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19.11.2014

23:38 Uhr

Protokolle der Fed

US-Notenbank ist geduldig mit dem Nullzins

Trotz des Aufschwungs in den USA gibt es von der Notenbank Fed keine Anzeichen, dass der Leitzins bald steigen könnte. Das legen die Protokolle der letzten Sitzung nahe. Doch mit einer Sache soll es bald schneller gehen.

Die Zinswende bleibt vorerst aus: Aus den Protokollen der jüngsten Notenbank-Sitzung geht hervor, dass die US-Notenbank die Zinsen vorerst noch niedrig hält. dpa

Die Zinswende bleibt vorerst aus: Aus den Protokollen der jüngsten Notenbank-Sitzung geht hervor, dass die US-Notenbank die Zinsen vorerst noch niedrig hält.

WashingtonDie US-Notenbank Federal Reserve will trotz des Aufschwungs die Zinsen noch geraume Zeit niedrig halten. Nur ein stimmberechtigtes Mitglied des Offenmarktausschusses (FOMC) sprach sich für das Ende dieses Bekenntnisses aus, wie aus den am Mittwoch veröffentlichten Protokollen der Notenbank-Sitzung vom Oktober hervorgeht.

Mehrere Zentralbanker sind zugleich dafür, schon bald näher zu erläutern, in welchem Tempo die geldpolitischen Zügel gestrafft werden könnten. An den Märkten wurde auch nach Veröffentlichung der Sitzungsprotokolle mit einer Zinserhöhung nicht vor September 2015 gerechnet.

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Die Notenbanker diskutierten lebhaft über die eingetrübten Konjunkturperspektiven in Europa, Japan und China und thematisierten auch den derzeit relativ starken Dollar. Viele FOMC-Mitglieder sind jedoch der Meinung, dass der Einfluss dieser Faktoren auf die US-Wirtschaft "ziemlich begrenzt" sei. Der Ausschuss verzichtete zugleich darauf, in seiner Erklärung auf die Marktturbulenzen Mitte des vorigen Monats einzugehen. Die Notenbanker wollten damit den Eindruck vermeiden, sie seien in "größerer Sorge, als es tatsächlich der Fall ist".

Die Fed hatte im Oktober entschieden, ihr Ankaufprogramm für Wertpapiere als Konjunkturhilfe auslaufen zu lassen. Mit dem Ende der Geldspritzen wurde die Bilanz nicht mehr ausgeweitet. Die Fed hat sie mit mehreren Programmen zum Ankurbeln der Wirtschaft in den Jahren nach Ausbruch der Finanzkrise auf mehr als vier Billionen Dollar aufgebläht.

Den Leitzins hält sie seit Ende 2008 auf dem rekordniedrigen Niveau von null bis 0,25 Prozent. Beim Zeitpunkt künftiger Zinserhöhungen will sie sich davon leiten lassen, wie die Konjunkturdaten ausfallen. Die US-Wirtschaft wächst derzeit so kräftig wie kaum ein anderes Industrieland. Das Bruttoinlandsprodukt stieg im Sommer mit einer aufs Jahr hochgerechneten Rate von 3,5 Prozent.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Herr Edgar Cayce

20.11.2014, 07:59 Uhr

Die Zinsen werden bis zum Sankt Nimmerleinstag niedrig bleiben (müssen) und die jüngsten Maßnahmen in Japan & Europa zeigen, wie stark die K.... am dampfen ist.

Herr Josef Schmidt

20.11.2014, 09:13 Uhr

Die Deflation ist auch geduldig, da kann man Negativzinsen einführen und Gelddrucken wie man will. Das hat in Japan schon seit 20 Jahren nicht funktioniert und hier wird es auch nicht funktionieren.

Herr Pom Muc

20.11.2014, 09:42 Uhr

@ Martin Gruber

Das sehe ich genauso. Die USA sind durchschnittlich höher verschuldet als die EU.

Man kann in Kalifornien höhere Zinsen genauso wenig brauchen wie im niedriger verschuldeten Italien.

Der ganze "Wirtschafts-Boom" ruht auf Fracking-Gewinnen basierend auf einem 100 Dollar Ölpreis.

Eine boomende Wirtschaft würde man in den Steuereinnahmen sehen. In weniger geliehenem Geld das man zur Deckung der Staatsausgaben benötigt.

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