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07.03.2014

11:17 Uhr

Arbeitszeitgesetz

Gerichtspräsidentin sieht Chefs in der Pflicht

Chefs müssen darauf achten, dass ihre Mitarbeiter die gesetzlichen Arbeitszeiten einhalten. Darauf weist die Präsidentin des Bundesarbeitsgerichts, Ingrid Schmidt, hin. Aber auch die Arbeitnehmer müssten Grenzen ziehen.

Die Präsidentin des Bundesarbeitsgerichts, Ingrid Schmidt, nimmt die Arbeitgeber in die Pflicht. dpa

Die Präsidentin des Bundesarbeitsgerichts, Ingrid Schmidt, nimmt die Arbeitgeber in die Pflicht.

FrankfurtDie Präsidentin des Bundesarbeitsgerichts, Ingrid Schmidt, sieht bei der Einhaltung von Arbeitszeiten vor allem Vorgesetzte in der Pflicht. „Es ist vorrangig die Aufgabe des Vorgesetzten, dafür zu sorgen, dass die vertraglich geschuldete Leistung in der Arbeitszeit erledigt werden kann“, sagte Schmidt der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Freitagsausgabe). Allerdings müssten auch Arbeitnehmer für sich Verantwortung übernehmen.

Nach geltenden Regeln dürfen Arbeitnehmer nur acht Stunden am Tag arbeiten, in Ausnahmefällen auch einmal zehn Stunden. Schmidt forderte die Unternehmen auf, das Arbeitszeitgesetz ernst zu nehmen. „Besonders im Umgang mit Smartphones oder E-Mails dürfen Unternehmen ihre Beschäftigten nicht wie selbstverständlich außerhalb der Dienstzeiten in Anspruch nehmen“, sagte Schmidt. Arbeitgeber, die dies täten, machten etwas in der Arbeitsorganisation falsch. Arbeitnehmer müssten aber auch Grenzen gegen solche Übergriffe ziehen.

In der immer größeren Bedeutung des Themas Compliance, also der Einhaltung interner Richtlinien und Gesetze, sieht Schmidt die Rückkehr des „redlichen Kaufmanns“. Dieser habe „seine Rechte und Verhandlungsstärke nicht bis zum Allerletzten“ ausgereizt, sagte Schmidt. Dies habe sich in den vergangenen Jahrzehnten jedoch geändert.

Wenn Arbeitgeber jahrelang von solchen Strukturen profitiert hätten, könnten sie Arbeitnehmer bei Verstößen nicht einfach kündigen. „Kein Arbeitnehmer kommt von sich aus auf die Idee, aus eigener Tasche Schmiergeld zu zahlen oder Zinssätze zu manipulieren“, sagte Schmidt. Statt solchen Mitarbeitern zu kündigen, könnten sie beispielsweise auch versetzt werden.

Von

afp

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