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28.06.2011

12:01 Uhr

Abgeltungsteuer

Millionen nutzen ihren Freibetrag nicht

VonAnnika Williamson

Bei der Abgeltungsteuer machen die Deutschen dem Finanzamt großzügige Steuergeschenke: Jeder Siebte nutzt seinen Freibetrag nicht. Einige Bevölkerungsgruppen sind für dieses Versäumnis allerdings besonders anfällig.

Viele Anleger verschenken Geld an das Finanzamt. Quelle: dpa

Viele Anleger verschenken Geld an das Finanzamt.

DüsseldorfAn zahlreichen Stellen zahlen die Deutschen Steuern, wo sie gar nicht müssten - so auch bei der Abgeltungsteuer. Laut einer aktuellen Forsa-Studie hat fast jeder Siebte hierzulande keinen Freistellungsauftrag eingerichtet. Das heißt: Obwohl jedem Anleger ein Freibetrag zusteht, den er nicht versteuern muss, nehmen ihn viele Deutsche nicht wahr.

Auf Kurserträge, Dividenden und Zinsen müssen Anleger grundsätzlich 25 Prozent Abgeltungsteuer zahlen. Die Bank führt diese Steuer automatisch an das Finanzamt ab - außer, es liegt ein Freistellungsauftrag vor. Alleinstehenden steht ein Freibetrag von 801 Euro zu, Ehepaaren das Doppelte. Diesen Höchstbetrag können Anleger nach belieben stückeln. Bei jedem Kreditinstitut muss dazu ein separater Antrag eingehen.

Am häufigsten verpassen Schüler und Studenten diese Möglichkeit, Geld zu sparen: Fast ein Drittel von ihnen nutzt den Freistellungsauftrag nicht. Ähnlich sieht es bei Anlegern unter 30 aus.

Im reichen Bundesland Bayern wohnen die wenigsten Bürger ohne Freistellungsauftrag - nur vier Prozent haben dort keinen eingerichtet. Kein Wunder: Je wohlhabender ein Anleger, desto eher weiß er über diese Möglichkeit Bescheid und kümmert sich auch darum. Von denen mit einem Vermögen von weniger als 1000 Euro hat einer von vier Anlegern keinen Freistellungsauftrag bei der Bank eingetragen; aber nur jeder siebzehnte mit mehr als 50.000 Euro Vermögen.

Kommentare (3)

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Treuth

28.06.2011, 12:58 Uhr

Hallo, es heisst nicht "Abgeltungssteuer" mit doppel s, sondern "Abgeltungsteuer" mit einem s.

Andreas_Schmitt

29.06.2011, 22:07 Uhr

§ 32d Abs. 4 EStG........

Account gelöscht!

30.06.2011, 13:01 Uhr

Bei Schülern und Studenten?! Das ist glaube ich auch die Gruppe mit den geringsten Kapitalerträgen. Und wenn man nur 2 Euro Zinsen pro Jahr bekommt, dann kommt es auf die 52 Cent auch nicht drauf an. Und nebenbei haben die Gruppen auch noch einen Einkommenssteuerfreibetrag von 8000€. Aber um den Nutzen zu können, wenn man nur Kapitalerträge hat, muss man schon eine Steuererklärung machen.

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