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10.07.2015

15:16 Uhr

Arbeitsgericht urteilt

Kündigung wegen entwendeten Brötchen unwirksam

Weil ihr eigenes Essen gestohlen wurde, entwendete eine Krankenschwester acht halbe Brötchen aus dem Pausenraum. Prompt folgte die Kündigung. Doch die ist unwirksam, wie ein Arbeitsgericht entschieden hat.

Die Krankenschwester hatte umgehend eingeräumt, die Brötchen aus dem Kühlschrank genommen zu haben, weil ihr eigenes Essen gestohlen worden sei. dpa

Unverhältnismäßige Kündigung

Die Krankenschwester hatte umgehend eingeräumt, die Brötchen aus dem Kühlschrank genommen zu haben, weil ihr eigenes Essen gestohlen worden sei.

HamburgEiner Krankenschwester darf nach 23 Dienstjahren nicht fristlos gekündigt werden, weil sie acht halbe belegte Brötchen aus dem Kühlschrank des Pausenraums genommen und mit ihren Kolleginnen verzehrt hat. Das geht aus einer am Freitag veröffentlichten Entscheidung des Arbeitsgerichts Hamburg hervor (Az. 27 Ca 87/15).

Die Kündigung sei unverhältnismäßig; zuvor hätte eine Abmahnung als milderes Mittel ausgesprochen werden müssen. Die belegten Brötchen waren für externe Mitarbeiter bestimmt, zum Beispiel Rettungssanitäter.

Das Arbeitsgericht hielt fest, dass auch die Entwendung geringwertiger Sachen grundsätzlich eine außerordentliche Kündigung rechtfertigen könne. Doch sei eine Prüfung des Einzelfalls erforderlich. Dabei sei zugunsten des Arbeitnehmers zu berücksichtigen, ob er bei seiner Pflichtverletzung offen oder heimlich gehandelt habe und wie er mit den Vorwürfen umgehe. Die Krankenschwester hatte umgehend eingeräumt, die Brötchen aus dem Kühlschrank genommen zu haben, weil ihr eigenes Essen gestohlen worden sei.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

10.07.2015, 18:54 Uhr

In gewisser Weise hat der Eigentümer sein Eigentum ja schon damit zur Disposition gestellt, daß er die Brötchen zur Fremdbedienung freigab - kostenlos.

Damit ist ein grober Vertrauensverstoß - wie in anderen bekannten Fällen - nicht unmittelbar verbunden.

Alsdann: schönes urteilen.

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