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07.03.2006

10:56 Uhr

Aufteilungs- und Abzugsverbot bei Werbungskosten

Frische Wäsche vom Fiskus

Wer neben seiner privaten Wäsche auch noch typische Berufskleidung in der Wäschetrommel hat, kann nach einer Entscheidung des Finanzgerichts München den auf die Berufskleidung entfallenden Teil der Wäsche- und Pflegekosten dem Fiskus in Rechnung stellen.

li DÜSSELDORF. Dem steht nicht das so genannte Aufteilungs- und Abzugsverbot bei Werbungskosten im Weg, das den Abzug gemischt veranlasster Kosten grundsätzlich versperrt (§ 12 Nr. 1 Satz 2 Einkommensteuergesetz). Vielmehr kann die Höhe der beruflich bedingten Wäschekosten geschätzt, zum Beispiel auch anhand repräsentativer Daten der Verbraucherverbände, und als Werbungskosten abgesetzt werden.

Der Kläger war als Bauarbeiter zu jeder Jahreszeit im Freien tätig. Durch die Einwirkung von Staub, Beton, Öl und bautypischen Verunreinigungen machte er in seiner Einkommensteuererklärung hohe Kosten der Wäschereinigung geltend, weil er besonders schwere Arbeitskleidung tragen müsse und diese auch häufig zu waschen sei.

Seine Zusammenrechnung der Reinigungskosten für die Wäsche von Pullovern, Hemden, Cordwesten, Socken, Unterwäsche und Cordlatzhosen, die das Firmenlogo tragen, belief sich auf rund 550 Euro pro Jahr.

Finanzamt und Finanzgericht erkannten davon immerhin 242 Euro an Kosten an. Denn - so die Richter - die Kosten für die Wäsche und das Bügeln von typischer Berufskleidung sind als Werbungskosten zu qualifizieren.

Die Vermischung von privater und berufstypischer Wäsche führe dazu, dass eine genaue Ermittlung, welcher Anteil der Kosten berufsbedingt veranlasst sei, unmöglich ist. Der Kostenanteil sei aber sachgerecht zu schätzen.

Dabei bediente sich das Gericht der Angaben der Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände e.V. über die Kosten und die Anzahl der einzelnen Waschgänge nach allgemeinen Richtsätzen.

Dem Kläger nützte das aber letztlich nichts, weil sein Arbeitnehmer-Werbungskostenpauschbetrag nicht überschritten war.

Az.: 10 K 1422/02

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