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21.08.2013

21:31 Uhr

Protokolle veröffentlicht

Fed gibt kein Signal für Ende der Geldschwemme

Der Fed hat die lange erwarteten Protokolle der Zinssitzung Ende Juli veröffentlicht. Ein Zeitplan für das Ende der milliardenschweren Anleihekäufe war darin aber nicht enthalten – die Märkte reagieren enttäuscht.

Warten an der Wall Street auf die Fed-Protokolle: Keine klare Ansage für das Ende der Anleihekäufe. ap

Warten an der Wall Street auf die Fed-Protokolle: Keine klare Ansage für das Ende der Anleihekäufe.

WashingtonDie US-Notenbank Fed kann sich weiter nicht zu einem klaren Signal für ein baldiges Eindämmen der großen Geldschwemme durchringen. Aus den am Mittwoch veröffentlichten Protokollen der Zinssitzung von Ende Juli geht kein Zeitplan für den Einstieg in den Ausstieg aus der Politik des billigen Geldes hervor.

Der zwölfköpfige Offenmarktausschuss (FOMC) um Fed-Chef Ben Bernanke zeigte sich uneins, wann die Konjunkturhilfen zurückgefahren werden sollen. Einige Mitglieder hätten dafür plädiert, die Käufe „bald ein wenig“ zu drosseln, heißt es in den Protokollen. Andere hätten zur Geduld beim Herunterfahren der Konjunkturhilfen gemahnt. Derzeit kauft die Notenbank jeden Monat für 85 Milliarden Dollar Staats- und Immobilienpapiere und kurbelt damit die Wirtschaft an.

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Auch wenn US-Notenbankchef Ben Bernanke noch nicht gesagt hat, dass er aufhören will, tobt schon der Kampf um seine Nachfolge. Als Favoritin gilt Vize Janet Yellen – doch ein alter Bekannter setzt auf eine zweite Chance.

„Nahezu alle Ausschuss-Mitglieder stimmten darin überein, dass eine Änderung an dem Aufkauf-Programm im Moment noch nicht angebracht ist“ – und einige sagten, „es könnte bald an der Zeit sein, das Tempo bei den Aufkäufen ein wenig zu verlangsamen, so wie im Plan dargestellt“, heißt es in dem veröffentlichten Sitzungsprotokoll des Offenmarktausschuss FOMC zum Treffen vom 30. und 31. Juli.

Viele Teilnehmer an den Finanzmärkten haben sich darauf eingestellt, dass die Fed im nächsten Monat mit dem Herunterfahren der Konjunkturhilfen beginnt. Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer ist sich da nicht so sicher: „Der September ist noch nicht in trockenen Tüchern.“ Womöglich werde es erst im Dezember so weit sein, insbesondere wenn der Arbeitsmarktbericht im kommenden Monat „nur so lala“ ausfalle.

Bernanke hatte Mitte Juni erklärt, abhängig von der Entwicklung der Konjunktur könnten die Anleihekäufe der Fed ab dem Herbst auslaufen und bis Mitte 2014 eingestellt werden. Der Offenmarktausschuss der Fed trifft sich Mitte des nächsten Monats zu seiner Zinssitzung – danach tritt Bernanke vor die Presse. Der Arbeitsmarkt hat sich zuletzt merklich erholt. Die Erwerbslosenquote sank im Juli auf 7,4 von 7,6 Prozent im Vormonat. Niedriger war das Niveau zuletzt im Dezember 2008.

Die Fed will erst dann eine Zinserhöhung ins Auge fassen, wenn die Arbeitslosenquote auf 6,5 Prozent gesunken ist. Die meisten Fachleute rechnen erst 2015 mit einer Abkehr von der Nullzinspolitik. Einige Mitglieder im FOMC können sich laut Protokoll auch mit der Idee anfreunden, den Schwellenwert bei Bedarf weiter zu senken und die Zinserhöhung somit weiter hinauszuzögern.

Kommentare (2)

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Tempelhof

21.08.2013, 22:22 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Steuermichl

22.08.2013, 02:04 Uhr

Die Märkte reagieren nicht enttäuscht, sondern preisen das Tapering-Modell weiter ein. Nachweis ist der Anstieg der 10-jährigen Renditen und die Verluste beim Dow Jones. Aber alles gemächlich, die Zinswende soll schonend über die Bühne gebracht werden.

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