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29.01.2012

15:00 Uhr

Profi-Anlageempfehlung

Unternehmensbonds als Alternative zu Staatsanleihen

VonUlrich Stephan

Unternehmensanleihen sind besonders im Bereich Investment Grade attraktiv: Anleger könnten künftig von relativ hohen Zinsen und steigenden Kursen profitieren - am besten in Form einer Fondslösung.

Dr. Ulrich Stephan von der Deutschen Bank empfiehlt Unternehmensanleihen. Pressefoto

Dr. Ulrich Stephan von der Deutschen Bank empfiehlt Unternehmensanleihen.

FrankfurtZum Jahresbeginn 2012 hat der deutsche Staat beim Schuldenmachen erstmals Geld verdient: Die Rendite neu ausgegebener Schatzanweisungen mit einer Laufzeit von sechs Monaten lag im negativen Bereich. Dass die Gläubiger der Bundesrepublik inzwischen bereit sind, für die Sicherheit ihres Vermögens zu zahlen, zeigt die anhaltende Risikoaversion der Finanzmärkte. Auch Bundesanleihen mit längeren Laufzeiten bieten nach Inflation und Steuern kaum Hoffnung auf reale positive Renditen. Private Anleger, die das begrenzte Risiko von Rentenpapieren schätzen und dennoch Erträge erzielen wollen, stehen damit vor einem Dilemma.

Doch nicht nur Staaten, auch Unternehmen benötigen regelmäßig frisches Kapital - und aktuell sind Unternehmensanleihen oftmals eine lohnenswerte Alternative zu Staatsanleihen. Viele Unternehmen weisen gesunde Bilanzen mit hohen Cash-Beständen auf, haben ihre Finanzierungsstrukturen verbessert und sind für eine konjunkturelle Schwächephase gut gewappnet.

Zugleich bieten Unternehmensanleihen europäischer Unternehmen im Investment-Grade-Bereich eine durchschnittliche Verzinsung von 4,5 Prozent - das bedeutet einen Aufschlag von 3,5 Prozentpunkten gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen.

Die aktuelle Rendite der Unternehmensanleihen entspricht erwarteten Ausfallquoten von rund 15 Prozent im Investment-Grade-Bereich und sogar rund 45 Prozent bei den riskanteren Hochzinsanleihen - beides Werte, die weit über dem historischen Durchschnitt liegen und eine schwere wirtschaftliche Depression vorwegnehmen. Dieses Negativszenario erscheint mir aber unwahrscheinlich. Zwar dürfte der Euro-Raum 2012 eine leichte Rezession erleben, doch die US-Wirtschaft stabilisiert sich derzeit auf moderatem Niveau und die Schwellenländer, besonders in Asien, sollten ihr hohes Wachstumstempo beibehalten.

Insgesamt erwarte ich für 2012 ein Wachstum des globalen Bruttoinlandsprodukts von robusten 3,3 Prozent. Damit ist zu erwarten, dass sich im Laufe des Jahres auch die Finanzmärkte wieder normalisieren.

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