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28.05.2013

07:44 Uhr

Bankkonto in Österreich

Wohin jetzt mit den Millionen?

VonKatharina Schneider

Aus der Traum von der Steueroase: Schon bald könnten die Banken in Österreich automatisch Kundendaten an den deutschen Fiskus übermitteln. Anleger sind besorgt. So könnte ein Beratungsgespräch beim Steueranwalt ablaufen.

Die Millionen mit dem Koffer in Österreich abholen? Keine gute Idee! Getty Images

Die Millionen mit dem Koffer in Österreich abholen? Keine gute Idee!

DüsseldorfDeutsche Kunden konnten bislang sicher sein, dass ihr Geld bei der österreichischen Bank anonym verwahrt wird. Das Land erhebt zwar eine Quellensteuer von 35 Prozent, doch die lässt sich Experten zufolge vergleichsweise einfach umgehen. Auf Anlagen beispielsweise, die über eine ausländische Gesellschaft oder einen anderen Treuhänder gehalten werden, muss sie nicht gezahlt werden. Doch jetzt will auch Österreich das Bankgeheimnis aufweichen und künftig beispielsweise Kontodaten deutscher Kunden automatisch an die deutschen Steuerbehörden übermitteln. Was können Bankkunden jetzt tun? Ein Gespräch mit Martin Wulf, dem Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Steuerrecht im Deutschen Anwaltsverein.


Herr Wulf, nehmen wir einmal an, ich komme als Mandantin zu Ihnen: Ich habe ein Bankkonto mit fünf Millionen Euro in Österreich, wegen der neuesten Vereinbarungen zum Informationsaustausch bin ich sehr besorgt: Wie bringe ich mein Geld in Sicherheit?
Theoretisch haben Sie zwei Möglichkeiten: Entweder Sie bringen Ihr Geld woanders hin oder Sie machen sich steuerehrlich. Meines Erachtens spricht bei dieser Summe viel für die zweite Wahl.

Kann ich das Konto nicht einfach auflösen, das Geld in einen Koffer packen und mit nach Hause nehmen?
Für Barauszahlungen gibt es keine Meldepflicht. Und im Fall von Österreich ist der Transport tatsächlich einfacher als etwa in der Schweiz. Wenn Sie mit dem Auto über die Grenze wollen, haben Sie normalerweise freie Fahrt. Innerhalb der EU müssen ein- und ausgeführte Geldbeträge auch nicht beim Zoll gemeldet werden. Insofern würden Sie sich also beim Grenzübertritt zumindest keinen weiteren Sanktionen aussetzen.

Welche Strafen Steuertricksern drohen

10.000 Euro hinterzogen

Hier wird in der Regel eine Geldstrafe verhängt, die in etwa einem Jahresnettoeinkommen des Steuerpflichtigen entspricht.

Tagessätze

Die Strafverfolgungsbehörden ermitteln die Geldstrafe nach so genannten Tagessätzen. Der Geldbetrag für einen Tagessatz soll dem Tagesnettoeinkommen entsprechen.

Berechnung des Tagesatzes

Hat jemand ein Jahreseinkommen von 50.000 Euro brutto und Abzüge von 20.000 Euro für Steuern, Versicherungen und ähnlichem, so wäre der Tagessatz 82 Euro (gerechnet: 30.000:365).

Anzahl der Tagessätze

Bei einer Hinterziehung von 10.000 Euro werden in der Regel 365 Tagessätze verhängt. Das bedeutet im Beispielsfall 365x82 = 29.930 Euro. Die Geldstrafe läge also bei rund 30.000 Euro.

Verhältnis zur hinterzogenen Steuer

Bei hohen Einkommen kann laut Experten die Strafe durchaus höher als die hinterzogene Steuer sein. Schließlich soll sich Steuerhinterziehung ja nicht lohnen.

20.000 Euro hinterzogen

Bei 20.000 Euro kommt man zu rund 440 Tagessätzen. Die Strafe läge im Beispielsfall dann 36.080 Euro.

Regionale Unterschiede

Es ist bekannt, dass in den verschiedenen Bundesländern unterschiedlich streng bestraft wird. Eine interne Tabelle weist dies nach. Insofern gelten die hier genannten Strafrahmen nicht absolut, sondern sind lediglich Faustregeln.

Schwere Vergehen

Nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofes (Az. 1 StR 525/11) ist die Chance, auch bei schweren Steuervergehen um eine Haftstrafe herumzukommen, deutlich gesunken. Die Karlsruher Richter haben mit ihrer Entscheidung ein Urteil des Landgerichts Augsburg kassiert, das einen Unternehmer wegen 1,1 Millionen Euro hinterzogener Steuern nur zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt hatte. Dieses Strafmaß sei zu gering, entschied der BGH. Das Urteil liegt im Trend, glaubt Martin Wulf von der auf Steuerstrafrecht spezialisierten Kanzlei Streck Mack Schwedhelm: „In der Tendenz ziehen die Sanktionen an“, sagt der Jurist.


Prima, in Österreich war ich schon oft mit dem Auto, was soll da schief gehen?
Es fängt schon mit ganz banalen Sicherheitsbedenken an. Überlegen Sie mal, Sie haben auf dem Rückweg einen Autounfall. Dann könnten die Geldkoffer ganz schnell verloren sein.


Ich fahre vorsichtig und passe gut auf, ich bringe mein Geld in Sicherheit und lege es dann in einen Safe oder ein Schließfach bei der Bank.
Das könnten Sie tun, die Frage ist aber: Was haben Sie dann von dem Geld? Sie können es nicht sinnvoll nutzen. Um es verzinslich anzulegen, müssten Sie es auf ein Konto einzahlen, aber das geht nicht, denn große Bareinzahlungen müssen durch die Banken geprüft werden. Zudem würde der sprunghafte Anstieg Ihres inländischen Anlagevermögens sehr wahrscheinlich Fragen des Finanzamts auslösen. Eine Anlage bei einer deutschen Bank scheidet also aus, festverzinsliche Papiere können sie ebenso vergessen wie Aktien, denn solche Anlagen bekommen Sie schließlich nicht irgendwo an einer Theke.

Kommentare (26)

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Account gelöscht!

28.05.2013, 07:52 Uhr

Wohin mit den Millionen?

In Deutschland versteueren! Aber das geht wohl gar nicht. Damit müßte man ja etwas für das land tun, in dem man lebt, und dessen Infrastruktur und Umfeld die Erzielung der Einkünfte ermöglichte.

Alternativ: Ablegen der deutschen Staatsbürgerschaft und weg! Bitte schnell!

Account gelöscht!

28.05.2013, 07:52 Uhr

Wohin mit den Millionen?

In Deutschland versteueren! Aber das geht wohl gar nicht. Damit müßte man ja etwas für das land tun, in dem man lebt, und dessen Infrastruktur und Umfeld die Erzielung der Einkünfte ermöglichte.

Alternativ: Ablegen der deutschen Staatsbürgerschaft und weg! Bitte schnell!

Manfred

28.05.2013, 07:54 Uhr

Warum braucht man überhaupt "Steueroasen" ?
Weil die VolksverTRETER nicht die Interessen des Volkes vertreten, sondern ihre Eigenen und die ihrer "Vorgesetzten".
Und das dumme Volk lässt sich das gefallen und schläft.....
Aber das Bewußtsein der Menschheit ist wohl zu unreif um in einer gerechten Welt unter Freiheit lebeb zu können....
Schade - eigentlich.....
Aber so wie es aussieht, stehen so richtig schlechte Zeiten vor uns. Der weltweite "Crash" bringt vielleicht einige Menschen zum Aufwachen, wenn es zu spät ist.....

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