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01.05.2012

07:11 Uhr

Profi-Anlageempfehlung

Schwellenländerbonds in lokaler Währung locken

VonOliver Postler

Schwellenländer wie Brasilien oder China stecken noch mitten in einem wirtschaftlichen Wachstumsprozess. Für Anleger sind ihre Anleihen in der Lokalwährung daher durchaus interessant - trotz höherer Risiken.

Ein Verkaufsstand auf dem Markt von Sao Paulo: In Schwellenländern wie Brasilien wird ein höheres Wachstum erwartet. Reuters

Ein Verkaufsstand auf dem Markt von Sao Paulo: In Schwellenländern wie Brasilien wird ein höheres Wachstum erwartet.

Die Schwellenländer, auch Emerging Markets genannt, sind trotz einer globalen Abkühlung der Konjunktur weltweit die Spitzenreiter im Wachstum. Sie befinden sich in einem wirtschaftlichen Wachstums- und Aufholprozess, ähnlich wie ihn die heutigen Industriestaaten nach dem Zweiten Weltkrieg erlebten.

Das macht ihre Anleihen in Lokalwährungen für Anleger interessant, weil für eine gute Performance der Rentenmärkte kein hohes Wirtschaftswachstum nötig ist. Im Gegenteil lässt mäßiges, positives Wirtschaftswachstum Inflationsängste abklingen.

Oliver Postler von der HypoVereinsbank. PR

Oliver Postler von der HypoVereinsbank.

Wir erwarten in den nächsten Jahren ein durchschnittliches jährliches Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von rund zwei Prozent in den Industrienationen und von etwa sechs Prozent im Durchschnitt in Schwellenländern wie unter anderem Brasilien, China, Indien, Russland, Südafrika oder Mexiko. Für China rechnen wir beispielsweise für dieses Jahr mit einem Wachstum von über acht Prozent.

Die Schwellenländer profitieren dabei einerseits von ihren Rohstoffvorkommen, andererseits aber auch vom zunehmenden Wohlstand der Bevölkerung. Gleichzeitig ist die demografische Entwicklung günstig.

Mittlerweile haben die Schwellenländer einen Anteil von rund 70 Prozent der weltweiten Devisenreserven. Allein China hat Währungsreserven über rund 3?200 Milliarden US-Dollar. Während die Staatsschulden der Industrieländer steigen und im Schnitt bei etwa 110 Prozent liegen - Tendenz steigend -, bauten die Schwellenländer ihre Staatsverschuldung auf unter 40 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts ab - Tendenz weiter fallend.

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Jahrelang fuhren sie deutlich zweistellige Renditen ein – dann kam der Absturz. Glaubt man Fondsmanagern und Anlageexperten, dann stehen die Emerging Markets jetzt vor dem Comeback.

Daher wundert es nicht, dass die Schwellenländer die aktuelle Finanzmarkt- und Schuldenkrise besser überstehen als die Industriestaaten und ihre Bonitätseinstufung in Form des Ratings sogar verbessern konnten. Diese Ausgangslage sollte tendenziell auch für Aufwertungspotenzial der Währungen sorgen. Bei allen Schwankungen und Kursrisiken könnten Anleger damit zusätzliche Währungsgewinne erzielen.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

01.05.2012, 09:21 Uhr

Anleihen sind was für Banken, die sich für 1% bei der Zentralbank unbegrenzt refinanzieren.
Natürliche Personen können bei dem Spiel nur verlieren.
Die einzige Möglichkeit, nicht zu verlieren: nicht mitspielen.

jpuhr

01.05.2012, 09:34 Uhr

Zitat: "...bauten die Schwellenländer ihre Staatsverschuldung auf unter 40 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts ab - Tendenz weiter fallend".

Zwei Sätze vorher wird namentlich u.a. auch Russland und Mexiko genannt. Ist das eigentlich ironisch gemeint oder längst vergessen, dass diese Länder vor wenigen Jahren erst pleite waren und nur wegen der Restrukturierung der Schuldenstand heute so gering ist?

Fixed_Income_Profi

01.05.2012, 09:57 Uhr

Stimmt nicht so ganz.

Anleihen sind für ALLE Institutionelle Investoren (also auch Versichrungen, Pensionsfonds, etc.) interessant, die mit festen Kuponterminen kalkulieren müssen. Und die können sich auch nicht quasi umsonst bei der EZB refinanzieren.

Eine Versicherung zum Beispiel hat ja bestimmte Termine zu denen u.a. Lebensversicherungen fällig werden, und da braucht man eben auch eine konstante Einnahmeseite.

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