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02.06.2017

15:02 Uhr

Bafög-Rechner - Tool der Woche

Viel Aufwand, viel Bürokratie – und viel Ertrag?

VonSarah Doll

Für viele Studierende ist Bafög essentiell. Oft jedoch fürchten sie die teilweise Rückzahlung und den hohen Aufwand. Eine undankbare Arbeit, die sich aber rentiert. Der Bafög-Rechner unterstützt bei der Kalkulation.

Viele junge Leute können sich ein Studium ohne Bafög nicht leisten. dpa

Im Hörsaal

Viele junge Leute können sich ein Studium ohne Bafög nicht leisten.

FrankfurtDie Abiturprüfungen sind geschrieben und hoffentlich auch bestanden. Für viele Schüler stellt sich dann die Frage, wie es weitergeht. Etwa 80 Prozent von ihnen zieht es sofort vom Klassenzimmer in den Hörsaal. Doch ein Hochschulstudium ist teuer – allen voran, wenn es Studierende in eine andere Stadt zieht und sie nicht mehr von den Eltern unterstützt werden.

Für viele junge Erwachsene ist der Bafög-Zuschuss die einzige Chance, ein Hochschulstudium finanzieren zu können. Keine Frage: Der bürokratische Aufwand für einen Antrag ist enorm und kompliziert, die Berechnung erst recht. Studierende haben Anspruch auf einen Zuschuss, wenn ihnen die erforderlichen Mittel für Lebensunterhalt und Ausbildung nicht anderweitig zur Verfügung stehen. Bei der Kalkulation sind die Einkünfte der Eltern, persönliche Lebensumstände und die eigene finanzielle Situation hinreichend. Ein Antrag würde sich für viele lohnen.

Das Wichtigste zum Bafög

Wo beantrage ich Bafög?

In der Regel ist für Studierende das Studentenwerk der Hochschule zuständig, an der sie eingeschrieben sind. Bei Auszubildenden ist es das Amt für Ausbildungsförderung, in dessen Bezirk sich die Ausbildungsstätte befindet. Für Schüler ist das Amt für Ausbildungsförderung am Wohnort der Eltern zuständig.

Wer kann einen Anspruch auf Bafög haben?

Die Geförderten müssen die deutsche Staatsangehörigkeit haben oder einen anderen aufenthaltsrechtlicher Status (§ 8 BAföG).

Wo liegt die Altersgrenze?

Für ihre Ausbildung können Lernende bis zum 30. und für ihr Masterstudium bis zum 35. Lebensjahr eine Förderung beantragen.

Wo gibt es weitere Informationen?

Ausführliche Informationen zum Bafög bietet das Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Grundsätzlich kann jeder einen Antrag auf Förderung stellen, der aktuell in einer Ausbildung steckt. Die Art der Ausbildung – Universität, Fachhochschule oder Berufsschule – spielt keine Rolle. Jedoch wird nur die Erstausbildung gefördert: Wechseln eingeschriebene Studenten die Fachrichtung oder brechen ein Studium ab, kann die Förderung verweigert werden. Im Jahr 2015 bezogen 611.376 Studierende in Deutschland Bafög. Die Quote wird von Jahr zu Jahr geringer, zuletzt sank sie von 19 auf 15 Prozent. Gleichwohl: Vier von fünf Bafög beziehenden Studierende geben an, dass sie sich das Studium ohne den Zuschuss nicht leisten könnten.

Achim Meyer auf der Heyde, Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks (DSW), glaubt, dass viele trotzdem absichtlich auf ihren Anspruch verzichten. Zum einen schrecke sie die Last der Rückzahlung ab. „Ich kann nur empfehlen, den Antrag zu stellen, zumal erst fünf Jahre nach Förderende maximal nur 10.000 Euro in kleinen Raten zurückzuzahlen sind“, sagt Meyer auf der Heyde. Die halbe Förderung ist also tatsächlich ein Zuschuss, der nicht zurückgezahlt werden muss, die andere Hälfte ein zinsloses Darlehen.

Für Schüler ist Bafög gar ein Vollzuschuss – sie müssen nichts zurückzahlen. Anspruch haben aber nur diejenigen Schüler, die nicht mehr bei ihren Eltern wohnen. In der Regel ist zudem eine abgeschlossene Vorausbildung notwendig. Ein Beispiel: Anspruch hätte ein Schüler, der nach seinem Hauptschulabschluss noch das Abitur anstrebt und von zuhause ausgezogen ist.

Und der Zeitaufwand? Auch der hemmt. Wer einen Erstantrag stellt, braucht laut Statista in der Regel fünfeinhalb Stunden. Dieter Drohnen, Präsident des Berliner Forschungsinstituts für Bildungs- und Sozialökonomie, schätzt, dass vier von zehn Studierenden aus diesem Grund keinen Antrag stellen, obwohl der Mehraufwand ihr Einkommen stärken würde. Hierbei soll der Bafög-Rechner des Handelsblatts helfen: Dieser kalkuliert den voraussichtlichen Förderzuschuss – und zeigt, ob sich der bürokratische Aufwand überhaupt lohnt.

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