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29.09.2012

17:33 Uhr

Profi-Anlageempfehlung

Vorteil für reale Anlageklassen

VonBurkhard Allgeier

Inflation droht: Die Fortsetzung der expansiven Geldpolitik begünstigt reale Anlageklassen, sagt Burkhard Allgeier von Hauck & Aufhäuser. Attraktiv sind Titel mit einer wertvollen Marke und auskömmlicher Marge.

Expansive Geldpolitik: Ungedeckte Papierwährungen sind Verlierer. dpa

Expansive Geldpolitik: Ungedeckte Papierwährungen sind Verlierer.

Erfolgreiche Investmententscheidungen profitieren weder vom Blick in den Rückspiegel noch von Sprüngen auf fahrende Züge. Viel wichtiger ist, dass es gelingt, künftige Investmentthemen zu identifizieren. Ein solches Thema ist die Wahl zwischen nominalen und realen Anlageklassen.

Bei der Entscheidungsfindung nützt vielleicht ein Blick auf das Verhalten der Notenbanken, die immer wichtiger und mächtiger werden. Sie sorgen sich nicht mehr nur um stabile Preise, sondern vermehrt oder ausschließlich um stabile Finanzmärkte. Je unkonventioneller sie agieren und je mehr sie bereit sind, Staaten zu finanzieren, umso größer ist die Gefahr, dass sie die Kontrolle über ihre Geldmenge verlieren. Regierungen und Geldpolitiker stehen zwischen Pest und Cholera: Entweder lässt man Staaten pleitegehen, oder man produziert Inflation. Das „Pleite-Szenario“ scheint - politisch gewollt - vom Tisch zu sein. Das „Inflations-Szenario“ ist somit jenes, mit dem sich Anleger beschäftigen sollten.

Mindestens zwei Dinge sind dabei zu beherzigen. Erstens: reale Anlageformen favorisieren und zweitens: Währungen streuen. In Phasen der Inflationierung schneiden Aktien in der Regel besser ab als Anleihen. In realer Rechnung ist ihr Ertrag höher als der von Anleihen, auch von den derzeit besonders beliebten Emittenten aus dem Unternehmenssektor. Der Ertragsvorsprung gegenüber Anleihen nimmt mit steigender Geldentwertung sogar zu.

Attraktiv sind Titel mit einer wertvollen Marke und auskömmlicher Marge. Hohe Dividendenrenditen sind eine angenehme Begleiterscheinung und lassen den Verzicht auf ohnehin niedrige Kupons bei Anleihen verschmerzen. Gold als Krisenwährung und Sicherheitsanker gehört per definitionem zu den realen Anlageformen. Der jüngste Anstieg des Goldpreises könnte ein Vorgeschmack auf einen neuen Höhenflug des Edelmetalls sein.

Im Wettlauf der amerikanischen und europäischen Notenbank um die expansivste Geldpolitik dürften ungedeckte Papierwährungen die Verlierer sein. Wer kann, sollte sich deshalb in Währungen engagieren, die in diesen Wettbewerb nicht eingetreten sind, zum Beispiel die Norwegische Krone oder den Kanadischen Dollar.

Schließlich: Was heute ein wenig beunruhigt, ist die „Ruhe“ - und das trotz der vielen ungelösten Probleme. Die Volatilitäten an den Finanzmärkten sind regelrecht kollabiert. Offenbar traut man den Notenbanken die Lösung aller Probleme zu. Grund genug, skeptisch zu bleiben.

Die Anlageempfehlung gibt die Einschätzung des Autors wieder. Sie ist keine Empfehlung der Redaktion.

Kommentare (2)

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Karaja

29.09.2012, 18:54 Uhr

Und nuh? Wad is? Wad will uns der Artikel raten? Habt Glück etwa? Da ist ja Beethovens Unvollendete vollständiger! Oder habe ich einen Link übersehen?

Account gelöscht!

30.09.2012, 07:17 Uhr

Inflation findet ja bereits seit längerem nicht nur bei Konsumgütern statt. Bei Gold und auch bei Immobilien lassen sich beachtliche Preissteigerungen beobachten, ebenfalls erleben wie nunmehr steigende Aktienpreise.

Wer nur auf die Warenkörbe der Statistischen Ämter schaut, der faßt den Begriff zu eng. Geldmengenausweitung zieht eben doch Inflation nach sich; manche sogenannten Experten wollen das immer noch leugnen.

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