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13.03.2017

17:29 Uhr

BFH-Urteil für Vermieter

Keine Werbungskosten für die Einbauküche

VonConstanze Elter

Bislang konnten Vermieter zumindest einzelne Teile einer neuen Einbauküche bei der Steuererklärung als Werbungskosten geltend machen. Ein aktuelles Urteil des Bundesfinanzhofs setzt dieser Praxis nun ein Ende.

Eine Küche gehört zu den typischen Investitionen von Vermietern. dpa

Einbauküche

Eine Küche gehört zu den typischen Investitionen von Vermietern.

MünchenDie Einbauküche ist meist das erste, das in einem Mietobjekt erneuert werden muss. Ob Spüle, Elektroherd oder Einbaumöbel: Für den Immobilienbesitzer fallen je nach Ausstattung hohe vierstellige Summen an. Bislang konnten Vermieter diese Kosten zumindest teilweise noch im gleichen Jahr als Erhaltungsaufwand abziehen – zum Beispiel die Ausgaben für Spüle und Herd. Der Bundesfinanzhof hat nun in dieser Hinsicht rechtlich die Richtung gewechselt und schlägt restriktivere Töne an.

Im zugrundeliegenden Fall hatte ein Ehepaar in drei Eigentumswohnungen neue Einbauküchen angeschafft – inklusive Herd, Spüle, Elektrogeräte und Einbaumöbel. Insgesamt beliefen sich die Kosten auf knapp 10.000 Euro. Das Finanzamt verlangte zunächst, die Aufwendungen über die Nutzungsdauer von zehn Jahren abzuschreiben. Nach einem Einspruch der Eheleute durften immerhin die jeweiligen Kosten für Spüle und Herd sofort abgesetzt werden. Begründung: Es handele sich um erneuerte, unselbstständige Gebäudebestandteile und damit um Erhaltungsaufwand. Bei den Einbaumöbeln sei dies nicht der Fall.

Das Ehepaar klagte – und hatte das Nachsehen. Denn der Bundesfinanzhof ging noch einen Schritt weiter als das Finanzgericht, das die Klage als unbegründet zurückgewiesen hatte, und entschied gar nicht mehr im Sinne des betroffenen Steuerzahlers (Az.: IX R 14/15).

Demnach sind die Ausgaben für die komplette Erneuerung einer Einbauküche – inklusive Spüle, Herd, Einbaumöbel und Elektrogeräte – in einem vermieteten Immobilienobjekt nicht sofort als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung abzugsfähig. Vielmehr müssen sie über einen Zeitraum von zehn Jahren abgeschrieben werden.

Wer muss eine Einkommensteuererklärung machen?

Keine Pflicht zur Steuererklärung

Alleinstehende Arbeitnehmer, die nur bei einem Arbeitgeber beschäftigt sind, müssen in der Regel keine Steuererklärung abgeben. Das ändert sich, wenn ...

Nebeneinkünfte

- wenn Nebeneinkünfte von mehr als 410 Euro pro Jahr erzielt wurden.

Mehrere Arbeitgeber

- der Arbeitnehmer bei mehreren Arbeitgebern gleichzeitig beschäftigt ist oder war.

Gesamtbetrag der Einkünfte über 8.354 Euro

- keine Einkünfte aus einer Arbeitnehmertätigkeit mit Lohnabzug erzielt wurden, aber der Gesamtbetrag der Einkünfte bei einem Ledigen im Jahr 2014 beispielsweise durch eine Rente über 8.354 Euro liegt.

Lohnersatzleistungen

- Lohnersatzleistungen wie beispielsweise Arbeitslosen- und Elterngeld über 410 Euro pro Jahr bezogen wurden.

Freibetrag eingetragen

- auf der Lohnsteuerkarte ein Freibetrag eingetragen wurde.

Ehegatte in Steuerklasse V oder VI

- der Arbeitnehmer verheiratet ist und einer der Ehegatten nach der Steuerklasse V oder VI besteuert wurde.

Besteuerung nach Faktorverfahren

- der Arbeitnehmer verheiratet ist und die Ehegatten nach dem sogenannten Faktorverfahren besteuert wurde.

Sonstige Bezüge nicht einbezogen

- der Arbeitnehmer nacheinander bei verschiedenen Arbeitgebern beschäftigt war und ein Arbeitgeber einen sonstigen Bezug (beispielsweise Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld oder Abfindungen) versteuert hat, bei dem der Arbeitslohn beim anderen Arbeitgeber nicht mit einbezogen wurde.

Scheidung

- der Arbeitnehmer geschieden wurde – oder der Ehegatte gestorben ist – und er im gleichen Jahr wieder geheiratet hat.

Verlustvortrag

- zum Ende des Vorjahres ein sogenannter Verlustvortag festgestellt wurde – beispielsweise Verluste aus Vermietung und Verpachtung.

Die geänderte Rechtsprechung beruht darauf, dass der Bundesfinanzhof den Begriff der wesentlichen Bestandteile bei Wohngebäuden neu definiert. Das Gericht argumentierte, dass die Ausstattung von Küchen mit Möbeln und Geräten in der jüngsten Vergangenheit einem starken Wandel unterworfen war. So würden Küchenspülen heute nicht mehr als eigenständige Möbeleinheit verbaut, sondern bestünden in der Regel nur noch aus einem Spülbecken in der Arbeitsplatte über einen Siphon.

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