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17.06.2015

09:52 Uhr

AIG-Verstaatlichung

Aktionäre bestehen auf Entschädigung durch USA

Die ehemaligen Aktionäre des US-Versicherers AIG kündigen an, im Streit um die Verstaatlichung in Berufung zu gehen: In der Finanzkrise wurde der Konzern verstaatlicht und sie enteignet, dafür fordern sie Entschädigung.

Einst die größte Versicherung der Welt, drohte AIG im September 2008 unter der Last fauler Derivate zusammenzubrechen. Reuters

Das AIG-Gebäude in New Yorks Finanzviertel

Einst die größte Versicherung der Welt, drohte AIG im September 2008 unter der Last fauler Derivate zusammenzubrechen.

WashingtonDie früheren Aktionäre des US-Versicherungsriesen AIG wollen Berufung gegen die Gerichtsentscheidung einlegen, dass sie im Zusammenhang mit der Verstaatlichung des Konzerns auf dem Höhepunkt der Finanzkrise 2008 keine Entschädigungen erhalten. Das kündigte die Gesellschaft Starr International am Dienstag an, in der sich die ehemaligen AIG-Aktionäre zusammengeschlossen haben.

Das Berufungsgericht solle klar stellen, „dass die Regierung nicht Milliarden Dollar seiner Bürger in die eigenen Taschen stecken“ könne. Ein Gericht in Washington hatte am Montag geurteilt, die New Yorker Zweigstelle der Zentralbank Fed habe weder die Befugnis gehabt, der American International Group (AIG) einen überdurchschnittlich verzinsten Kredit über 85 Milliarden Dollar zu gewähren, noch dazu, im Gegenzug das Firmenkapital zu beschlagnahmen.

Beides hatte die Fed an einem dramatischen Wochenende im September 2008 getan, an dem auch die Investmentbank Lehman Brothers Insolvenz anmeldete. Ohne das Eingreifen des Staates wäre AIG aus Sicht des Richters aber pleite gegangen, so dass die Anteile der Aktionäre ohnehin wertlos gewesen seien.

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Die Aktionäre begrüßten, dass in erster Instanz die Verstaatlichung als rechtswidrig eingestuft wurde. Dieses illegale Vorgehen der Regierung müsse aber auch Entschädigungszahlungen nach sich ziehen, erklärten sie. Wie die Nachrichtenagentur AFP von einem Mitarbeiter des US-Justizministeriums erfuhr, prüft die Regierung ihrerseits Einspruch gegen die Gerichtsentscheidung, die ihr Vorgehen als rechtswidrig einstufte.

Einst die größte Versicherung der Welt, drohte AIG im September 2008 unter der Last fauler Derivate zusammenzubrechen. Im Gegenzug für die Hilfen von 85 Milliarden Dollar übernahm die Regierung 79,9 Prozent der Anteile an dem Konzern. Letztlich beliefen sich die staatlichen Hilfen für AIG auf rund 182 Milliarden Dollar. Nachdem sich der Konzern wieder erholt hatte, verkaufte die Regierung ihre Anteile mit einem Profit von 22,7 Milliarden Dollar.

Von

afp

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