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18.06.2012

13:51 Uhr

Arbeitsrecht

Angedrohte Krankschreibung sorgt für Entlassung

Wenn ein Arbeitsnehmer mit Krankschreibung droht, kann dies zu seiner Kündigung führen. Diese Erfahrung machte eine Putzfrau, die ihren beantragten Urlaub nicht bekam. Sie meldete sich deshalb krank - mit Ankündigung.

Erpressung durch Krankschreibung sollten Arbeitnehmer vermeiden. dapd

Erpressung durch Krankschreibung sollten Arbeitnehmer vermeiden.

NürnbergBekommt ein Arbeitnehmer seinen eingereichten Urlaub vom Arbeitgeber nicht genehmigt, sollte er tunlichst vermeiden, ihn mit der Androhung von Krankschreibung erpressen zu wollen. Sein Arbeitsverhältnis könnte schneller beendet sein, als ihm lieb ist. Vor allem, wenn er seine Drohung tatsächlich wahr macht.

Im Fall einer Putzfrau entschied das Landesarbeitsgerichts Mecklenburg-Vorpommern jetzt, dass so ein Vorgehen seitens des Arbeitnehmers eine grobe Verletzung der Leistungsteuerpflicht darstellt - Grund genug für eine fristlose Kündigung (AZ. 5 Sa 63/11).

Die Frau war in einem Hotelbetrieb beschäftigt. Der von ihr eingereichte Urlaubsantrag bezog sich auf einen Zeitraum, zu dem voraussichtlich sehr viele Gäste das Hotel verlassen wollten. Die Hotelleitung bat die Reinigungskraft daher um ein Verschieben des Urlaubs um zwei Wochen. Ungeachtet dieser Bitte, drohte die Putzfrau der Hotelbetreiberin: „Nö, dann bin ich eben krank.“

Daraufhin erschien sie für den Zeitraum des beantragten Urlaubs auch wirklich nicht an ihrer Arbeitsstelle und legte anschließend der Hotelleitung eine ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung für die zwei Wochen vor. Die Hotelbetreiberin kündigte der Reinigungskraft fristlos. Und das mit allem Recht.

„Denn damit gibt der Arbeitnehmer unmissverständlich zu verstehen, er sei zur Durchsetzung seiner persönlichen Interessen bereit, seine ihm zwar zustehenden Rechte aus dem Entgeltfortzahlungsrecht gegebenenfalls auch grob zu missbrauchen“, erklärt Rechtsanwältin Tanja Leopold. Ein solches Verhalten sei nicht nur eine Verletzung der Leistungssteuerpflicht, sondern untergrabe auch das Vertrauen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

Von

sid

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

18.06.2012, 14:17 Uhr

Und was ist eigentlich mit dem Vertrauen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber?
Für den Arbeitnehmer soll es normal sein, wenn der Arbeitgeber sein Vertrauen mißbraucht? Was soll ein Arbeitnehmer denn tun, wenn er einen Urlaub fest eingeplant hat und er diesen auf einmal verschieben soll??
Auch die Gerichte sollten endlich mal lernen, daß Vertrauen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer keine einseitige Sache sein darf, sondern immer zweiseitig sein muß. Was ist das für eine Fairniss im Arbeitsrecht, wenn eine Partei machen kann was sie will und die anderen nur zu gehorchen hat?

LF1

18.06.2012, 14:25 Uhr

Den Urlaub sollte man eben erst planen, sobald er genehmigt ist. Und der Arbeitgeber kann in der Hochsaison den Urlaub verweigern. Was soll daran unfair sein?

Urlauber

18.06.2012, 14:56 Uhr

"Was soll ein Arbeitnehmer denn tun, wenn er einen Urlaub fest eingeplant hat und er diesen auf einmal verschieben soll??" - na zuerst den Urlaub genehmigen lassen und dann buchen - wie das wohl die Meisten tun! Dann kann sich der AG heraussuchen, ob er eine Aushilfe einstellt oder ggf. Storno bezahlt. So ging es mir jedenfalls, AG zahlte die Hotelumbuchung.
Pacta sunt cervanda!

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