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27.12.2012

09:48 Uhr

Betriebskostenabrechnung 2011

Frist für die Nebenkostenabrechnung läuft ab

Die Frist für Nebenkostenabrechnungen des Jahres 2011 läuft am 31. Dezember ab. Verpassen Vermieter diesen Termin, müssen Mieter für 2011 nichts nachzahlen. Doch es gibt Ausnahmen.

Ein Mietvertrag: Bis zum 31. Dezember muss die Nebenkostenabrechnung für 2011 bei den Mietern eingehen. dpa

Ein Mietvertrag: Bis zum 31. Dezember muss die Nebenkostenabrechnung für 2011 bei den Mietern eingehen.

KarlsruheBis zum 31. Dezember können Vermieter noch die im Vorjahr angefallenen Kosten für Müllabfuhr, Hausstrom, Wasser, Versicherungen und Ähnliches in Rechnung stellen. Werden Nachzahlungen fällig, müssen die Mieter diese anteilig bezahlen.

Geht die Abrechnung erst nach Neujahr ein, verliert der Vermieter seine Ansprüche. Mieter sind dann also sicher, dass für das Jahr 2011 keine Nachforderungen mehr auf sie zukommen - jedenfalls in den meisten Fällen.

Es gibt nämlich eine Ausnahme, über die der Bundesgerichtshof (BGH) erst vor wenigen Wochen entschieden hat. Es ging um den Fall, dass das Finanzamt die Grundsteuer für eine Wohnung rückwirkend neu festsetzte. Dabei ging es um eine Mietwohnung in Berlin. Der Vermieter rechnete die Nebenkosten zwischen 2002 und 2007 zwar regelmäßig und fristgerecht ab. Er teilte seinem Mieter jedoch mit, dass eine Neufestsetzung der Grundsteuer vorgenommen werde. Deshalb behalte er sich für diesen Posten eine Nachberechnung vor.

Das Finanzamt setzte erst Ende 2007 die Grundsteuer rückwirkend für die Jahre 2002 bis 2006 fest. Der Vermieter verlangte daraufhin von seinem Mieter nachträglich 1.095 Euro. Der zahlte jedoch nicht und ging davon aus, dass die Forderung verjährt sei.

Da hatte er aber die Ausnahme im Gesetz nicht beachtet. Zwar gilt grundsätzlich: Betriebskosten sind spätestens zwölf Monate nach Ablauf des Jahres abzurechnen, in dem sie entstanden sind. Hat der Vermieter jedoch "die verspätete Geltendmachung nicht zu vertreten", tritt keine Verjährung ein, heißt es in Paragraf 556 BGB weiter. In solchen Fällen beginnt die Frist erst in dem Jahr zu laufen, in dem der Vermieter von der Forderung Kenntnis erhielt.

Steuertipps zum Umzug

Meldung beim neuen Finanzamt

Wenn Gewerbetreibende oder Freiberufler umziehen, müssen sie die Verlegung ihres Sitzes innerhalb eines Monats dem neuen Finanzamt melden. Privatpersonen geben einfach ihre nächste Steuererklärung beim neuen Finanzamt ab.

Meldung beim alten Finanzamt

Das alte Finanzamt muss man nicht informieren. Die Finanzämter unterrichten sich gegenseitig. Allerdings ist es sinnvoll, dem alten Finanzamt dennoch Bescheid zu geben, so können die Beamten die Akten schon an das neue Amt weiterleiten. Das kann die Wartezeit des Steuerzahlers verkürzen.

Private Umzugskosten

Wer aus privaten Gründen umzieht, hat nur geringe Möglichkeiten, die Kosten bei der Steuerklärung geltend zu machen. Wer ein Umzugsunternehmen engagiert, kann die Arbeitskosten für Möbelpacker als haushaltsnahe Dienstleistungen absetzen, anerkannt werden 20 Prozent der Kosten, maximal 4.000 Euro. „Die Materialkosten, etwa für den LKW und die Umzugskartons, sind jedoch nicht steuerlich absetzbar“, sagt Markus Deutsch vom Deutschen Steuerberaterverband. In der Rechnung der Spedition müssen deshalb alle Kosten einzeln aufgeschlüsselt werden. Zudem sollten die Leistungen nicht bar gezahlt werden, wichtig ist immer ein Kontobeleg und eine Rechnung.

Beruflich veranlasste Umzugskosten

Wer umzieht, weil er einen neuen Job hat oder sich das Pendeln sparen will, kann die Ausgaben als Werbungskosten geltend machen. „Zur Frage, wann ein Umzug beruflich veranlasst ist, gibt es viele Einzelfallentscheidungen, in der Regel wird es aber dann anerkannt, wenn die Fahrtzeit zur Arbeit durch den Umzug erheblich verkürzt wird“, sagt Steuerberater Deutsch. Als Richtwert wird oftmals eine Zeitersparnis von einer Stunde genannt.

Tatsächliche Umzugskosten

Wer wegen seines Jobs umzieht, kann die tatsächlichen Umzugskosten vollständig als Werbungskosten geltend machen. Hier wird nicht zwischen Materialkosten und Arbeitskosten unterschieden.

Sonstige Umzugskosten

Neben den tatsächlichen können pauschal auch sonstige Umzugskosten abgesetzt werden, darunter fallen beispielsweise Kosten für Zeitungsinserate, die Anmeldung des Telefonanschlusses und die Ummeldung des Autos. Für Umzüge nach dem 1. Januar 2012 beträgt die Pauschale für Ledige 657 Euro, für Ehepaare ist die doppelt so hoch und für jedes Kind kommen 289 Euro hinzu. Die einzelnen Belege muss der Steuerzahler nicht einreichen.

Wenn der Chef zahlt

Fein raus ist der Steuerzahler, wenn der Arbeitgeber seine Umzugskosten zahlt. „Sofern die Erstattung die tatsächlich entstandenen Kosten nicht übersteigt, gilt die Zahlung nicht als geldwerter Vorteil“, sagt Steuerberater Markus Deutsch. Es werden also weder Steuern noch Sozialabgaben fällig. Die Rechnungen muss der Steuerzahler seinem Arbeitgeber vorlegen, damit dieser die Belege aufbewahren kann.

Doppelte Miete absetzbar

Wer berufsbedingt umzieht und vorübergehend eine zweite Wohnung am Arbeitsort anmietet, kann diese Kosten unbegrenzt als Werbungskosten geltend machen. Wenn die Familie schon einige Monate später nachzieht, gilt das auch für die Kosten einer großen Wohnung mit mehr als 60 Quadratmetern, entschied der Bundesfinanzhof (Az: VI R 2/11, vom 13. Juli 2011). Dem Urteil zufolge liegt in diesem Fall keine doppelte Haushaltsführung vor, bei der die absetzbare Wohnung maximal eine Größe von 60 Quadratmetern haben dürfte.

Kosten für die Nachhilfe

Wenn der Nachwuchs wegen des Umzugs Nachhilfe benötigt, kann der Steuerzahler auch diese Kosten bei der Steuererklärung geltend machen. Ab 2012 werden 1.657 Euro anerkannt.

Da im konkreten Fall das Finanzamt die endgültige Steuer erst im Dezember 2007 mitgeteilt hatte, blieben dem Vermieter also zwölf Monate Zeit, die Nachzahlung zu verlangen. Diese Frist hatte er eingehalten. Der Mieter muss die 1.095 Euro zu zahlen. (Aktenzeichen: Bundesgerichtshof VIII ZR 264/12)


Von

dapd

Kommentare (1)

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nrothweiler

14.01.2013, 23:58 Uhr

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