Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.01.2010

09:14 Uhr

Anlegerverluste

Maischberger und die Suche nach der Schuld der Banker

VonAnnika Reinert

Tausende Anleger verloren in der Finanzkrise ihr Erspartes, weil sie auf unsichere Papiere setzten. Doch wer ist Schuld? Der Bankberater oder der Anleger? Sandra Maischberger ging dieser Frage in ihrer Sendung nach. Der Titel gab schon mal die Richtung vor: "Erstes Gebot für Banker: Der Kunde bleibt der Dumme!"

Die Runde bei "Maischberger" suchte nach Fehlern von Bankern und Anlegern, und wie man diese in Zukunft vermeidet. dpa

Die Runde bei "Maischberger" suchte nach Fehlern von Bankern und Anlegern, und wie man diese in Zukunft vermeidet.

KÖLN. Frank Lehmann möchte nicht, dass man die Lehman-Aktie (sprich: "Liemän") wie seinen Namen ausspricht. Nein, damit will der Journalist, der bis 2007 für den Hessischen Rundfunk von der Frankfurter Börse berichtet hat, nichts zu tun haben. Schließlich verkauften viele Berater die Zertifikate der amerikanischen Pleitebank als eine sichere Investition. Mit schlimmen Folgen für die Anleger.

Als Gast bei "Menschen bei Maischberger" am Dienstagabend nun wollte Frank Lehmann die Berater zwar nicht verteidigen, sagte aber, sie seien aber nicht alleine Schuld: "Jahrzehntelang ist alles gut gegangen, 2008 kam dann die Katastrophe. Es hat immer mal Verluste gegeben", so der Journalist. Und: "Berater sind genauso gekippt worden."

Wer also ist Schuld, wenn arglose Privatanleger auf einmal mit leerem Konto dastehen?, wollte Maischberger herausfinden. Zwar hieß der Titel der Sendung "Erstes Gebot für Banker: Der Kunde bleibt der Dumme!". Auf einen Sündenbock konnten sich die Gäste aber nicht einigen.

Immerhin wusste Lehmann zu sagen: Alter schützt vor Torheit nicht - erstrecht bei Finanzgeschäften. Die Gruppe der Anleger, die am häufigsten in die Falle völlig unpassender Anlagen tappt, hat schon einen Namen. "A-und-A-Anleger" seien das, alt und ahnungslos. Meistens seien es Frauen, die sich ihr ganzes Leben lang nicht um Finanzen sorgen mussten: Dann stirbt der Ehemann, und sie wollen eigentlich nur die Rente sichern.

Viel verloren hat auch Maischbergers nächster Gast, Christl Werth. Sie hatte auf den Rat von Freunden und Bankberatern gehört, als sie ihr Vermögen von zwei Mio. Mark anlegen wollte - "erhaltend", wie sie sagt. Von Risiko habe sie nie etwas gehört. Mit fatalen Folgen: Seit dem Krisenjahr 2008 lebt Werth von Sozialhilfe, das Vermögen ist verpufft.

Kommentare (16)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

hans goldmann

20.01.2010, 10:45 Uhr

Also das glaube ich nicht, als Schlußsatz diesen dummen Satz von Herrn Lehmann. "Geld .. Frauen".
ich habe doch gerade eine bank, weil ich nichts davon verstehe, ich rufe ja auch einen Klempner, weil ich Wasserrohre NiCHT selbst verlegen kann.
Und dann die Krönung "... unwirtschaftliche Entscheidung".
betrug, Verschleierung, Lügen, Veruntreuung ... - das sind dann also wirtschaftliche Entscheidungen.

Frau Maischberger, Sie sollten besser schaun, wen Sie in ihren Sendungen zu Wort kommen lassen.

Herzliche Grüße

PS. Die Klassifizierung bankintern heißt "AD Kunde - ALT UND DOOF"

Aufklöärung08

20.01.2010, 11:50 Uhr

An dem oa. Artikel kann man sehr schön sehen, wie verdeckte Werbung (hier eine TV-Sendung) heutzutage läuft.
ich bin recht sicher, das die Einschaltquoten von Frau M. nicht zufriedenstellend sind, ggfs auch die Verkaufszahlen von Herrn L.`s büchern.

Der Artieinhalt war entsprechend nichtssagend.

ist da die neue Hb-Qualität, am beispiel immobilie u. und Vorsorge...?

immerhin 3 Online-Seiten auf Handelsblatt.com gefüllt und geld verdient, so kann man es auch sehen.

Thomas

20.01.2010, 12:26 Uhr

Die Sendung hat für mich auch einmal mehr gezeigt, dass man sich selbst auch mit Anlagen beschäftigen muss - und das Gerede von "Notabitur" und "Mein Mann hat immer alles geregelt ..." kann ich nicht gelten lassen. Heutzutage kann man von einem mündigen bürger - vor allem wenn man 2 Mio DM erbt - erwarten, dass er sich ein wenig damit beschäftigt und das Geld im Auge behält. Wenn der Deutsche ein Auto kauft, dann feilscht er und holt zig Vergleichsangebote.
Wie sagte Herr Lehmann: in Finanzdingen sind wir deutsche Analphabeten.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×