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15.04.2015

18:06 Uhr

Alte Renten- und Lebensversicherungen

BGH stärkt erneut Rechte von Versicherten

Ein Versicherungskunde hatte 2011 gegen die Auszahlung seiner Lebensversicherung im Jahr 2008 geklagt, die Klage wurde als verjährt abgewiesen. Nun gab der BGH dem Mann recht: Er habe eine dreijährige Frist eingehalten.

Der BGH hat ein Grundsatzurteil über Verjährungsfristen bei alten Versicherungspolicen erneut bestätigt. dpa

BGH stärkt Rechte Versicherter

Der BGH hat ein Grundsatzurteil über Verjährungsfristen bei alten Versicherungspolicen erneut bestätigt.

KarlsruheDer Bundesgerichtshof (BGH) hat Kunden von alten Renten- und Lebensversicherungen erneut den Rücken gestärkt. Demnach können Verbraucher ihre Verträge auch noch nach Jahren widerrufen, wenn sie nicht umfassend aufgeklärt worden sind.

Das Gericht bekräftigte seine knapp einjährige Rechtsprechung über die Verjährung alter Renten- und Lebensversicherungsverträge. Erfolg hatte damit beim BGH ein Allianz-Kunde. (Az.: IV ZR 103/15) Er hatte 1998 eine Rentenversicherung bei dem Konzern abgeschlossen und diese bis 2008 bedient. Im gleichen Jahr legte er Widerspruch ein und kündigte den Vertrag. Er bekam 9300 Euro ausbezahlt und klagte im April 2011, weil er rund 4500 Euro mehr haben wollte.

Die Flop-10 der Lebensversicherung

Bestandsstorno

Lebensversicherungen werden in Zeiten der anhaltenden Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank immer unattraktiver. Bei vielen Versicherern steigt deswegen die Stornoquote. Der map-Report hat ermittelt bei welchen Versichern die Abgänge von 2002 bis 2013 am höchsten waren.

Platz 10

Gesellschaft: Stuttgarter

Stornoquote: 6,51 Prozent

Platz 9

Gesellschaft: HanseMerkur

Stornoquote: 6,53 Prozent

Platz 8

Gesellschaft: ARAG

Stornoquote: 6,57 Prozent

Platz 7

Gesellschaft: WWK

Stornoquote: 6,62 Prozent

Platz 6

Gesellschaft: Nürnberger Leben

Stornoquote: 6,67 Prozent

Platz 5

Gesellschaft: Aachener Münchener

Stornoquote: 6,92 Prozent

Platz 4

Gesellschaft: Barmenia

Stornoquote: 7,01 Prozent

Platz 3

Gesellschaft: Baseler Leben

Stornoquote: 7,35 Prozent

Platz 2

Gesellschaft: Paderborner Leben

Stornoquote: 7,87 Prozent

Platz 1

Gesellschaft: Targo

Stornoquote: 16,35 Prozent

Amtsgericht und Landgericht Stuttgart hatten die Klage als verjährt abgewiesen. Der BGH gab nun dem Kunden in einem am Mittwoch veröffentlichten Urteil recht: Es gelte eine dreijährige Verjährungsfrist, hieß es unter Verweis auf das Grundsatzurteil von 2014. Diese habe 2008 mit dem Widerspruch begonnen – die Klage sei 2011 also rechtzeitig erhoben worden.

Das Landgericht muss jetzt prüfen, welche Rückzahlungsansprüche der Kläger hat. Das Urteil von 2014 betraf Altverträge nach dem „Policenmodell“, die zwischen 1994 und Ende 2007 geschlossen worden waren.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Matthias Wühle

17.04.2015, 15:59 Uhr

Der Widerruf einer Lebensversicherung ist für den Verbraucher dennoch nicht automatisch die beste Möglichkeit, sich von seinem Vertrag zu trennen. da der Versicherungsschutz, der seit Vertragsschluß bestand, nicht rückwirkend nichtig oder rückgängig gemacht werden kann. Demzufolge werden diese Versicherungskosten bei Auszahlung vom Versicherer einbehalten. Gerade bei hohen Rückkaufswerten sollte man also zunächst prüfen, ob ein Verkauf der Police auf dem Zweitmarkt für Lebensversicherungen nicht mehr Sinn machen könnte, zumal im Verkaufsfall ein Rest-Versicherungsschutz noch bestehen bleibt.

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