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14.07.2012

17:35 Uhr

Profi-Anlageempfehlung

Jetzt den Aktienanteil reduzieren

VonUlrich Stephan

Die Konjunktur schwächelt, bald dürften auch die Gewinne von Unternehmen und Rohstoffpreise sinken. Anleger sollten reagieren und ihre Aktienquote anpassen. Welche Titel für Anleger aktuell interessant sind.

Ulrich Stephan ist Chefanlagestratege der Deutschen Bank. Er schreibt regelmäßig für das Handelsblatt über die Geldanlage. Deutsche Bank

Ulrich Stephan ist Chefanlagestratege der Deutschen Bank. Er schreibt regelmäßig für das Handelsblatt über die Geldanlage.

Nach einem für Anleger durchwachsenen ersten Halbjahr 2012 stellt sich die Frage, wie es an den Finanzmärkten weitergeht. Dazu zunächst ein paar Fakten:

In Europa haben die aktuelle Wachstumsschwäche und der langwierige politische Entscheidungsprozess die mittelfristigen Aussichten gedämpft. Die jüngsten EU-Gipfelbeschlüsse sind dabei als Schritte in Richtung fiskalische und politische Integration von den Märkten begrüßt worden.

Die Politiker in den USA haben nach der Präsidentschaftswahl am 6. November nur wenige Wochen Zeit, um sich auf eine umfassende Haushaltsreform zu einigen - sonst werden automatisch Ausgaben gekürzt und Steuern erhöht. Nach aktueller Gesetzeslage würden diese wachstumsschwächenden Maßnahmen rund 750 Milliarden US-Dollar umfassen, dies entspricht in etwa fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Diese verfahrene Situation hat auch Investoren verunsichert, zumal die US-Konjunkturdaten zuletzt enttäuschten. Ich erwarte aber eine rechtzeitige Einigung der Politik und deutlich geringere Belastungen für die Konjunktur. Positive Impulse könnte es vom Immobilienmarkt geben: Die Hauspreise haben sich stabilisiert, und die Stimmung in der Baubranche ist so gut wie lange nicht mehr.

Auch in den BRIC-Staaten - Brasilien, Russland, Indien und China - hat sich die Konjunktur abgekühlt. Die Hoffnungen der Anleger ruhen nun vor allem auf China. Grundsätzlich bleiben die Aussichten für die zweite Jahreshälfte positiv, da die chinesische Regierung das Wachstum im Land stimulieren kann und offenbar auch will. So sollen Geschäftsbanken künftig leichter Kredite für bestimmte Infrastrukturprojekte und den Wohnungsbau vergeben können.

Für Anleger heißt das: Kurzfristig dürfte die weltweit schwächere Konjunktur zu niedrigeren Unternehmensgewinnen und Rohstoffpreisen führen. In unserem Musterportfolio mit ausgewogenem Chance-Risiko-Profil reduzieren wir Aktien deshalb um fünf und Rohstoffe um drei Prozentpunkte und halten mehr Liquidität.

Dennoch bleiben Aktien mit 30 Prozent Portfolio-Anteil ein wichtiger Baustein in der ausgewogenen Depotaufstellung. Das reflektiert eine mittelfristig positive Einschätzung der Märkte: Schlechte Nachrichten sind in vielen Preisen berücksichtigt, die Bewertungen erscheinen oft niedrig und damit auf längere Sicht attraktiv.

Ich favorisiere derzeit bei Aktien Dividendentitel und US-Aktien guter Qualität, die sich in unruhigen Zeiten als Hort der "relativen Ruhe" bewähren könnten. Auch China-Aktien zählen zu meinem aktuellen Favoritenkreis.

Am Rentenmarkt bleiben aus meiner Sicht Papiere von Unternehmen und Schwellenländern mittelfristig attraktiv, für risikoarme Strategien können europäische Pfandbriefe in Betracht gezogen werden. Im Rohstoffbereich finde ich Edelmetalle interessant. Zudem können inländische Wohn- und Gewerbeimmobilien eine chancenreiche Ergänzung für das Portfolio sein - ganz unabhängig von der aktuellen Großwetterlage an den Märkten.

Die Anlageempfehlung gibt die Einschätzung des Autors wieder.

Kommentare (15)

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Account gelöscht!

14.07.2012, 18:27 Uhr

30 % Aktienanteil. In meinen Augen viel zu defensiv.

Tomate

14.07.2012, 19:10 Uhr

100% Gold! :-)
Die Reichsmark hatte es auch nicht überlebt!

Account gelöscht!

14.07.2012, 19:56 Uhr

50% Silber 50% Gold....Kann man zwar nicht essen aber mit wertlose Euroscheinen kann ich noch viel weniger...ok heizen.

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