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10.05.2016

15:53 Uhr

Bafin prüft Panama-Geschäfte

Aufseher legen härtere Gangart ein

VonYasmin Osman

Im Jahresbericht posiert das Direktorium der Finanzaufsicht Bafin im Stile der TV-Ermittler von „CSI: New York“. Die Behörde will gleich mehrere Fehltritte deutscher Kreditinstitute aufklären.

Charaktere der Krimiserie „CSI: New York“. Im Jahresbericht 2015 posieren die Direktoriumsmitglieder Bafin in verblüffend ähnlicher Haltung.

Bekannte US-Krimiserie

Charaktere der Krimiserie „CSI: New York“. Im Jahresbericht 2015 posieren die Direktoriumsmitglieder Bafin in verblüffend ähnlicher Haltung.

FrankfurtDie Finanzaufsicht Bafin will die Verbindungen deutscher Banken zu Briefkastenfirmen in Panama besonders gründlich unter die Lupe nehmen. Neun Institute hatten der Bafin gegenüber eingeräumt, für Kunden in der Steueroase Panama aktiv gewesen zu sein. Das zieht nun ungewöhnlich akribische Untersuchungen der Aufsicht nach sich.

Denn anders als üblicherweise will die Finanzaufsicht diesmal nicht einfach Wirtschaftsprüfer zu den Banken schicken und die verdächtigen Geschäfte vor Ort untersuchen lassen. „Wir wählen da einen völlig neuen Ansatz und lassen uns alle Originaldokumente von den Instituten schicken und werten sie im eigenen Haus aus“, betonte der für die Bankenaufsicht zuständige Exekutivdirektor Raimund Röseler. In diesem Fall habe es die Bafin für angemessen gehalten, sich die Originaldokumente auch selbst anzusehen.

Die größten Banken Deutschlands

Platz 10

Helaba

Bilanzsumme: 151 Milliarden Euro

(Stand, wenn nicht anders angegeben: 31.12.2014)

Platz 9

Postbank

Bilanzsumme: 155 Milliarden Euro

Platz 8

NordLB

Bilanzsumme: 198 Milliarden Euro

Platz 7

BayernLB

Bilanzsumme: 232 Milliarden Euro

Platz 6

Landesbank Baden-Württemberg (LBBW)

Bilanzsumme: 266 Milliarden Euro

Platz 5

Hypovereinsbank

Bilanzsumme: 300 Milliarden Euro

Platz 4

KfW-Bankengruppe

Bilanzsumme: 489 Milliarden Euro

Platz 3

DZ- und WGZ-Bank

Bilanzsumme: rund 500 Milliarden Euro

Davon entfallen etwa 400 Milliarden auf die DZ-Bank und ungefähr 95 Milliarden auf die WGZ-Bank. Am 19. November 2015 wurde bekannt, dass die beiden Genossenschaftsbanken fusionieren werden.

Platz 2

Commerzbank

Bilanzsumme: 564 Milliarden Euro

Platz 1

Deutsche Bank

Bilanzsumme: 1.700 Milliarden Euro

Dieses strengere Vorgehen könnte auch Schule machen. „Wir prüfen schon, ob unsere bisherigen Untersuchungsmethoden bei Geldwäsche der richtige Weg sind“, erläuterte Röseler. Der finanzpolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Gerhard Schick, begrüßte die Vorgehensweise der Aufsichtsbehörde. „Die BaFin darf sich nicht auf die Berichte von Wirtschaftsprüfern verlassen, die von den Prüflingen für diese Berichte bezahlt werden, sondern muss mit eigenem Personal eigene Prüfungen vornehmen, wenn sie Banken und Unternehmen auf Augenhöhe begegnen will“, sagte er.

Die härtere Gangart in Sachen Panama Papers steht symbolisch für einen veränderten Ansatz in der Regulierung von Kreditinstituten: Danach wird Fehlverhalten von Bankmanagern mittlerweile viel schneller und härter sanktioniert, als das früher der Fall war. „Die gewachsene Bedeutung von Verhaltensregulierung ist noch nicht überall verstanden worden“, sagte Bafin-Präsident Felix Hufeld. Es gehe in der Regulierung heutzutage nicht mehr nur darum, dass die Banken stabil seien, sondern auch darum, wie sie ihr Geschäft betreiben würden.

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Bafin-Chef Hufeld will Banken bei Vergehen stärker zur Kasse bitten – und hält den Garantiezins für zu hoch.

Im Falle der Panama-Papers trifft die gründliche Untersuchung insgesamt neun Banken. Zwar tauchten im Rahmen der Enthüllungen eines internationalen Recherchenetzwerkes die Namen von insgesamt 13 deutschen Instituten auf: Commerzbank, Deutsche Bank, HypoVereinsbank, Berenberg, Sal. Oppenheim, BHF-Bank, HSBC Trinkaus & Burkhardt, BayernLB, LBBW, HSH Nordbank, DZ Bank sowie die Deutschland-Töchter von UBS und Credit Suisse.

Kommentare (3)

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Rainer von Horn

10.05.2016, 16:02 Uhr

Cum-Cum-, Cum-Ex- und Pnama-Geschäfte. Kein Wunder, dass die Bankenaktienkurse in letzter Zeit nicht mehr steigen wollen, wenn die Aufsicht nun alle "Geschäftsmodelle" der Großbanken entdeckt.

Account gelöscht!

10.05.2016, 16:22 Uhr

Und, wo ist da jetzt da die große Überraschung ? Bei dem Geschäft " Dividendenstripping " (Cum- und Ex-Transaktionen oder Cum-Cum-Deals) haben doch alle mitgemacht, egal ob Investment-, Retail oder Landesbanken, um ihre Haushaltskasse und das Taschengeld von Großanlegern aufzubessern.

Account gelöscht!

10.05.2016, 16:24 Uhr

Stimmt!


Die Bafin ist eine "Behörde."

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