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18.09.2013

09:26 Uhr

Bafin-Auskunft

Beschwerdesturm gegen Bankberater

ExklusivViele Kunden sind unzufrieden mit ihren Bankberatern. Die Finanzaufsicht Bafin sammelte in acht Monaten mehr als 7400 Beschwerden. Verbraucherschützer empören sich und fordern Gesetzesänderungen.

Finanzaufsicht: Bei der Bafin sammeln sich Beschwerden über Bankberater. dapd

Finanzaufsicht: Bei der Bafin sammeln sich Beschwerden über Bankberater.

Fünf Jahre ist der Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers mittlerweile her. Fünf Jahre, in denen Banken und Anlageberater öffentlich immer wieder beschworen haben, ihre Lektion aus dem Finanzfiasko gelernt zu haben. Spricht man hingegen mit Annabel Oelmann, Finanzexpertin von der Verbraucherzentrale NRW, scheinen Falschberatungen nach wie vor alles andere als die Ausnahme zu sein.

Beispiel gefällig? Oelmann erzählt von einer älteren Dame, die ihren Bankberater anweist, dass sie bitte „kein Risiko“ eingehen möchte. So ist es auch im handschriftlichen Gesprächsprotokoll vermerkt. Im Gespräch bietet der Berater der Frau dann schließlich Immobilienfonds an – nicht gerade eine als sichere Geldanlage verschriene Anlageklasse.
Dass es sich nicht um einen Einzelfall handelt, belegen nun frische Zahlen aus dem Bundesfinanzministerium, die Handelsblatt Online vorliegen. Seit 2012 sammelt die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) Beschwerden von Anlegern, die sich von ihren Beratern schlecht informiert fühlen. Hintergrund: Seit dem Jahr 2012 sind Berater dazu verpflichtet, jede Beschwerde, ob mündlich oder schriftlich, ob gelöst oder ungelöst, an die Bafin zu melden. Tun sie es nicht, verstoßen sie gegen das Aufsichtsrecht.

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Das Beraterregister ist Teil des Anlegerschutzgesetzes, das der Bundestag 2011 beschlossen hat. Doch für die Finanzdienstleister fallen die jüngsten Zahlen aus dem Ministerium wenig schmeichelhaft aus. Im Zeitraum von November 2012 bis Ende Juni 2013 wurden demnach 7443 Beschwerdeanzeigen eingereicht – das Gros davon gegen Banken (3462 Beschwerden), gefolgt von Sparkassen (2293) und Genossenschaftsbanken (1640).

Die Zahlen gehen aus einer Antwort des Ministeriums hervor, die Handelsblatt Online vorliegen. Gefragt hatte Gerhard Schick, der finanzpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im Bundestag. Und Schick fordert jetzt auch Konsequenzen: „Es wird Zeit, den finanziellen Verbraucherschutz endlich zur Chefsache zu erklären und Anleger auf Augenhöhe mit den Banken zu stellen“.

Kommentare (40)

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Account gelöscht!

18.09.2013, 09:45 Uhr

Ein offener Immobilienfonds kann durchaus für eine riskoscheue Anlegerin geeignet sein. Man sollte nicht immer von den schlechten Immofonds wie den P2Value oder ähnlichen ausgehen. Es gibt z.B. den UniImmoEuropa, WPKN 980551 oder den UniImmoDeutschland, WPKN 980550 oder auch recht gute und stabile Immfonds aus dem Hause DEKA, die sogar von Gerichten für die Anlage von Mündelgeld geeignet sind !

Account gelöscht!

18.09.2013, 09:53 Uhr

Offene Immobilienfonds gelten durch aus als "sicher". Risikoscheue Anleger werden auf diesen Fonds aufmerksam gemacht, da ein Sachwert dahinter steht.
Klar, ein Geldmarktfonds ist noch sicherer, nur da sind die Kosten ungleich höher entgegen der Renditeerwartung.

fischkopf

18.09.2013, 09:54 Uhr

Die BAFIN ist doch nur ein Alibi in Sachen Verbraucherschutz. Ich hatte das zweifelhafte Vergnügen, mich dort auch über eine Bank zu beschweren. Nach monatelanger Untätigkeit eines Mitarbeiters (ich glaube sogar es war ein Abteilungsleiter!) der BAFIN habe ich eine Dienstaufsichtsbeschwerde hingeschickt. Diese wurde dann von eben diesen Mitarbeiter (!) als unbegründet zurückgewiesen... Nein, von der BAFIN kann niemand wirkliche Hilfe erwarten.

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