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24.01.2017

19:35 Uhr

Prognose von Sal. Oppenheim

Gute Stimmung an Finanzmärkten weicht der Unsicherheit

VonSusanne Schier

Die Vorzeichen für 2017 standen an den Finanzmärkten nicht schlecht. Vor allem mit der Hoffnung auf neue Konjunkturprogramme sind die Anleger ins Jahr gestartet. Doch das Enttäuschungspotenzial ist groß.

An den Aktienmärkten dürften in den nächsten Monaten größere Schwankungen drohen. dpa

Blick durch die Glaskugel an der Frankfurter Börse

An den Aktienmärkten dürften in den nächsten Monaten größere Schwankungen drohen.

FrankfurtDie gute Stimmung an den Finanzmärkten der letzten Wochen ist verflogen. Mit dem neuen US-Präsidenten Donald Trump hatten die Anleger auf einen kräftigen Anschub für die globale Konjunktur gehofft. Denn im Wahlkampf hat der Republikaner Steuersenkungen und Infrastrukturprogramme versprochen. Doch seit seiner Amtseinführung am vergangenen Freitag macht er vor allem eine Drohungen wahr – und setzt erst einmal voll auf Protektionismus.

Die Unsicherheit der Investoren ist nun groß, was die politischen Entwicklungen nicht nur in den USA, sondern auch in Europa für die Weltwirtschaft bedeuten. An den Aktienmärkten dürften in den nächsten Monaten größere Schwankungen drohen.

Die US-Wirtschaft hält Martin Moryson, Chefvolkswirt von Sal. Oppenheim grundsätzlich für robust, wie er bei einem Pressegespräch am Dienstag in Frankfurt betonte: „Trump erbt eine gut laufende Volkswirtschaft. Wesentlicher Treiber ist die gute Beschäftigungslage.“

Seit 2010 seien in den USA fast 15 Millionen neue Jobs hinzugekommen, vor allem im Dienstleistungsbereich. 2017 rechnet Moryson mit einem realen Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 2,2 Prozent. Mit Blick auf den soliden Arbeitsmarkts und die zuletzt gestiegenen Inflationserwartungen erwartet er in diesem Jahr drei Zinsanstiege durch die US-Notenbank Fed.

Dennoch macht er sich Sorgen um die Anleger: „Bisher ist die Trump-Politik wohlwollend an den Märkten aufgenommen worden.“ Auch wenn die Volatilität dies momentan nicht widerspiegele, so sei die tatsächliche Unsicherheit hinsichtlich des weiteren wirtschaftspolitischen Kurses sehr hoch.

Vor allem der Protektionismus sei auf dem Vormarsch, er sei Trumps Markenkern. Statt der erhofften Konjunkturprogramme ordnete der neue US-Präsident den Austritt aus dem eben erst verhandelten Freihandelsabkommen mit einigen Pazifik-Staaten (TPP) an. Daneben will er zügig auch die Neuverhandlung des nordamerikanischen Freihandelsabkommens Nafta angehen.

Zugleich meint Moryson, dass die positiven Wirkungen von Konjunkturprogrammen ohnehin überschaubar wären. Steuerentlastungen kämen in erster Linie den Reichen zugute, und Infrastrukturprogramme brächten in Zeiten einer voll ausgelasteten Wirtschaft nicht viel. Maßnahmen in Höhe von ein Prozent des BIP hätten im Mittel einen Wachstumsimpuls von lediglich 0,2 Prozent bis 0,5 Prozent des BIP. Zudem mahnt der Experte, dass die Staatsverschuldung der USA bereits hoch sei.

Insgesamt werde Trump zum Härtetest für die amerikanische Demokratie.

Kommentare (1)

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Frau Edelgard Kah

25.01.2017, 12:45 Uhr

Auch ich habe keine Glaskugel und kann nicht in die Zukunft sehen. Aber wenn irgendwo eine Revolution stattfindet, sehe ich nicht einfach weg. Stattdessen versuche ich zu begreifen, was da vor sich geht.

Sie haben es wahrscheinlich erraten, ich rede vom Wirtshaftsprogramm von Donald Trump. Es hat sehr viele Facetten und eine Reihe machtvoller Hebel, das Wirtschaftswachstum, die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Gewinne der Unternehmen anzukurbeln. Dass Bankvolkswirte über diese Revolution einfach hinwegsehen, ist mir unverständlich.

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