem nach Afrika ( Libyen, Tunesien, Ägypten u.s Arabische Staaten ), Irak, Asarbeidjan, Zentralasiatisches Raum sowie Fernost.
Libyen hat letzte Woche verkündet das alle türkische Firmen Ihre Forderungen aus Khadaffi Ära ausbezahlt bekommen und Neue Mrd Aufträge bekommen werden.

Und die Türkei wird auch Ihren Erdöl bedarf aus Libyen decken weil der Iran durch das Embargo nicht mehr zuverfügung steht.

Zur Zeit bekommt man für 1 € = TL 2,28 und für 1$ TL 1,80.
Und das ist beidem Globalen Rezession ein gutes Kursverhältniss für die Türkische Exportwirtschaft.

Am Freitag wurden auch die neuesten Arbeitsmarkt Daten veröffentlicht, die um % 0,5 nochmal gesungen sind.

Die Verschuldung der Türkei ist sehr gering % 32 des BIP und die Haushaltsdefizit wird für dieses Jahr % 1,7 prognesiert ( Maastricht Kriterien: Staatsversch. % 60, Haushaltsdefizit % 3 )

Die Außlandsverschuldung beträgt Ende Dez 2011 ca:275 Mrd $(= € 220 Mrd )

Also ich bin kein AKP Anhänger und schon garnicht Erdogan Fan aber was die Wirtschaft Betrifft haben Sie es im Griff.

Account gelöscht!

18.06.2012, 07:58 Uhr

Wirtschaftswachstum 2010: % 9; 2011: % 8,5 und für 2012 wird ca: % 4 bis 4,5 erwartet.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×