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19.06.2014

16:06 Uhr

Akten unsortiert in Kisten

In Prokons Büchern herrschte Chaos

VonGertrud Hussla

ExklusivDie Rechnungslegung des Windkraftbetreiber Prokon hat sich offenbar in einem chaotischen Zustand befunden: Laut eines Gutachtens lagen Akten unsortiert und offen in Kisten herum, ein wirksames Controlling gab es nicht.

Prokon-Geschäftsführer Carsten Rodbertus: Fallschirmspringen mit Firmenflugzeug. dpa

Prokon-Geschäftsführer Carsten Rodbertus: Fallschirmspringen mit Firmenflugzeug.

HamburgDer Gründer des insolventen Windparks Prokon, Carsten Rodbertus, hat zwar immer gerne darauf hingewiesen, dass er gelernter Buchhalter ist. Trotzdem muss sich die Rechnungslegung seines Unternehmens zum Zeitpunkt des Insolvenzantrags in einem chaotischen Zustand befunden haben. Das geht aus dem gerichtlichen Insolvenzgutachten hervor, das dem Handelsblatt vorliegt.

Nach Angaben des Insolvenzverwalters hätten sich erhebliche Teile der Kunden- und Anlegerakten im Rahmen einer Umstellung auf die elektronische Erfassung offen und unsortiert in Kisten befunden. Das Datensystem sei unzertifiziert gewesen. Und ein wirksames Controlling und eine Übersicht über die zu erwarteten Einnahmen- und Ausgabeströme habe es nicht gegeben.

Ähnlich sorglos habe Prokon dann das Geld der Anleger ausgegeben. An eine Ölmühle in Magdeburg und einen Holzverarbeiter in Torgau sind laut Gutachten unbesicherte Kredite in Höhe von mehreren Millionen Euro geflossen. Das Firmenflugzeug, eine Turboprop-Cessna im Wert von einer Million Euro, sei für längere Geschäftsflüge kaum geeignet gewesen. Rodbertus habe es vor allem für sein Hobby genutzt - das Fallschirmspringen.

Kommentare (1)

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24.06.2014, 11:57 Uhr

Ein einfach TOLLER Manager der könnte mit Middelhoff einen Club gründen. Nur denen passiert absolut nichts. Das ist das Traurige daran und der Anleger kann nicht tun. Toll.

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