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08.11.2012

09:32 Uhr

Arbeitsrecht

Welche Schimpfwörter den Job kosten

Im Joballtag geht es schnell hitzig zu. Ein falsches Wort kann aber die fristlose Kündigung bedeuten. Welche Kraftausdrücke Mitarbeitern den Job kosten und was sie ihrem Chef ungestraft an den Kopf werfen dürfen.

Ruge bewahren: Wer im stressigen Joballtag die Ruge behält, geht auf Nummer sicher. dpa

Ruge bewahren: Wer im stressigen Joballtag die Ruge behält, geht auf Nummer sicher.

DüsseldorfDas war dann doch des Guten zu viel. Ein Angestellter beim Straßenbau der Stadt Mönchengladbach verkündete seinem Vorgesetzten vor den Kollegen: "Ich hau dir vor die Fresse, ich nehme es in Kauf, nach einer Schlägerei gekündigt zu werden, der kriegt von mir eine Schönheitsoperation, wenn ich dann die Kündigung kriege, ist mir das egal." Was der Angestellte schon beim Ausspruch seiner Drohung ahnte, bestätigte heute das Arbeitsgericht Mönchengladbach (Az. 6 Ca 1749/12).

Die fristlose Kündigung des seit 1987 bei der Stadt Mönchengladbach beschäftigte Mannes sei rechtens. Der Gekündigte habe seinen Vorgesetzten "in strafrechtlich relevanter Art und Weise bedroht". Zudem sei er ungefähr ein Jahr zuvor wegen Bedrohung seines damaligen Chefs bereits einschlägig abgemahnt worden. Auch ergab die Beweisaufnahme dem Gericht zufolge keinen Beleg für die Behauptung des Arbeiters, er sei von seinem Vorgesetzten massiv provoziert worden.

Arbeitsrecht: Darf ich meinen Chef „blöder Sack“ nennen?

Arbeitsrecht

Darf ich meinen Chef „blöder Sack“ nennen?

Der Druck nimmt zu, in Stressphasen kann es zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern krachen. Im Interview erklärt der Anwalt Christoph Abeln, wann vorlaute Mitarbeiter rausfliegen können.

Der Druck im Job nimmt zu, vielfach liegen die Nerven blank. Wer die Kontrolle verliert und seinem Chef die Meinung sagt, riskiert dann seinen Job. Doch die Rechtslage ist nicht immer so eindeutig wie bei dem Straßenbauarbeiter in Mönchengladbach. Im Arbeitsalltag verwischen schnell die Grenzen zwischen einer klaren Meinungsäußerung und unbotmäßigen Beleidigungen. Handelsblatt Online erklärt, wann Mitarbeiter den Job riskieren, und welche Äußerungen der Chef erdulden muss.

Wer seinem Chef all zu unverblümt die Meinung sagt oder die gebotene Distanz zu Kollegen vermissen lässt, begibt sich arbeitsrechtlich auf dünnes Eis. „Die Zeiten, in denen die Rechtsprechung Arbeitnehmern im betrieblichen Alltag ein Höchstmaß an Mäßigung abverlangte, sind zwar vorbei. Arbeitnehmer geben ihr Recht auf freie Meinungsäußerung nicht mehr an den Werktoren ab“, erläutert Alexius Leuchten, Fachanwalt für Arbeitsrecht bei Beiten Burkhardt in München.

Dennoch empfehle es sich, im betrieblichen – wie auch im privaten - Umfeld gewisse Umgangsformen einzuhalten. „Tun Beschäftigte das nicht, riskieren sie im Extremfall sogar eine außerordentliche Kündigung“, so Leuchten.

Kommentare (6)

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balius

08.11.2012, 10:07 Uhr

nach Lektüre des Artikels könnte man echt den Eindruck gewinnen Frauen seien nur Opfer allerlei Anzüglichkeiten.
Herabwürdigendes und demütigendes Verhalten erlebt man sowohl auch von Frauen nur ist es gesellschaftlich verpönt als Mann darauf auch nur im Ansatz einzugehen...

KFR

08.11.2012, 10:18 Uhr

selbstverständlich solange der offensichtliche Augenschein die Behauptungen nicht bestätigen oder diese gerichtsfest beweisbar sind,

Auf diesem Rechtsgebiet gibts abweichend die Umkehr der Beweispflicht.

Account gelöscht!

08.11.2012, 14:38 Uhr

Nicht jedes Wort in die Goldwaage werfen, wie z.B. die Äußerungen des Straßenbauarbeiters. Das sind teilweise auch sehr rauhe Gesellen. Da wird eben mal Dampf abgelassen.

Alles sofort zur Anzeige bringen zu wollen, löst auch nicht das Problem.
Zudem kommt es darauf an, ob man es überhaupt zulässt, sich beleidigen zu lassen.

Geht man selbst aggressiv auf die Beschimpfungen eines Anderen ein, zeigt dies, dass dessen Aggression und Unzufriedenheit auf einen selbst übergehen - man sich dafür empfänglich zeigt, was ebenfalls Zeugnis eines schwachen Charakters ist.
Ignoriert man Menschen, so zeigt man ihnen, wie uninteressant sie sind.
Das ärgert diese mehr, als sich kindisch, mit unüberlegten Schimpfworten, auf das gleiche Niveau herabsetzen.

Man sollte nicht, einem Straßenköter gleich, sich kläffend auf jeden Knochen stürzen, der einem hingeworfen wird.
(Schon der eigenen Gesundheit zuliebe)

Und merke: Chef's sind doch schon seit Jahrhunderten immer A***r! ;-)

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