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08.01.2014

15:13 Uhr

Arbeitsrecht

Angeschwärzt und abgestempelt

VonJens Hagen

Mit Datenschutz ist es in vielen Unternehmen nicht weit her. Vertrauliche Informationen werden an Dritte weitergegeben, negative Beurteilungen machen die Runde. Was Führungskräfte über Mitarbeiter weitergeben dürfen.

Giftgrube Personalakte: Unrechtmäßige Einträge müssen gelöscht werden.

Giftgrube Personalakte: Unrechtmäßige Einträge müssen gelöscht werden.

Beim Kampf um eine Abfindung führt nicht jeder Bluff zum Ziel. In den Verhandlungen um das Ausscheiden einer Führungskraft pokerten die Anwälte eines weltweit tätigen Versicherungskonzerns zu hoch. Ihre Behauptung: In der Personalakte des Mitarbeiters seien „unterschiedlichste“ Informationen zu finden, die eine Trennung rechtfertigen würden. Was genau in der Akte zu finden sei, wollten die Vertreter des Versicherers aber nicht nennen.

Die Taktik ging nicht auf. Der Rechtsvertreter des Mitarbeiters brach die Gespräche daraufhin ab und verlangte Einsicht in die Akte. „Es gab überhaupt keine nachteiligen Schilderungen, die Akte war unvollständig und offensichtlich in größter Eile zusammengebastelt“, sagt Christoph Abeln, Inhaber der gleichnamigen Kanzlei in Berlin und Frankfurt. Wichtige Beurteilungen und Belobigungen fehlten, dafür war der Mietvertrag für die Tiefgarage dreimal verzeichnet.

„Die Akte wurde aber von einem externen Dienstleister geführt und an die generischen Anwälte weitergegeben, ohne dass der Mitarbeiter seine Einwilligung gegeben hatte“, sagt Abeln. Das sei ein schwerer Verstoß gegen den Datenschutz. „Eine Personalakte enthält höchstpersönliche Daten und eine Weitergabe verletzt die Persönlichkeitsrechte der Mitarbeiter“, sagt Abeln. Arbeitgeber müssen deshalb dafür Sorge tragen, dass nur ein sehr begrenzter Kreis von Mitarbeitern Zugang hat.

Was für die Führungskraft zum Abschied in einer „schnellen und vorteilhaften Aufhebungsvereinbarung mit dem Chefsyndikus“ endete, ist für viele Mitarbeiter und Leitende ein Problem. Wenn externe Unternehmen an persönliche Daten gelangen ist die datenschutzgerechte Verwendung oft zweifelhaft. Auch im Unternehmen ist ein fairer Umgang mit Mitarbeitereinschätzungen wichtig.

Wie Unternehmen Führungskräfte weichkochen

Zielvorgaben

Aufgaben und Aufträge werden unbestimmt gehalten und laufend verändert.

Zeugnis

Schlechte Beurteilungen werden bewusst erstellt um spätere Ablehnungen in internen Bewerbungsprozessen zu rechtfertigen.

Überforderung oder Degradierung

Projektaufgaben werden ohne die erforderlichen Sach- und Personalressourcen übertragen.

Sterbezimmer

Führungskräfte werden in besondere Abteilungen ausgegliedert.

Listenplatz

Führungskräfte werden auf besondere „schwarze“ Listen gesetzt. Quelle: Abeln Rechtsanwälte.

Wenn falsche oder belastende Beurteilungen weitergegeben werden, steht die Karriere auf dem Spiel. Handelsblatt Online erklärt, was Führungskräfte über Mitarbeiter weitergeben dürfen und wie sich Opfer von geheimen Flüsterparolen wehren können.

Kommentare (4)

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Django

08.01.2014, 15:25 Uhr

Mir hat mal eine Führungskraft gesagt, das hinter den Werkstoren die Demokratie aufhört. Musste ich leider persönlich Jahre später feststellen, wo ich diese Firma "verlassen durfte".

Im Prinzip is es egal was in der Personalakte steht - positives wie auch negatives. Es wird so lange von den vermeintlichen Führungskräften an Tatsachen gedreht und unwahrheiten kolpoltiert, bis man nach Monaten aufgibt und die Abfindung annimt.

mon_yburns@central.banktunnel.eu

08.01.2014, 16:22 Uhr

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H-artz-IV@central.banktunnel.eu

08.01.2014, 16:40 Uhr

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