Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.12.2012

18:13 Uhr

BGH-Urteil

Fruchtquark darf sich nicht mit Milch vergleichen

Nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshof ist ein Werbespruch für einen bestimmten Ehrmann-Fruchtquark unzulässig. Foodwatch fordert Maßnahmen gegen Verbrauchertäuschung.

Eine Packung Monsterbacke-Früchtequark der Firma Ehrmann. Die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs hält den Werbespruch für irreführend und hatte geklagt. dpa

Eine Packung Monsterbacke-Früchtequark der Firma Ehrmann. Die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs hält den Werbespruch für irreführend und hatte geklagt.

Karlsruhe/BerlinDer Werbeslogan „So wichtig wie das tägliche Glas Milch!“ für einen Fruchtquark ist als gesundheitsbezogene Angabe grundsätzlich nicht zulässig. Das folgt aus einer am Mittwoch verkündeten Entscheidung des Bundesgerichtshofs. Der Joghurthersteller Ehrmann hatte mit dem Spruch für seinen Fruchtquark „Monsterbacke“ geworben.

Das Verbot folge aus der europäischen Verordnung über „nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben über Lebensmittel“, so die Richter (Az. I ZR 36/11). Nach der Verordnung besteht allerdings die Möglichkeit, den Spruch EU-weit behördlich genehmigen zu lassen, wenn die Aussage in wissenschaftlichen Studien bestätigt wird.

Die BGH-Richter legten den Fall noch dem Europäischen Gerichtshof vor, um klären zu lassen, ob die Genehmigungspflicht bereits im Jahr 2010 wirksam war. Eine Irreführung der Verbraucher sieht der BGH in der Aussage hingegen nicht. Den Käufern werde „deutlich gemacht, dass es sich um etwas anderes handelt als um Milch“, sagte der Vorsitzende Richter Joachim Bornkamm.

Irreführende Werbung: „In Zukunft wird es schwieriger, zu täuschen“

Irreführende Werbung

„Es wird schwieriger, zu täuschen“

Eine aktuelle Klage zeigt: Noch immer ist nicht klar, welche Werbung verboten ist.

Die Molkerei Ehrmann erklärte auf Anfrage zur BGH-Entscheidung lediglich: „Wir respektieren die Verweisung an die nächsthöhere Instanz und werden weiterhin das laufende Verfahren nicht kommentieren.“ Im Verfahren gehe es um die werbliche Vermarktung des Produkts „Monster Backe Früchtequark“ im sechs Mal 50 Gramm-Becher.

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

05.12.2012, 19:26 Uhr

Es wird bemängelt, dass nicht auf den Zuckergehalt hingewiesen wird. Früchtequarks und andere Quark Desserts für Kinder enthalten Zucker, weil Kinder es süß mögen. Deshalb ist z.B. auch die das Kakao-Milchgetränk in Flaschen gesüßt. Das entspricht der Verbrauchererwartung.

revil.ohh

06.12.2012, 13:41 Uhr

Du bist ja ein ganz schlauer Fuchs, was ?

Account gelöscht!

10.12.2012, 10:05 Uhr

Schön, dass wir das jetzt wissen, lieber BGH...

@groeschel29764

Die Frage ist doch, ob der Verbraucher primär essen sollte, was er mag, oder was ihm gut tut. Zucker ist schlicht eine Droge, deren Gebrauch genauso wie bei Nikotin bekämpft werden sollte.

Allerdings trägt hierfür die Politik die Verantwortung, die entsprechende Regelungen schaffen muss. Es sollte dabei um Aufklärung und Werbeverbote gehen, nicht aber um ein absolutes Verbot. Die letztendliche Entscheidung sollte mE beim (mündigen) Verbraucher bleiben.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×