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25.02.2015

16:18 Uhr

Recep Tayyip Erdogan

Scharfe Kritik an Zentralbank

Die türkische Zentralbank hat den Leitzins weiter gesenkt. Dem Präsidenten des Landes ist das aber offenbar noch nicht genug. Recep Tayyip Erdogan übt scharfe Kritik – und stellt die Unabhängigkeit der Bank in Frage.

Die Senkung des Leitzinses auf 7,5 Prozent ist dem türkischen Präsidenten offenbar noch nicht genug. ap

Recep Tayyip Erdogan

Die Senkung des Leitzinses auf 7,5 Prozent ist dem türkischen Präsidenten offenbar noch nicht genug.

AnkaraDer türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat der Zentralbank eine falsche Zinspolitik vorgehalten. Er warf am Mittwoch die Frage auf, ob die Notenbank unter „externem Einfluss“ stehe. Ihre Geldpolitik sei der türkischen Wirtschaft nicht dienlich, sagte Erdogan in einer Rede in Ankara.

Die Zentralbank hatte am Dienstag dem wachsenden Druck der Politik nachgegeben und den Leitzins weiter gesenkt. Sie kappte den Schlüsselsatz zur Versorgung des Bankensystems mit Geld um einen Viertelprozentpunkt auf 7,5 Prozent. Dies ist Erdogan offenbar zu wenig.

Er sagte, er widerspreche nicht der Unabhängigkeit der Zentralbank. Aber er werde nicht zögern, ihre Fehler zu benennen. Die politische Führung des Schwellenlandes hat im Vorfeld der im Juni anstehenden Parlamentswahl den Druck auf die Währungshüter verstärkt, die maue Wirtschaft mit Zinssenkungen anzukurbeln. So forderte Ministerpräsident Ahmet Davutoglu die Zentralbank zu „größeren Zinssenkungen“ auf.

Die Notenbank hat dagegen angekündigt, sie werde bei ihrem vorsichtigen geldpolitischen Kurs bleiben, bis sich die Aussichten auf stabile Preise deutlich verbesserten. Die Inflationsrate lag zuletzt bei 7,24 Prozent und damit nicht mehr ganz so hoch wie Ende 2014, als noch eine Acht vor dem Komma stand.

Von

rtr

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