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14.05.2012

14:44 Uhr

Versetzung

Wie sich Führungskräfte verhalten sollten

VonJens Hagen

Führungskräfte sollten nicht alles mit sich machen lassen. Bevor man eine neue Stelle annimmt, sollte man sich darüber informieren. Ein vorschnelles „Ja“ kann fatale Folgen haben.

Auch wenn das Verhältnis zum Chef nicht völlig zerrüttet ist, sollten Leitende bei ihrer Karriereplanung nicht jedes Angebot annehmen. „Jede Führungskraft, die etwas auf sich hält, kann auf ein gewisses Maß an Kontinuität, Beständigkeit und Planungssicherheit bestehen“, sagt Tiemo Kracht, Geschäftsführer der Kienbaum Executive Consultants.

Nicht alle Auslandsentsendungen oder neue Projekte sind aber ein Karrieresprungbrett. „Ein bis zwei Angebote des Chefs können Führungskräfte in der Regel ohne Gesichtsverlust absagen“, sagt Kraft. Wichtig sei dabei eine gute Vernetzung im Unternehmen. „Beim Gespräch mit vertrauten Kollegen kommt schnell heraus, welcher freie Posten eine Sackgasse ist“, sagt Kracht.

Besonders wenn es mit dem Vorgesetzten kriselt, gilt höchste Vorsicht. Ein vorschnelles „Ok“ zu einer Änderung des Aufgabenbereichs kann bereits den Anfang vom Ende des Arbeitsverhältnisses bedeuten. Betroffene sollten sofort handeln, je später sie in diesen Prozess eingreift, desto schlechter sind die Erfolgschancen beim Widerstand. „Wenn die Führungskraft über Monate oder gar Jahre alles mit sich machen lässt, sinkt einerseits das Ansehen im Unternehmen“, sagt Abeln. „Andererseits lässt sich bei einem eskalierenden Streit juristisch nicht mehr gegen weit zurückliegende Änderungen vorgehen“.

Ja oder Nein? Führungskräfte müssen nicht jedes Angebot des Arbeitgebers annehmen. dpa

Ja oder Nein? Führungskräfte müssen nicht jedes Angebot des Arbeitgebers annehmen.

Arbeitsrechtlich ist die Lage klar. Der Arbeitgeber darf dem Mitarbeiter nur dann eine neue Aufgabe zuweisen, wenn diese gleichwertig im Vergleich zu den bisherigen Aufgaben ist -  und wenn er sich die Änderung der Aufgaben im Vertrag wirksam vorbehalten hat. Welche Tätigkeit im Einzelfall „gleichwertig“ ist, ist schwierig zu beantworten und sollte durch einen fachkundigen Anwalt beurteilt werden.

Wenn die Aufgabe im Vertrag nicht geregelt ist, darf der Arbeitgeber dank des gesetzlichen Weisungsrechts nach Paragraph 106 der Gewerbeordnung dem Arbeitgeber nähere Anweisungen erteilen, wie er seine Aufgabe auszufüllen hat.

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