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04.09.2014

10:52 Uhr

Abzocke im Internet

Warn-Button schützt die Verbraucher

Wer sich im Internet informiert, darf nicht plötzlich in eine Kostenfalle tappen. Mit einem Warn-Button wollte der Gesetzgeber die Verbraucher schützen. Das ist gelungen, doch Probleme gibt es immer noch.

Der Verbraucher soll klar erkennen können, wenn er für eine Leistung im Internet zahlen muss. dpa

Der Verbraucher soll klar erkennen können, wenn er für eine Leistung im Internet zahlen muss.

DüsseldorfGerade noch hatte sich der Verbraucher nur über ein Produkt informiert und im nächsten Moment war die Bestellung schon abgeschlossen. Solchen Kostenfallen wollte der Gesetzgeber ein Ende setzen und hat vor zwei Jahren die sogenannte Button-Lösung eingeführt. Bei jedem Bestellvorgang sollte es eine Schaltfläche geben, anhand derer der Verbraucher erkennt, dass er nun etwas bezahlen muss. Einer Studie zufolge hat sich die Abzocke im Internet dadurch tatsächlich reduziert.

Nach einer am Donnerstag vom Bundesjustizministerium vorgestellten Untersuchung ziehen Verbraucherschützer eine positive Bilanz des seit August 2012 gesetzlich vorgeschriebenen sogenannten Warn-Buttons. Demnach sind die Beschwerden im Internet-Handel „merklich zurückgegangen“. Genaue Zahlen werden in der Studie jedoch nicht genannt. Defizite gebe es jedoch bei der Umsetzung des Buttons.

Auslöser des vor zwei Jahren erlassenen Gesetzes zum Schutz vor Kostenfallen im Internet war ein Beschwerdeflut bei Verbraucherschutzzentralen. Dort wurden pro Monat rund 22.000 Internet-Nutzer registriert, die in sogenannte Abo-Fallen getappt waren. Dabei handelt es sich um verschleierte Kosten, die den überraschten Nutzen in Rechnung gestellt und bei Verweigerung mit Androhung juristischer Schritte eingefordert wurden. Als Beispiel wird in der Studie die Seite Cocktails-Rezepte.de genannt. Demnach mussten sich Nutzer dort registrieren. Dabei sei die Nutzungspauschale von 96 Euro pro Jahr leicht zu übersehen. Die Laufzeit der Nutzung betrug zwei Jahre, 192 Euro waren sofort zu überweisen.

Um solche Geschäftspraktiken zu verhindern, muss laut Gesetz nun der Kunde die Zahlung durch den Klick auf eine deutlich sichtbare Schaltfläche - den Warn-Button - bestätigen. Zudem müssen unmittelbar vor dem Klick Preis und Inhalt des Kaufvertrages aufgelistet werden. Schließlich sind die Kunden auf die Geschäftsbedingungen und ihr Widerrufsrecht hinzuweisen.

„Nachdem Verbraucherinnen und Verbraucher über Jahre hinweg durch unseriöse Betreiber von Internetseiten in teure Kostenfallen gelockt wurden, werden sie heute durch die Button-Lösung effektiv vor Betrug und Abzocke geschützt“, sagte der Staatssekretär für Verbraucherschutz Gerd Billen. „Mit dieser klaren und einfachen gesetzlichen Regelung weiß man bei Bestellungen im Internet, welche Kosten entstehen. Der Gesetzgeber hat so zahlreichen Abzockmaschen einen Riegel vorgeschoben. Auch in Zukunft wollen wir weiter energisch gegen Irreführung und Betrug vorgehen.“

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