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04.08.2012

15:03 Uhr

Profi-Anlageempfehlung

Glänzende Aussichten für Gold

VonOliver Postler

Das niedrige Zinsniveau und die Probleme in den Euro-Schuldenstaaten führt die Anleger wieder zum Gold. Der begehrte Rohstoff hat laut Anlageprofi Oliver Postler von der Hypo-Vereinsbank viel Potenzial.

Goldbarren in der Nahaufnahme. obs

Goldbarren in der Nahaufnahme.

Der Goldmarkt befindet sich derzeit in einer ähnlich günstigen Phase wie in den 70er Jahren. Die Leitzinsen nach Abzug der Inflation sind in den USA, Großbritannien und Europa klar negativ und ein Ende der Niedrigzinspolitik ist nicht abzusehen. Darüber hinaus hat sich die Bilanzsumme der Notenbanken in den USA, England, Japan und im Euroraum stark ausgeweitet. Die Investoren haben daher Gold als sicheren Hafen wiederentdeckt und halten inzwischen 2.414 Tonnen Gold über ETFs.

Die Zentralbanken, die in den vergangenen Jahren durchschnittlich 450 Tonnen pro Jahr verkauft haben, haben im Jahr 2011 circa 440 Tonnen gekauft. Dies ist eine enorme Differenz von 880 Tonnen, was knapp einem Drittel der Jahresproduktion der Goldminen von 2.818 Tonnen entspricht.

Goldmarkt: Verunsicherte  Investoren treiben Goldpreis

Goldmarkt

Verunsicherte Investoren treiben Goldpreis

Dollarpreis steigt, Goldpreis sinkt - so lautet die Regel. Doch sie gilt nicht mehr. Gold und Dollar steigen gleichzeitig. Die Verunsicherung der Investoren setzt hergebrachte Mechanismen kurzerhand außer Kraft.

In den letzten vier Wochen sind die Käufe von Gold-ETFs wieder stark angestiegen, da die Investoren angesichts der konjunkturellen Verlangsamung mit neuen quantitativen Maßnahmen der Notenbanken rechnen. Spekulative Zuflüsse könnten die Aufwärtsbewegung noch verstärken.

Hiervon könnte dann letztlich auch der Impuls ausgehen, der den Goldpreis über das inflationsbereinigte Niveau von 1980 treibt.

Pro und Kontra Goldpreis

Der Goldpreis wird durch eine Reihe von Faktoren unterstützt: Wir haben aktuell real negative Leitzinsen und die Notenbanken weiten die Bilanzsummen aus.

Was Sie über Gold wissen sollten

Was ist Gold?

Gold ist ein seltenes Metall mit einem Schmelzpunkt von 1064 Grad Celsius. Der Siedepunkt liegt bei 2856 Grad. Die chemische Abkürzung für Gold ist „Au“ und stammt vom lateinischen Wort „Aurum“ ab. Es hat mehrere Eigenschaften, die es für die Menschheit über die Jahre nützlich gemacht hat. Gold leitet extrem gut. Außerdem reagiert es nicht mit Wasser oder Sauerstoff.

Wie viel Gold wurde in der Geschichte gefördert?

Nach Schätzungen wurden in der gesamten Menschheitsgeschichte bis heute um die 166.600 Tonnen Gold aus Minen geholt. Ein Großteil davon – etwa zwei Drittel – seit 1950.

Wie viel Gold gibt es noch auf der Erde?

Die letzten Zahlen der US Geological Society gingen im Januar 2011 von weltweit 51.000 Tonnen aus.

Wie viel Gold wird pro Jahr abgebaut?

In den vergangenen Jahren waren es etwa 2.500 Tonnen pro Jahr.

Wo wird weltweit am meisten Gold abgebaut?

Überall auf der Welt wird Gold gewonnen. Aber beinahe ein Drittel des Goldes wird in nur drei Ländern abgebaut. An der Spitze liegt China mit 13,1 Prozent, darauf folgen die USA und Australien mit jeweils 9,1 Prozent.

Was passiert mit dem Gold?

29 Prozent des abgebauten Goldes kommt im Investmentbereich zum Einsatz, also in Form von Münzen und Barren. Aus 59 Prozent wird Schmuck gemacht. 12 Prozent wird von der Industrie verarbeitet.

Wo sind die größten Absatzmärkte für Gold?

Mit 1059 Tonnen ist Indien der mit Abstand größte Absatzmarkt für physisches Gold (Münzen, Barren, Schmuck). Dahinter liegt China mit 770 Tonnen. Im Vergleich dazu abgeschlagen sind die USA mit 213 Tonnen und Deutschland mit 154 Tonnen.

Quelle: World Gold Council

Wer sind die größten Goldbesitzer?

Größte Goldbesitzer sind die Notenbanken. Die Vereinigten Staaten sitzen auf rund 8.100 Tonnen, gefolgt von Deutschland mit 3.400 Tonnen und dem Internationalen Währungsfonds mit 2.800 Tonnen. Die Notenbanken waren über Jahre Netto-Verkäufer. Seit dem vergangenen Jahr sind sie jedoch wieder Netto-Käufer. Das Interesse kommt vor allem aus den Schwellenländern.

Anleihen können nur mit niedrigen Renditen konkurrieren und Gold gilt als sicherer Hafen. Die Investoren erhöhen daher ihren Goldanteil. Eine Umschichtung von einem Prozent aus den globalen Aktien- und Anleihemärkten erzeugt eine Nachfrage von circa 23 000 Tonnen Gold.

Und auch die Notenbanken erhöhen die Nachfrage. Wie oben ausgeführt, sind sie wieder Nettokäufer von Gold - anstatt Nettoverkäufer wie zuvor. Dem gegenüber stehen drei Faktoren, die den Goldpreis belasten:

Kommentare (32)

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04.08.2012, 15:36 Uhr

Sie meinten wohl, dass die Privatanleger rund 2,4 Tonnen Papiergold besitzen, so wie ganz viel wertvolle Staatsanleihen.

Account gelöscht!

04.08.2012, 15:38 Uhr

...2.414 Tonnen Papiergold ...

Account gelöscht!

04.08.2012, 15:40 Uhr

Gold in den ETF`s ist ja nur schöner Schein....
Wer ist so dumm dort Gold zu kaufen / zu lagern ????
Immer noch viele.....
Goodbye Gold .....

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