Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.05.2012

17:58 Uhr

Profi-Anlageempfehlung

Immobilienfonds bieten interessante Renditechancen

VonUlrich Stephan

Schutz vor Inflationsrisiken und interessante Renditeaussichten: Deutsche Immobilien sind in den Blickpunkt der Anleger gerückt. Doch auch in anderen Weltgegenden bietet Wohneigentum interessante Möglichkeiten.

Immobilienanleger sollten sich ein genaues Bild über die Qualität des Fonds machen. dpa

Immobilienanleger sollten sich ein genaues Bild über die Qualität des Fonds machen.

FrankfurtViele Investoren, die in der aktuellen Niedrigzinsphase mit überschaubarem Risiko Erträge erwirtschaften wollen, denken derzeit über Immobilienanlagen nach. Immobilien bieten nicht nur interessante Renditechancen, sondern können dank niedriger Korrelation zu den Wertpapiermärkten auch die Schwankungsstärke des Gesamtportfolios dämpfen. Nicht zuletzt gelten sie als Schutz vor möglichen Inflationsrisiken. Kein Wunder also, dass Immobilien in den Blickpunkt der Anleger gerückt sind.

An erster Stelle steht dabei meist das selbst genutzte Eigenheim oder die Zweitwohnung - und das ergibt in Deutschland auch unter dem Gesichtspunkt der künftigen Wertentwicklung durchaus Sinn. Denn trotz sehr lebhafter Nachfrage in einigen Metropolen und deutlicher Preissteigerungen im Jahr 2011 liegen die durchschnittlichen Preise deutscher Wohnimmobilien immer noch auf dem Niveau von 1999.

Morgan-Stanley-Liste: Die 50 aussichtsreichsten Aktien bis 2015

Morgan-Stanley-Liste

Die 50 aussichtsreichsten Aktien bis 2015

Welche sind die besten Aktien für Langfrist-Anleger? Die Analysten von Morgan Stanley haben ihre 50 Favoriten mit dem größten Wachstums- und Gewinnpotenzial zusammengestellt. Aus Deutschland gehört nur ein Konzern dazu.

Vom heutigen Preisniveau aus ist bundesweit ein weiterer stetiger Wertzuwachs zu erwarten, bei Einfamilienhäusern zum Beispiel bis 2015 um rund drei Prozent im Jahr. Doch auch in anderen Weltgegenden bieten Immobilien interessante Chancen. Wer sie nutzen will, muss wegen der uneinheitlichen Entwicklung der Märkte aber die richtigen Schwerpunkte setzen. So droht etwa dem spanischen Markt angesichts hoher Arbeitslosenzahlen eine lange Durststrecke.

Die grössten Fehler der Anleger

Risikotoleranz

Die Neigung, Risiken einzugehen, ist mit zwei demografischen Faktoren verbunden: Geschlecht und Alter. Frauen sind normalerweise vorsichtiger als Männer und ältere Menschen sind weniger bereit, Risiken einzugehen, als jüngere Leute. Die Konsequenzen der Verhaltensökonomik für Anleger sind klar: Wie wir uns bei der Geldanlage entscheiden und wie wir uns bei der Verwaltung unserer Anlage entscheiden, hängt sehr davon ab, wie wir über Geld denken. [...] Sie demonstriert, dass Marktwerte nicht ausschließlich von den gesammelten Informationen bestimmt werden, sondern auch davon, wie menschliche Wesen diese Informationen verarbeiten.

Übertriebene Zuversicht

An sich ist Zuversicht ja keine schlechte Sache. Aber übertriebene Zuversicht ist etwas ganz anderes, und sie kann besonders im Umgang mit unseren Finanzangelegenheiten Schaden anrichten. Übertrieben zuversichtliche Anleger treffen nicht nur für sich selbst dumme Entscheidungen, sondern diese wirken sich auch sehr stark auf den Mark als Ganzes aus.

Kurzfristiges Denken

Menschen [legen] zu viel Wert auf wenige mehr oder wenige zufällige Ereignisse [...] und meinen, sie würden darin einen Trend erkennen. Insbesondere sind Anleger tendenziell auf die neuesten Informationen fixiert, die sie bekommen haben, und ziehen daraus Schlüsse. So wird der letzte Ergebnisbericht in ihrem Denken zum Signal für künftige Gewinne. Und da sie meinen, sie würden etwas sehen, das andere nicht sehen, treffen sie dann aufgrund oberflächlicher Überlegungen schnelle Entscheidungen.

Verlustaversion

Der Schmerz durch einen Verlust [ist] viel größer als die Freude über einen Gewinn. Bei einer 50:50-Wette, bei der die Chancen exakt gleich sind, riskieren die meisten Menschen nur dann etwas, wenn der potenzielle Gewinn doppelt so groß ist wie der potenzielle Verlust. Das nennt man asymmetrische Verlustaversion. [...] Auf den Aktienmarkt bezogen bedeutet dies, dass sich die Menschen beim Verlust von Geld doppelt so schlecht fühlen, wie sie sich gut fühlen, wenn sie einen Gewinn erzielen. Diese Abneigung gegen Verluste macht Anleger übertrieben vorsichtig, und das hat einen hohen Preis. [...] Wir wollen alle glauben, wir hätten gute Entscheidungen getroffen, und deshalb hängen wir zu lange an schlechten Entscheidungen, in der vagen Hoffnung, die Dinge werden sich noch wenden.

Verdrängen

Wir neigen dazu, das Geld geistig auf verschiedene Konten zu buchen, und dies bestimmt, wie wir es verwenden. [...] Zudem wurde die geistige Buchhaltung als Grund angeführt, weshalb Menschen schlecht laufende Aktien nicht verkaufen: In ihren Augen wird der Verlust erst real, wenn sie ihn realisieren.

Quelle: Robert G. Hagstrom, Warren Buffett. Sein Weg. Seine Methode. Seine Strategie., Börsenbuchverlag 2011.

In den USA deutet sich dagegen eine allmähliche Erholung an: Der viel beachtete Case-Shiller-Hauspreisindex tendiert im Monatsvergleich erstmals seit neun Monaten wieder aufwärts, Neubautätigkeit und Baugenehmigungen am Wohnungsmarkt zeichnen ein eher positives Stimmungsbild. Sichere Wohnobjekte bester Qualität in Ballungszentren werden hier zunächst bevorzugt; in der nächsten Phase dürften dann ausgewählte US-Büroimmobilien interessante Renditen abwerfen.

Kommentare (9)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

solar

20.05.2012, 18:48 Uhr

Ich empfehle "offene" Immobilienfonds.
Absolut sicheres Betongold !???
Leider sind in letzter Zeit einige abgewickelt worden

Solar

bjarki

20.05.2012, 19:24 Uhr

Es ist schon eine Frechheit Immobilienfonds hier zur Anlage zu empfehlen. Die Fondmanager gehören eher vor Gericht, denn in eine Empfehlung. Immobilien ja, Immofonds nein. Totalverluste durch Katastrophen Manager sind vorprogrammiert. Überhaupt Atienfonds wozu: Die Herren Manager toppen nicht mal die Benchmark. So stümperhaft wursteln kann jeder ( gebührenfrei) selbst.

danke_dir

20.05.2012, 19:30 Uhr

Lustig, es ist noch nicht viele Jahre, eher nur Monate, her, als viele über Jahrzehnte angepriesene so sichere offene Immo-Fonds wegen Illiquidität schließen mussten und letztendlich abgewickelt wurden. Ich frage mich, wie man nun in einer sich neu entwickelnden Immo-Blase (z.B. in den dt. Großstädten) in einen Immo-Fonds investieren kann. Insbesondere, dass das Handelsblatt dies anpreist. So sieht die Realität aus, liebes Handelsblatt: http://www.finanzen.net/fonds/immobilienfonds/ (diese Liste ist aktuell, schon abgewickelte Fonds sind schon gelöscht, wieder geöffnete Fonds auch)

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×