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30.10.2014

09:39 Uhr

BGH-Urteil zu Bonusmeilen

„Miles & More“-Prämien dürfen nicht verkauft werden

Teilnehmer des Lufthansa-Bonusprogramms „Miles & More“ dürfen ihre erworbenen Prämien nicht an Dritte verkaufen. Das hat der Bundesgerichtshof in Karlsruhe entschieden und ein Urteil der Vorinstanz aufgehoben.

BGH-Urteil: Die Lufthansa kann selbst bestimmen, wie und auf welche Weise sie ihre Kunden für deren Treue belohnen will. dpa

BGH-Urteil: Die Lufthansa kann selbst bestimmen, wie und auf welche Weise sie ihre Kunden für deren Treue belohnen will.

KarlsruheUnternehmer können selbstbestimmt regeln, wie sie ihre Kunden für deren Treue belohnen wollen. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) am Mittwoch in einem Grundsatzurteil entschieden. So können Firmen den Teilnehmern ihres Programmes etwa vorschreiben, dass Prämien nicht an Dritte verkauft werden dürfen und dass Bonuspunkte nach einer bestimmten Zeit verfallen. (Az.: X ZR 79/13)

Konkret gaben die Richter der Lufthansa AG im Streit mit einem Kunden recht. Dieser hatte am Bonusprogramm „Miles & More“ teilgenommen, das die Airline seit über 20 Jahren anbietet. Die Teilnehmer können Prämienmeilen für die Nutzung bestimmter Hotels oder bei Einkäufen sammeln, Vielflieger Statusmeilen anhäufen.

Der Teilnehmer hatte den höchsten Vielfliegerstatus erreicht. 2011 kündigte das Unternehmen ihm jedoch fristlos und entzog dem bis dato treuen Kunden seinen Status. Der Grund: Der Teilnehmer hatte Bonusmeilen für Verbindungen zwischen Frankfurt, Los Angeles und New York im Wert von 3000 Euro verwendet - die Flüge dann aber an jemand anderen verkauft.

Das Unternehmen berief sich auf die Teilnahmebedingungen des Bonusprogramms. Danach war der Verkauf von Prämien an Dritte verboten - nur an Verwandte, Freunde und Bekannte dürften sie verschenkt werden. Der Kunde klagte und wandte sich auch gleich dagegen, dass die Bonusmeilen nach drei Jahren verfallen. Die Vorinstanz gab ihm überwiegend recht. So sah das Oberlandesgericht Köln in den Regelungen zur Übertragbarkeit der Bonusmeilen eine unangemessene Benachteiligung der Kunden.

Was die Lufthansa beim Service verbessern will

Bodenservice

Problem: Check-in-Schalter wirken billig, nach der Ankunft oder beim Umsteigen ist die Betreuung dürftig.

Abhilfe: Schönere Schalter, mehr Personal

Vor dem Flug

Problem: Nicht überall können Vielflieger und Gäste der First und Businessclass eine bevorzugte Sicherheitskontrolle nutzen.

Abhilfe: Bald fast überall Fast Lane

Warteräume

Problem: Die Lounges der Businessclass sind oft überfüllt und bieten zu wenig Abwechslung bei der Verpflegung.

Abhilfe: Mehr Auswahl bei den Speisen

Sitze

Problem: Die Sessel der neuen Businessclass bieten wenig Fußraum, die Fensterplätze keinen freien Zugang zum Gang.

Abhilfe: Nichts geplant

Bordservice

Problem: Es dauert lange, bis das Essen serviert wird, und der Service ist oft unpersönlich.

Abhilfe: Die Flugbegleiter werden besser geschult und von Routinejobs entlastet

Der BGH entschied am Mittwoch komplett anders und gab Unternehmern bei der Gestaltung ihrer Bonusprogramme freie Hand: Die Lufthansa könne selbst bestimmen, wie und auf welche Weise sie ihre Kunden für deren Treue belohnen wolle.

Die Teilnahmebedingungen solcher Programme unterlägen nicht der strengen Kontrolle, die das Bürgerliche Gesetzbuch normalerweise für derartige Vertragsbedingungen vorsieht. Die Richter billigten daher das Vorgehen der Airline.

Das Urteil stärkt die Unternehmer in einer Zeit, in der „Kundenbindung“ immer wichtiger und mit viel Einfallsreichtum betrieben wird. Selbst Discounter Aldi Süd wollte sich der Idee nicht länger entziehen und bietet seit neuestem Sammelbilder für Kinder an.

Die Freude an der „Kundenbindung“ hat auch längst schon Kleinbetriebe erreicht: Bäckereien lassen ihren Kunden nach dem nachweislichen Kauf von mehreren Broten eines für umsonst, Friseure bieten nach mehreren Terminen ein Mal kostenlos Föhnen an.

Von

dpa

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