Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.04.2015

11:06 Uhr

Anlegerrecht

Anklage im Infinus-Skandal in Sicht

Mit einem Schneeballsystem sollen sechs Manager Anleger um Hunderte Millionen Euro betrogen haben. Nun stehen die Ermittlungen der Staatsanwälte vor dem Abschluss. Die Anklageschrift ist in Arbeit.

Die Anklageschrift ist in Arbeit, doch der Prozessbeginn noch nicht absehbar. dpa

Ehemaliger Infinus-Sitz in Dresden

Die Anklageschrift ist in Arbeit, doch der Prozessbeginn noch nicht absehbar.

Dresden17 Monate nach Auffliegen des Infinus-Finanzskandals und der Festnahme von sechs Managern wegen Verdachts auf Anlagebetrug stehen die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Dresden vor dem Abschluss. Derzeit werde die Anklageschrift erarbeitet, sagte Oberstaatsanwalt Lorenz Haase der Deutschen Presse-Agentur. „Die Arbeiten kommen gut voran. Ein Ende ist absehbar.“

Wann die Klage erhoben werde, könne er aber noch nicht genau sagen. „Die Arbeiten sind sehr aufwendig.“ Wann ein Prozess beginnen kann, ist daher auch noch nicht abzusehen.

Fünf der sechs Beschuldigten sitzen nach wie vor in Untersuchungshaft. Eine Entscheidung in der aktuellen, alle drei Monate fälligen Haftprüfung habe das Oberlandesgericht noch nicht getroffen, sagte Haase. Der sechste Manager, der ebenfalls im November 2013 festgenommen worden war, hatte sich kooperationsbereit gezeigt und war bereits im Februar vergangenen Jahres wieder freigekommen.

Wann Anleger misstrauisch werden sollten

Vorsicht Vermittler

Viele Finanz- und Versicherungsvermittler haben vor allem eines im Sinn: Die eigene Provision. Die Verbraucherzentrale NRW zeigt, wann Anleger misstrauisch werden sollten.

Interessen kennen

Seien Sie sich darüber im Klaren, dass es keine kostenlosen Beratungen gibt. Aufgrund des Provisionsinteresses ist jede „Beratung“ durch eine Bank oder einen Finanzvertrieb in Wirklichkeit ein Verkaufsgespräch.

Gier vermeiden

Lassen Sie sich von den angepriesenen Renditechancen nicht blenden, sondern hinterfragen Sie kritisch auch die mit dem Anlageprodukt verbundenen Risiken.

Heitere Gelassenheit

Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Wenn man Ihnen keine Zeit lassen will, um das Angebot nochmals zu überdenken und zu prüfen, dann hat der Anbieter etwas zu verbergen.

Gefährliche Formulierungen

Prüfen Sie das Beratungsprotokoll und achten Sie darauf, dass nicht irgendwelche Formulierungen enthalten sind, mit denen Ihnen im Streitfall die Verantwortung zugeschoben wird – beispielsweise mit Formeln wie „auf ausdrücklichen Wunsch des Kunden“ oder Risikohinweisen, die im Gespräch überhaupt nicht auf den Tisch gebracht worden sind.

Schneller Rücktritt

Nutzen Sie beim Abschluss eines Vertrags in den eigenen vier Wänden die Widerrufsfrist, um das Geschäft nochmals zu überdenken. Zögern Sie im Zweifelsfall nicht, von Ihrem Rücktrittsrecht auch Gebrauch zu machen.

Ausdauer

Unterschreiben Sie niemals einen Vertrag, wenn Sie das Finanzprodukt nicht voll und ganz verstanden haben.

Fürsorge

Helfen Sie mit, ältere Menschen vor Finanzhaien zu schützen, indem Sie innerhalb Ihrer eigenen Familie Aufklärungsarbeit leisten und Ihren Eltern bei ihren Finanzgeschäften Unterstützung anbieten.

Initiative

Machen Sie sich in Finanzfragen nicht von externen Beratern abhängig, sondern eignen Sie sich Grundwissen über die wichtigsten Anlageformen an. Die Verbraucherzentralen bieten hierzu leicht verständliche und praxisnahe Ratgeber.

Strategie

Stellen Sie immer die Finanzplanung an die erste Stelle und entscheiden Sie erst danach, welche Produkte überhaupt infrage kommen. So vermeiden Sie spontane Anlageentscheidungen, die langfristig nicht zu Ihrer Lebensplanung passen. Quelle: Schwarzbuch Banken von der Verbraucherzentrale NRW

Die Staatsanwaltschaft wirft den Männern vor, nach einem Schneeballsystem Zehntausende Anleger um Hunderte Millionen Euro betrogen zu haben. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe und der Beschlagnahme umfangreicher Vermögenswerte sind die meisten Firmen aus dem rund zwei Dutzend Unternehmen zählenden Geflecht zahlungsunfähig geworden. Die Forderungen belaufen sich nach Angaben des Insolvenzverwalters Bruno Kübler allein bei der Konzernmutter, der Future Business KGaA (Fubus), auf knapp zwei Milliarden Euro.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×