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30.07.2015

13:39 Uhr

Prokon

Prokon lässt Insolvenz hinter sich

Der Windkraftbetreiber Prokon ist zum 31. Juli offiziell raus aus der Insolvenz. Das meldet das Amtsgericht Itzehoe in Schleswig-Holstein. Nun kann das Unternehmen seine Existenz als Genossenschaft beginnen.

Um Prokon hatte es zum Schluss einen spannenden Übernahmekampf zwischen EnBW und den Anlegern gegeben, die den Konzern Genossenschaft weiterführen wollten. Die Anleger bekamen ihren Willen. dpa

Prokon Gläubigerversammlung

Um Prokon hatte es zum Schluss einen spannenden Übernahmekampf zwischen EnBW und den Anlegern gegeben, die den Konzern Genossenschaft weiterführen wollten. Die Anleger bekamen ihren Willen.

Das Insolvenzverfahren über das Vermögen des Windparkbetreibers Prokon ist zum 31. Juli aufgehoben, meldet das Amtsgericht Itzehoe. Damit kann der Konzern, in den 75.000 Anleger insgesamt 1,4 Milliarden Euro investiert hatten, als Genossenschaft in eine neue Zukunft gehen. Im Genossenschaftsregister des Amtsgerichts Pinneberg ist er bereits seit einigen Tagen als „Prokon Regenerative Energien eG“ eingetragen.

So lassen sich Anleger schützen

Der Anwalt

Rechtsanwalt Achim Tiffe hat sich auf den Verbraucherschutz spezialisiert. Er berät Anleger, wenn sie Probleme mit Banken und anderen Finanzdienstleistern haben. Handelsblatt Online schlägt er vor, wie Anleger vor riskanten Anlagen wie beim Krisenunternehmen Prokon wirksam schützen ließen.

1. Lückenloser Schutz

Der Schutz der Verbraucher bei Geldanlagen aller Art sollte gewährleistet sein. Das heißt, dass Finanzdienstleister Privatpersonen keine Genussrechte oder Unternehmensanleihen verkaufen sollen, ohne sie ausreichend über die Risiken dieser Produkte aufzuklären. Vermittlung statt Beratung bei lückenhaften Verbraucherschutz sollte nicht mehr möglich sein.

2. Beratung ist Pflicht

Die Beratung gegenüber Verbrauchern bei riskanten Anlagen wie unternehmerischen Beteiligungen sollte Pflicht sein ohne die Möglichkeit, sie zu umgehen.

3. Beweislastumkehr

Es muss eine Beweislastumkehr für Berater gelten, zum Beispiel dann, wenn mehr als 10 Prozent des vorhandenen liquiden Vermögens in geschlossene Beteiligungen investiert werden. Bislang müssen die Kunden eine mögliche Falschberatung nachweisen.

4. Warnende Hürde

Früher mussten Anleger, die sich in Termingeschäften engagieren wollten eine spezielle Erklärung unterschreiben, die Börsentermingeschäftsfähigkeit. Dabei wurden sie über die Risiken solcher Geschäfte aufgeklärt. Auch heute würde die Einführung einer solchen warnenden Hürde vielen Verbrauchern helfen, die in riskante Geldanlagen einsteigen wollen.

5. Versicherungshaftpflicht für Berater

Nicht alle Vertriebler sind gegen Falschberatung versichert. Eine Pflicht zur ausreichenden Vermögenshaftpflichtversicherung für alle Vermittler und Berater wäre im Interesse der Anleger. Idealerweise würden Finanzprodukte nur über solche Unternehmen vertrieben werden.

6. Bessere Kontrolle

Wichtig wäre auch eine effektive Kontrolle aller Vermittler und Berater durch eine zentrale Aufsichtsbehörde mit entsprechender Ausstattung.

7. Staatshaftung

Um die Verbraucher zu schützen, benötigt es effiziente Behörden. Sie müssten bei Missständen konsequent und schnell einschreiten. Tun sie das nicht, müsste der Staat haften, fordert Tiffe.

8. Finanzmarktwächter

Es müsste einen Finanzmarktwächter geben, der zeitnah Verbraucherprobleme erfasst, aufarbeitet und an Politik und Behörden und Öffentlichkeit weitergeben kann. Laut Koalitionsvertrag könnten Verbraucherschützer damit beauftragt werden.

9. Haftungsbegrenzung

Verbraucher brauchen klare Regeln zum Ausweis von Risiken, die sie auch verstehen. Außerdem sollte es eine gesetzliche Begrenzung der Haftung der Verbraucher auf gezahlte Einlage geben.

Als Vorstände nennt das Gericht Kai Peppmaier und Andreas Knaup. Beide gehören zur Turnaround-Beratung TMC Consult, Peppmaier hatte bereits im Insolvenzverfahren die Geschäfte von Prokon gemanagt.
Auf der Gläubigerversammlung am 2. Juli hatte Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin angekündigt, es ein geeigneter dauerhafter Vorstand werde noch gesucht.

Um Prokon hatte es zum Schluss einen spannenden Übernahmekampf zwischen dem Energieversorger EnBW und den Anlegern gegeben, die den Konzern Genossenschaft weiterführen wollten.
Rund 37.000 Anleger hatten sich bereit erklärt, Teile ihrer Quote im Unternehmen zu lassen und sich als Genossen an Prokon weiterhin zu beteiligen. Das hatte ausgereicht, um EnBW aus dem Rennen zu schlagen.

Von

hus

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

30.07.2015, 15:33 Uhr

Da hilft das "Atomkraft-Nein Danke" Bild auch nichts....Porkon und mit ihr die gesamte sog. Ereuerbare Energiebranche = Energiewende war und ist noch nie marktfähig gewesen, weil diese Branche auf einen politischen und marktfeindlichen EEG (Subventionsgesetz) basiert.
Das einzige was mit Prokon und deren restichen Anteilen (Kapital) geschehen wird, ist das dass diese Vorstände dieser TMC Conuslt...
Als Vorstände nennt das Gericht Kai Peppmaier und Andreas Knaup. Beide gehören zur Turnaround-Beratung TMC Consult, Peppmaier hatte bereits im Insolvenzverfahren die Geschäfte von Prokon gemanagt.
...sich die Taschen vollmachen und Prokon bis auf den letzten Knopf ausnehmen.

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