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31.08.2012

15:20 Uhr

Börsengang der Telekom

Anleger ziehen vor Gericht

Auch der zweite Börsengang der Deutschen Telekom ist vor Gericht gelandet: Rund 400 Anleger fordern eine Entschädigung wegen angeblich falsch bewerteter Immobilien. Dies hatten sie schon beim ersten Prozess kritisiert.

Auch der zweite Börsengang der Telekom wird vor Gericht verhandelt. Anleger klagen über falsch bewertete Immobilien. dpa

Auch der zweite Börsengang der Telekom wird vor Gericht verhandelt. Anleger klagen über falsch bewertete Immobilien.

FrankfurtIm Anlegerstreit bei der Deutschen Telekom muss sich das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt am Main nun auch mit dem zweiten Börsengang des Unternehmens befassen. Die Klage von rund 400 Anlegern werde am 28. November verhandelt, teilte das OLG am Freitag mit. Die Kläger monieren unter anderem, dass die Telekom beim Börsengang im Juni 1999 eine falsche oder fehlerhafte Immobilienbewertung angegeben habe.

Das zweite Verfahren nach dem sogenannten Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetz ist allerdings lange nicht so umfangreich wie das erste. Von Mai 2008 bis Mai 2012 hatten rund 17.000 Anleger eine Entschädigung für den dritten Börsengang der Telekom im Mai 2000 verlangt. Das OLG wies die Klage ab, weil der damalige Börsenprospekt nicht zu beanstanden sei.

Im ersten Prozess hatten die Anleger vor allem die milliardenschwere Übernahme des amerikanischen Mobilfunkunternehmens Voicestream moniert, weil die Telekom darüber im kurz zuvor erschienenen Börsenprospekt nicht informiert hatte. Der Senat sah darin aber keine rechtlich zu beanstandenden Versäumnisse.

Bereits im ersten Verfahren hatten die Anleger kritisiert, das Immobilienvermögen der Telekom sei im Börsenprospekt falsch bewertet gewesen. Die Richter sahen in der Abwertung des Immobilienvermögens allerdings eine Korrektur "im Rahmen der üblichen Spannweite", die im Börsenprospekt nicht habe erwähnt werden müssen. Auch weitere Beschwerden über mögliche Mängel bügelten die Richter mit dem Hinweis ab, es gebe keine rechtliche Verpflichtung auf entsprechende Hinweise im Börsenprospekt.

Anders als im ersten Verfahren, als gut vier Jahre verhandelt wurde, hofft der Senat diesmal auf einen zügigen Prozess. Da die meisten Streitfragen bereits im ersten Verfahren grundlegend abgehandelt worden seien, habe der 23. Zivilsenat nur einen Verhandlungstag angesetzt, sagte ein OLG-Sprecher.

Allerdings hatte der Musterklägeranwalt Andreas Tilp gegen das erste Urteil Beschwerde beim Bundesgerichtshof eingelegt, über die bislang noch nicht entschieden wurde.

Von

dapd

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