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23.09.2012

13:46 Uhr

Profi-Tipp

Was noch attraktiver ist als Gold

VonOliver Postler

Der Goldpreis hat seinen Abwärtstrend überwunden und damit ein Kaufsignal gegeben. Anlageberater rechnen mit einem Anstieg bis zu 1900 Dollar. Doch für risikofreudige Anleger gibt es eine weitere Option.

Gerade unter Asiaten gilt Gold als Zeichen für Wohlstand. Kein unwichtiger Investitionsgrund. dpa

Gerade unter Asiaten gilt Gold als Zeichen für Wohlstand. Kein unwichtiger Investitionsgrund.

Der Goldpreis hat seit Ende September 2007 eine Kursrally absolviert, die ihresgleichen sucht: Rund 128 Prozent hat die Notierung des Edelmetalls in US-Dollar zugelegt. Die Goldminenaktien dagegen sind im gleichen Zeitraum nur um etwa 16 Prozent gestiegen. Zwar hat der Goldpreis zuletzt etwas nachgegeben, aber zwischenzeitlich seinen seit Juni 2011 bestehenden Abwärtstrend überwunden.

Charttechnisch ist damit ein Kaufsignal gegeben. Das nächste Kursziel ist jetzt das im Februar markierte Jahreshoch bei 1790 US-Dollar je Feinunze. Wir rechnen mit einem Anstieg bis auf 1900 US-Dollar in den kommenden Monaten.

Was Sie über Gold wissen sollten

Was ist Gold?

Gold ist ein seltenes Metall mit einem Schmelzpunkt von 1064 Grad Celsius. Der Siedepunkt liegt bei 2856 Grad. Die chemische Abkürzung für Gold ist „Au“ und stammt vom lateinischen Wort „Aurum“ ab. Es hat mehrere Eigenschaften, die es für die Menschheit über die Jahre nützlich gemacht hat. Gold leitet extrem gut. Außerdem reagiert es nicht mit Wasser oder Sauerstoff.

Wie viel Gold wurde in der Geschichte gefördert?

Nach Schätzungen wurden in der gesamten Menschheitsgeschichte bis heute um die 166.600 Tonnen Gold aus Minen geholt. Ein Großteil davon – etwa zwei Drittel – seit 1950.

Wie viel Gold gibt es noch auf der Erde?

Die letzten Zahlen der US Geological Society gingen im Januar 2011 von weltweit 51.000 Tonnen aus.

Wie viel Gold wird pro Jahr abgebaut?

In den vergangenen Jahren waren es etwa 2.500 Tonnen pro Jahr.

Wo wird weltweit am meisten Gold abgebaut?

Überall auf der Welt wird Gold gewonnen. Aber beinahe ein Drittel des Goldes wird in nur drei Ländern abgebaut. An der Spitze liegt China mit 13,1 Prozent, darauf folgen die USA und Australien mit jeweils 9,1 Prozent.

Was passiert mit dem Gold?

29 Prozent des abgebauten Goldes kommt im Investmentbereich zum Einsatz, also in Form von Münzen und Barren. Aus 59 Prozent wird Schmuck gemacht. 12 Prozent wird von der Industrie verarbeitet.

Wo sind die größten Absatzmärkte für Gold?

Mit 1059 Tonnen ist Indien der mit Abstand größte Absatzmarkt für physisches Gold (Münzen, Barren, Schmuck). Dahinter liegt China mit 770 Tonnen. Im Vergleich dazu abgeschlagen sind die USA mit 213 Tonnen und Deutschland mit 154 Tonnen.

Quelle: World Gold Council

Wer sind die größten Goldbesitzer?

Größte Goldbesitzer sind die Notenbanken. Die Vereinigten Staaten sitzen auf rund 8.100 Tonnen, gefolgt von Deutschland mit 3.400 Tonnen und dem Internationalen Währungsfonds mit 2.800 Tonnen. Die Notenbanken waren über Jahre Netto-Verkäufer. Seit dem vergangenen Jahr sind sie jedoch wieder Netto-Käufer. Das Interesse kommt vor allem aus den Schwellenländern.

Wesentliche Nachfrager für das Edelmetall sind einerseits die privaten Investoren, Schmuckhersteller sowie Industrie und Notenbanken. Während europäische Investoren Gold eher als harte Währung ohne Verschuldung attraktiv finden und aus Angst vor Inflation kaufen, ist für Asiaten Gold mehr ein Zeichen von Wohlstand. Mittlerweile hat sich die weltweite Goldnachfrage von Europa und Nordamerika nach Ostasien und Indien verschoben.

Doch die größte Nachfrage kam in diesem Jahr von den Notenbanken. Diese haben im ersten Halbjahr 2012 erneut über 200 Tonnen Gold gekauft. 2011 lagen die Nettokäufe der Notenbanken mit über 455 Tonnen auf dem höchsten Niveau seit 1964. Vor allem die Zentralbanken aus den Schwellenländern stocken ihre Bestände auf.

Was aus 1.000 Euro in zehn Jahren wurde

Deutscher Aktienindex (Dax)

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren: +88,8 Prozent (ohne Dividenden)

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.888 Euro

Dow Jones

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +52,7 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.527 Euro

EuroStoxx 50

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +31,3 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.313 Euro

Nikkei

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +10,1 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1101 Euro

Chinesische Aktien (Shanghai B-Index)

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +10,3 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.103 Euro

MSCI Emerging Markets

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +228 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 3.285 Euro

Gold

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +314 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 4.142 Euro

Silber

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +428 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 5.275 Euro

Öl

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +221 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 3.205 Euro

Weizen

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +92 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.916 Euro

Kaffee

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +151 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 2.509 Euro

Staatsanleihen (Rexp)

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +67 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.666 Euro

Unternehmensanleihen (Citigroup World BIG Corporate Index)

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +56 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.559 Euro

Sparbuch

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.095,90 Euro*

*bei einem durchschnittlichen jährlichen Zinssatz von 0,92 Prozent (Spareckzins)

Tagesgeld

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.209 Euro*

*bei einem durchschnittlichen jährlichen Zinssatz von 1,92 Prozent

Festgeld

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.266 Euro*

*bei einem durchschnittlichen jährlichen Zinssatz von 2,39 Prozent

Nachdem die Notenbanken bis vor etwa zwei Jahren eher Gold verkauft haben, zeichnete sich danach ein Richtungswechsel ab. Unterstützt wird der Trend auch durch den niedrigen Zins für sichere Anlagen, der nach Berücksichtigung der Inflation negativ ist. Damit ist realer Kapitalerhalt mit Spareinlagen, Termingeld oder Deutschen Staatsanleihen nicht möglich. Aufgrund des niedrigen Zinsumfeldes sind die Opportunitätskosten, Gold zu halten, deutlich gefallen.

Kommentare (22)

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Account gelöscht!

23.09.2012, 16:08 Uhr

Dummes Geschwätz eines Bankers. Hier wurde sogar schon mal aufgezeichnet, dass steigende Rohstoffe für Minen kurzfristig problematisch sein können: http://www.boersenforum.de/boersen-einsteigerforum/1430942-mal-nachgedacht-minenaktien-rohstoffinvestment.html

Minen sind KEIN Investment in Rohstoffe. Rohstoffe sind Sachwerte. Eine Unze Gold bleibt auch immer eine Unze Gold. Minen sind Aktiengesellschaften und bergen daher ein unternehmerisches Risiko. Auch sind sie keine Sachwerte im klassischen Sinn, da sie ohne eine entsprechende Wirtschaftsentwicklung insolvent gehen können. Sie haben also ein Konkursrisiko. Das hat Gold und Silber nicht. Und Gold, zum Großteil auch Silber, haben Geldfunktion. Sind also nur indirekt an die Wirtschaftslage gekoppelt. Ein Risiko einer Insolvenz ist wegen deren inneren Wert ausgeschlossen.

Micha

23.09.2012, 17:21 Uhr

Vorgestern sind in New York wieder Goldbarren mit Wolframkern aufgetaucht. Die Buba wäre gut beraten, wenn sie die bei unseren "Freunden" gelagerten Goldreserven mal mit Ultraschall unter die Lupe nimmt. Solche Prüfsets gibts schon für unter 400 Euro bei [...]
Der Wolframpreis steigt permanent, ohne vernünftigen Grund.
Ich wäre nicht überrascht, wenn Staatsbanken und Banken ungeniert die Anleger mit Wolfram-Gold betrügen. Kennt man ja schon von Zinsen u.a. Anlageformen. +++ Beitrag von der Redaktion editiert +++

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Eurobesatzung

23.09.2012, 18:55 Uhr

Den Dow Jones kann ich nicht kaufen. Genau so wenig wie EuroStoxx 50 oder den Nikkei!!!! Ich kann Optionsscheine z. B. auf einen steigenden bzw. fallenden Dow Jones Kurs kaufen. Eine Spekualtion auf Aktienbündel. Das kann ich im Casino auch - Rot oder Schwarz. Wenn ich einzelne Aktien des Dow Jones kaufe, muss ich ein Hellseher sein, welche sich auch gut entwickeln. Manche entwicklen sich überdurchscnittlich gut und andere eher schlecht. Also fallen diese Sachen aus. Dann kommen schon wieder Gold und Silber zum Zug. Und diese nur in pyhsicher Form. Alles was ich angriefen kann und in eigenen Händen halte gehört mir.

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