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14.05.2012

14:07 Uhr

Arbeitsrecht

Wenn ein falsches Wort den Job kostet

VonCatrin Gesellensetter

Einmal dem Chef so richtig die Meinung sagen - wer wünscht sich das nicht. Doch wer sein Recht auf Meinungsäußerung allzu frei auslegt, dem drohen ernste Konsequenzen. Wie viel Offenheit ist am Arbeitsplatz erlaubt?

Passiver Widerstand: Ein falsches Wort kann den Job kosten. gms

Passiver Widerstand: Ein falsches Wort kann den Job kosten.

1676 Stunden. Diese Zeit, so Berechnungen des statistischen Bundesamtes, verbringt ein deutscher Durchschnittsarbeitnehmer mit Vollzeitjob alljährlich im Büro. Deutlich mehr, als gemeinhin für Familie, Kinder oder den Ehepartner zu Verfügung steht. Per se kein dramatischer Befund – solange die Arbeit Spaß macht. Zahlreiche Studien, darunter eine aktuelle Umfrage der Unternehmensberatung Gallup, belegen jedoch: Das Gegenteil ist häufig der Fall.

In den vergangenen 25 Jahren ist die Zufriedenheit der Deutschen mit ihrem Job konstant gesunken. Einer der Gründe: die steigende Arbeitsbelastung, die damit einhergehende Dauergesellschaft durch Kollegen und vor allem die Unzufriedenheit mit dem eigenen Chef. 63 Prozent der Befragten leisten nur noch Dienst nach Vorschrift, jeder vierte Beschäftigte hat innerlich bereits gekündigt.

Mut wird nicht immer belohnt

Aus diesen Zahlen den Schluss zu ziehen, die deutsche Arbeitnehmerschaft bestünde ausschließlich aus Menschen, die still vor sich hin leiden, wäre allerdings verfrüht. Es gibt auch jede Menge Beschäftigte, die ihrem Unmut über echte oder vermeintliche Missstände offen Ausdruck verleihen. Sie sprechen aus, was andere kaum zu denken wagen. Ohne Risiko ist dieses Verhalten allerdings nicht.

Wer seinem Chef all zu unverblümt die Meinung sagt oder die gebotene Distanz zu Kollegen vermissen lässt, begibt sich arbeitsrechtlich auf dünnes Eis. „Die Zeiten, in denen die Rechtsprechung Arbeitnehmern im betrieblichen Alltag ein Höchstmaß an Mäßigung abverlangte, sind zwar vorbei.

Arbeitnehmer geben ihr Recht auf freie Meinungsäußerung nicht mehr an den Werktoren ab“, erläutert Alexius Leuchten, Fachanwalt für Arbeitsrecht bei Beiten Burkhardt in München. Dennoch empfehle es sich, im betrieblichen – wie auch im privaten - Umfeld gewisse Umgangsformen einzuhalten. „Tun Beschäftigte das nicht, riskieren sie im Extremfall sogar eine außerordentliche Kündigung“, so Leuchten.

Bleibt nur die Frage: Wann verletzt ein Arbeitnehmer mit all zu großer Offenheit seine arbeitsvertraglichen Pflichten? Wie viel Meinungsfreiheit verträgt das Arbeitsverhältnis? Und welche Konsequenzen drohen, wenn die Grenzen des guten Geschmacks einmal überschritten werden?
Ein Überblick von Handelsblatt Online zeigt, was sich Mitarbeiter erlauben dürfen und was nicht.

Kommentare (7)

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idiot

14.05.2012, 14:19 Uhr

Befehl und Gehorsam: nachwievor als Pimpfenpraxis in der Bundesrepublik der fettgefressenen Deutschland. [...]

[+++ Beitrag von der Redaktion editiert +++]

pro-D

14.05.2012, 14:21 Uhr

Jede Wahrheit braucht einen Mutigen, der sie ausspricht
?????????????


Bloss im in Sachen der Bild / Wulff Affäre schlachtet man den Bundespräsidenten dafür, dass er in seiner Rede zu Lindau die Wahrheit gesagt hat.

Selbst das HB hat nicht diese Körchen an MUT

Numismatiker

14.05.2012, 14:30 Uhr

@pro-D:

Wullf ist Geschichte und das zu Recht. Leute ohne Gespür für Moral und Anstand dürfen kein öffentliches Amt bekleiden.

Ihre krude Theorie wird durch die andauernde Wiederholung nur langweiliger, nicht stichhaltiger

Ich habe auch nicht vor, mit Ihnen darüber weiter zu diskutieren; dafür ist mir meine Zeit zu schade.

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